135. Tag, Schwäbisch Gmünd – Ludwigsburg

135. Tag, Montag, 30. September 2019 

Heute fahren wir gemütlich nach Ludwigsburg, um nachmittags Michaels Nichte und Mann zu besuchen. 

Es ist schönes Wetter, aber sehr windig.

Vorher verbrachten wir noch lange Zeit in einem Baumarkt mit der Suche nach einem Schlüsseltresor. Der Artikel sollte eigentlich vorhanden sein, konnte aber nicht gefunden werden. Jetzt haben wir ihn eben im Internet bestellt. 

Wir werden bei Ilse und Pit herzlich empfangen. Erst bei Kaffee und Kuchen verwöhnt und später noch in einem guten Lokal. Es gibt so viel familiäres zu erzählen, dass keiner an Fotos denkt. Die Stunden vergehen wie im Flug. 

Erst zuhause beim Absacker entsteht noch ein Erinnerungsfoto.

Gefahren: 70 km

134. Tag, Schwäbisch Gmünd

134. Tag, Sonntag, 29. September 2019 

Was für ein prächtiges Wetter heute Morgen. Da begeben wir uns doch bald auf einen Spaziergang in das etwa 2 Kilometer entfernte Zentrum von Schwäbisch Gmünd. 

Der Ort mit gut 60’000 Einwohnern liegt im Tal der Rems zwischen der Schwäbischen Alb und der Dreikaiserberge. Die Altstadt ist hübsch, aber sehr verwinkelt. Wir bewundern die vielen historischen Gebäude. Alles ist hier bestens erhalten. 

Überall hat die Stadt die Ruhesessel aufgestellt. Die Strassen und Plätze sind auffallend neu gepflastert und alles ist sehr sauber. 

Vor dem Rathaus steht eine Klagebank. Das können wir nachvollziehen.

Um die Ecke steht die Samenbank. Dazu fehlt uns leider der Zusammenhang. 

Für den Besuch sämtlicher Sehenswürdigkeiten reicht unsere Kondition und Aufnahmemöglichkeit nicht mehr aus. Trotzdem sind viel zu viele Fotos entstanden. 

Von den Kirchen besichtigen wir nur das „Heilig-Kreuz-Münster“, die älteste süddeutsche Hallenkirche aus der Zeit der Gotik. Ein gewaltiges Bauwerk. 

Müde kommen wir zum Stellplatz zurück. Für heute haben wir uns genug bewegt.  

Michael erwischt im Fernsehen noch den Rest des heutigen Formel1 Rennens und Renate erholt sich beim Lesen.

Gegen Abend ziehen Wolken auf und der Wind nimmt zu. Es streift uns auch ein kurzer Regenschauer.

Gefahren: 0 km

133. Tag, Wemding – Schwäbisch Gmünd

133. Tag, Samstag, 28. September 2019 

Heute Morgen sieht der Blick Richtung Altstadt doch viel freundlicher aus. Die Sonne scheint. 

Aber schon auf unserem baldigen Stadtrundgang zogen immer wieder Wolken vorbei, von stürmischem Wind getrieben. 

Wemding ist fast kreisrund angelegt, hat eine mittelalterliche Altstadt und aus dieser Zeit als Stadtbefestigung einen inneren und äusseren Graben. 

Wir halten uns nicht sehr lange auf, da dunkle Wolken immer näