38. Tag, Grossheide, am Badesee

38. Tag, Montag, 25. Juni 2019 

Gestern Abend sassen wir noch bis nach 23 Uhr vor dem Mobi und spielten Karten. Eine weitere laue Sommernacht.

Heute Morgen beim Frühstück war die Temperatur noch angenehm.

Später liegen wir nur noch mehr oder weniger passiv im Schatten . . .

. . . oder kühlen uns zwischendurch im Badesee ab.

So gesehen ist dieser Platz ein Glücksfall für uns. Wir werden hier bleiben, solange unser Wasservorrat reicht. 

Im Fahrzeug zeigt das Thermometer tagsüber 35°, draussen im Schatten sind es sogar 37°. Zum Glück bläst den ganzen Tag eine kräftige Brise, die etwas Linderung verschafft. 

Auch heute werden wir sicher wieder lange draussen sitzen.

Gefahren: 0 km

37. Tag, Bunde – Norddeich – Grossheide

37. Tag, Montag, 24. Juni 2019 

Wir werden wach, weil zwei Gemeindearbeiter mit Pflaster-Arbeiten beginnen. 

Michael sagt zu einem der beiden: „Es soll ja heiss werden heute, da ist das Arbeiten am Morgen angenehmer, denn in der Hitze soll man sich nicht überanstrengen. Bei uns Rentnern sei da aber keine Gefahr“. Prompt kommt die Antwort des Gemeindearbeiters: „Bei uns auch nicht“.

Heute fahren viele weiter, so auch wir. An der Entsorgungsstelle stauen sich einige Fahrzeuge. Wir ergänzen in Bunde noch unseren Proviant und fahren dann los. Es geht an Leer und Emden vorbei. 

Eine 10 km lange Baustelle: einer arbeitet, zwei schauen zu.

Jetzt sind wir im und in Norden. Auf einem Parkplatz machen wir unsere Mittagsrast. 

Danach fahren wir nach Norddeich an der Nordsee.

Von hier gehen Fähren zu den Inseln Juist und Norderney. 

Der Hafen für Arbeitsboote und Sportboote.

Es ist grausam heiss, aber ein kräftiger Wind, der einem schier die Kappe vom Kopf weht, macht es erträglich. 

Wir laufen auf dem Deich entlang, sehen überall gutgenährte Möven, viele Kitesurfer auf dem Wasser und verbrannte Urlauber am Strand.

Ein typischer Badeort mit vielen Ferienwohnungen und fast so vielen Kneipen und Fischbuden. Auch spezielle Läden für den beliebten Friesen-Tee sehen wir. 

Auch wir fahren nicht ohne Fischbrötchen weiter. Unser Weg führt wieder über Norden in den kleinen Ort Grossheide.

Hier gibt es an einem Badesee den Stellplatz „Kieselbucht“.

Wenn die Badegäste fort sind, wird es sicher schön ruhig hier. 

Gefahren: 100 km 

36. Tag, Bunde

36. Tag, Sonntag, 23. Juni 2019 

Heute hat unser Schwiegersohn Thomas Geburtstag. 

Herzlichen Glückwunsch!

Es war den ganzen Tag schönes Wetter. Wir haben nichts unternommen, worüber wir heute berichten können. 

Etwas mit den Nachbarn plaudern, etwas lesen, etwas die weitere Route planen, etwas Autorennen schauen, das war’s dann auch schon. 

Dieses Trike, eine Einzelanfertigung, startete vom Nachbarsgarten hier. Der stolze Besitzer, auch ein Unikum, erklärte, dass es mehr Auto als Motorrad sei. 

Dann brauste er los.

Gefahren: 0 km

35. Tag, Bunde

35. Tag, Samstag, 22. Juni 2019 

„Wirst du wach mit Schmetterlingen, wird dir heute viel gelingen.“ 

Dieser Dickkopffalter neben dem Stellplatz macht Michael Mut.

In diesem Sinne machte er sich heute an die Befestigung unserer Tischplatte. Zwei der vier Schrauben haben sich nämlich schon wieder gelöst, obwohl wir die Klemmeinrichtung nicht verwendet haben. 

Was kann man mit Bordmitteln verbessern? Vier Auflageplatten aus Alu, die unter den Tisch geklebt werden, sollten die Kräfte der Schrauben aufnehmen können. 

Bei der Frage nach einem Eisenwarengeschäft hier im Ort, geriet Michael an einen sehr hilfsbereiten Herrn. Er meinte, dass wir in der Werkstatt unter seinem Kleidergeschäft schon etwas finden würden. Tatsächlich konnten wir aus Aluwinkeln 4 passende Teile zuschneiden.

Gut haben wir den Akkubohrer mit an Bord. So konnten die Löcher für die selbstschneidenden Schrauben vorgebohrt werden.

Diese Auflageplatten wurden am Tischfuss angeschraubt und mit 2-K-Epoxikleber mit der Tischplatte verklebt.

Dabei dienen die ausgerissenen Schraubenlöcher als Positionshalter. 

Die Endfestigkeit der Verklebung wird erst nach 12 Stunden erreicht, aber es scheint zu halten. 

Es würde uns ja schon interessieren wie LMC diese Mechanik serienmässig mit dem hohlen Tischblatt verbindet. Nach über einer Woche habe ich darauf noch keine Antwort erhalten. 

Renate hatte viel Zeit zum Lesen.

Auch Michael hatte noch genug Zeit für einen Klönschnack mit dem Nachbarn, auch einer mit dem Jahrgang 1941. 

Wir hatten auch genug Zeit für einen weiteren Gang durch den Ort.

Sehr viel zu sehen gibt es nicht. 

Immerhin eine schöne Goldulme, Renates Lieblingsbaum.

Und eine Mühle in Betrieb: es ist eine Gallerie-Holländermühle.

Sie wurde 1869 zuerst zweigeschossig gebaut. Nach einem Brand wurde sie 1911 zu einem viergeschossigen Gallerie-Holländer umgebaut. Die Mühle ist 38 Meter hoch. 

Auch hier flossen bei der Renovation von 1999 EU-Fördergelder. 

Inzwischen ist unser Tisch auch wieder so belastbar, dass dieser Beitrag daran entsteht und auch dem allabendlichen Kartenspielen steht nichts mehr im Wege.

Gefahren: 0 km

34. Tag, Onstwedde – Heiligerlee – Bunde

34. Tag, Freitag, 21. Juni 2019 

Wieder bekommen wir von Campernachbarn einen Tipp für eine Sehenswürdigkeit hier in der Nähe. Das Glockengiesserei-Museum. 

Kleine Strassen führen uns durch ein Gebiet mit viel Landwirtschaft und viel altem Baumbestand nach Heiligerlee bei Winschoten. 

Unterwegs mussten wir auf Schwäne aufpassen, die sich auch auf der Fahrbahn zuhause fühlen.

In einer stillgelegten Glockengiesserei wurde ein Museum eingerichtet. Über alles was bimmelt und klingt, wird hier berichtet.

Am Anfang zeigt ein Film den ganzen Herstellungsprozess einer Glocke. Danach erzählt ein kompetenter Museumsangestellter weitere Details und diverse Geschichten rund um das Thema. 

Zum Beispiel, die mit 210 Tonnen grösste (nach diversen Pannen) jemals gegossene Glocke für einen Zaren in Moskau. 

Welche aber nie zum Einsatz kam, weil sie zum Aufhängen viel zu schwer war. 

Oder die Geschichte der beiden hier fabrizierten Glocken für den Domturm von Utrecht. Sie wurden nach 45 Jahren Gebrauch ausgemustert, da sie anscheinend eine Disharmonie erzeugten. 

In Vitrinen stehen alle möglichen Glöckchen, auch solche aus Glas und Porzellan. 

Auch eine Glocke aus den niederländischen Kolonien, wie wir sie aus Michaels Verwandtschaft auch zuhause haben, ist hier ausgestellt. 

Auch diverse mechanische Uhrwerke mit Glockenspielen sind ausgestellt.

Im Garten steht ein Carillon (Glockenspiel), welches stündlich lochkartengesteuert eine Melodie spielt. 

Über 2 Stunden ergossen sich die Ausführungen unseres Guides. Er hätte wohl spielend noch doppelt so lange erklärt. Ein wahrer Glockenfan. 

Als wir uns verabschieden, kommen die 4 Niederländer ins Museum. Jene, die uns den Tipp für diesen Besuch gaben. 

Weiter fuhren wir nach Winschoten, um den von uns so geliebten Fla (Pudding) zu kaufen, solange wir noch in den Niederlanden sind.

Neben dem Parkplatz fällt uns ein moderner Bau auf. Es ist ein multifunktionales Gebäude mit Theater, Filmsaal, Bibliothek und Musikschule. Wir geraten zufällig (nicht ganz, weil Renate alle anquatscht) an den Hausmanager.

Der gibt uns mit sichtlichem Stolz bereitwillig eine Privatführung durch alle Räume des erst 3 Jahre alten Gebäudes. 

Beim Ausgang steht eine lustige Skulptur des sogenannten Tellerleckers. Das ist der Spitzname der Einwohner von Winschoten. 

Nun verlassen wir die Niederlande wieder und fahren auf einen Stellplatz nach Bunde in Deutschland. 

Es gab auch heute wieder einen kurzen, aber tüchtigen Regenschauer. Aber da waren wir noch im Glockengiesser-Museum. 

Es wurde heute im Laufe des Tages auch deutlich kühler. 

Gefahren: 40 km

33. Tag, Ditzum – Bourtange – Onstwedde

33. Tag, Donnerstag, 20. Juni 2019 

Gestern Abend bot sich uns noch ein farbiges Spektakel am Himmel.

Abendsonne und bedrohliche Regenwolken, deren Nass sich alsbald über uns ergoss. 

Heute war der Himmel meist bedeckt. Von den niederländischen Nachbarn hatten wir den Tipp bekommen, dass die alte Festung in Bourtange sehenswert sein soll. 

Über flaches Land, – etwas anderes gibt es hier ja nicht -, erreichen wir den Ort in den Niederlanden, unweit der deutschen Grenze. 

Kaum waren wir auf dem Parkplatz, ergoss sich ein Gewitter über uns. 

Bis der Regen vorbei war, hatten wir unser Mittagessen hinter uns und machen uns auf, die Festung zu besichtigen. Die Festung hat eine bewegte Zeit hinter sich. 1580 erteilte Prinz Wilhelm van Oranje den Auftrag auf einem Sandrücken im Moorgebiet eine Schanze mit fünf Bastionen anzulegen. Dadurch sollte den Spaniern, die damals mit Groningen Handel trieben, der Weg blockiert werden. Im Laufe der Jahrhunderte verlor die Festung aber an Bedeutung und vergammelte vollständig. Überalterung und Strukturwandel bedrohten den Fortbestand des Ortes. Als neue Einnahmequelle setzte man auf den Tourismus.

Erst im letzten Jahrhundert wurde in 25 Jahren Bauzeit das Fort nach alten Plänen wiederaufgebaut, so wie es einst in seiner Blütezeit von 1742 existierte. Ein Film und einige Museen zeigen das damalige Leben. Schön gemacht.

Wir können das alles bei schönstem Wetter geniessen. Jährlich kommen etwa 250’000 Besucher hierher. 

Es gibt auch youtube-Videos davon. Hier ein kurzes und hier ein längeres.

Bei Koffie en heerlijke appeltaart erholen wir uns von der Zeitreise und sind glücklich in unserer Epoche zu leben. 

Auch dieser Buchfink hat durch den Tourismus ein besseres Leben.

Danach suchen und finden wir in der Nähe auf dem Lande einen schönen Stellplatz und geniessen den Abend. 

Gefahren: 80 km

32. Tag, Ditzum

32. Tag, Mittwoch, 19. Juni 2019 

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns zu einem Spaziergang an die Ems auf.

Weit kommt man nicht, dann versperren Zäune den Weg. Dahinter werden Schafe gehalten. Eine Entenfamilie mit vielen Jungen schwimmt Polonaise. Bei diesem Wasserstand wird der Schlick sichtbar. 

Landseitig hinter dem Deich schaut nur die Mühle und das Leuchtfeuer heraus.

Wir schauen lange zu wie eine Motoryacht eingewassert wird. Es ist ein altertümlicher Kran, der noch mit Manneskraft gedreht werden muss. Was die Einheimischen untereinander reden, ist nur mit viel Fantasie zu verstehen.

Auch Zuschauen macht hungrig, so holt uns Renate zur Zwischenverpflegung ein Fischbrötchen. Herrlich kross und gut belegt. 

Dieser Herr braucht Krücken, aber das Fahrradfahren geht noch.

Nachmittags streift uns ein kräftiges Gewitter. Nach 15 Minuten ist der Spuk bei uns vorbei. Im 15 km entfernten Leer entleeren sich Hagelkörner in Golfballgrösse. Viele Dachziegel werden zerstört.

Heute Abend gab es wieder einmal Fleisch vom Grill und Salat (und Rotwein). Und weil das so gesund ist, serviert Renate später noch eine Schale Eis.

Wir haben nette Nachbarn. Neben uns ein jüngeres Paar aus den Niederlanden und gegenüber Helmut und Helga aus der Nähe von Ratzeburg. Sie waren vor der Camperzeit auch Segler. So gibt es viel zu erzählen. 

Die Luft am Abend ist sehr angenehm. Wir sitzen noch lange im Freien. Auch dieser Blogbeitrag entsteht vor dem Mobi und – oh Wunder – via Satelliten-WLAN (hoffentlich bleibt die Verbindung stabil bis zum Schluss).

Gefahren: 0 km

31. Tag, Leer – Ditzum

31. Tag, Dienstag, 18. Juni 2019 

Heute Morgen in Leer.

Leer war der Platz gestern Abend.

Leer sieht heute Morgen anders aus.

Wie bereits geschrieben, haben wir heute zuerst versucht einiges via unserem Satelliten-WLAN zu erledigen. Das ging mehr schlecht als recht.

Dann machten wir uns auf den kurzen Weg nach Ditzum, unser eigentlich gestriges Ziel.

Der Stellplatz ist parzelliert. Jeder hat etwa 50 m2, wovon die Hälfte Rasen als Sitzplatz ist. Klein, aber genügend. 

Wegen der Hitze besuchen wir den Ort erst am späten Nachmittag.

Es ist wirklich ein sehr hübscher kleiner, alter Fischerort. Auch noch heute liegen viele aktive Fischerboote im Hafen.

Im Fischhandel erstehen wir einige leckere Stücke geräucherten Fisch zum Abendessen. 

Es geht auch eine Fähre von hier über die Ems nach Emden. Nur 3 PKWs haben Platz. 

Die 1899 gegründete Bootswerft Bültjer ist in der 5. Generation immer noch aktiv. Die vielen Traditionsschiffe aus Holz wollen fachgerecht unterhalten werden. 

Vor dem Hochwasser der nahen Nordsee schützen riesige Tore. 

Renate ist gar nicht neugierig, sie möchte nur wissen, was in der Mühle zu entdecken ist.

Auch hier flossen Fördergelder aus einem EU-Topf. 

Zurück beim Mobi geniessen wir es, dass es langsam etwas kühler und für uns angenehmer wird.

Gefahren: 20 km 

Die Sorgen und Nöte eines Bloggers unterwegs

Es ist die Datenmenge, die laufend ge- und verbraucht wird. Nicht nur für unseren Blog, sondern für die rege Kommunikation mit unseren Leuten via Internet auf den verschiedensten Medien, wie Mail oder WhatsApp.

Mit den monatlich 10 GB Daten via Telefon-Abo müssen wir haushalten. Via Hotspot hängen alle unsere Geräte daran.

Dann haben wir noch monatlich 4 GB über unser Satelliten-Internet. Das ist aber leider zu Stosszeiten total überlastet. So wie gestern Abend, als wir unseren täglichen Blogbeitrag darüber erstellen wollten.

Keine Chance, trotz bestem SAT-Empfang und klarem Himmel (ja, die atmosphärischen Bedingungen spielen auch mit). Also liefen die Daten letztlich doch alle wieder via mobilem Telefonnetz.

Heute Morgen hingegen haben wir recht passablen Datentransfer via Satellit. Das wollen wir doch gleich ausnützen.

Renate erledigt die anstehenden Geburtstagsglückwünsche und Michael diesen Beitrag und seine Recherchen zur Routenplanung.

Natürlich gibt es unterwegs auch immer mal wieder öffentliche Hotspots. Die sind aber nicht sehr sicher und oft auch unbrauchbar.

30. Tag, Scharrel – Papenburg – Leer

30. Tag, Montag, 17. Juni 2019 

Heute verlassen wir diesen gemütlichen und komfortablen Stellplatz. Nochmals schön duschen, dann entsorgen und wieder Frischwasser nachfüllen und los geht’s. Unser erstes Ziel ist ein weiterer Besuch von Papenburg. 

Es wird hier immer noch viel Torf abgebaut. 

Vor Papenburg fährt man etwa 5 km eine Kanalstrasse entlang, an dem links und rechts ohne Ortsschild die Häuser stehen. Die Bushaltestellen sind über das Wasser gebaut. 

In Papenburg parken wir bei der alten Werft.

Wir laufen den Kanalweg rechts hin . . .  

. . . und den Kanalweg links wieder zurück. 

Jetzt haben wir auch diesen Teil der Stadt gesehen und sogar bei sonnigem Wetter.

Die Stadt ist für eine Blumenschau hübsch hergerichtet. 

Immer wieder stossen wir auf Tafeln, die auf die Historie oder besondere Persönlichkeiten hinweisen. 

Es ist sehr heiss geworden. Wir fahren weiter mit Ziel Ditzum an der Ems. Das ist ein Tipp eines anderen Campers. 

Zuerst kommen wir noch einmal an der Meyer Werft und einem halben Schiff vorbei. 

Eine Hinweistafel auf die historische Altstadt ändert unseren Kurs nach Leer. 

Wir fahren unter der Ems hindurch.

In Leer gibt es direkt neben der Altstadt einen grossen Parkplatz, auf dem auch Camper stehen dürfen. 

Auf dem „LEERPFAD“ kommen wir an vielen schönen alten Bauten vorbei. In der Fussgängerzone liegt ein Kaffee neben dem anderen. 

Dies Dame wirbt aber für den Friesentee.

Die Hitze und der Rundgang haben uns müde gemacht. So beschliessen wir heute hier auf dem grossen LEEREN Platz zu bleiben.

Gefahren: 60 km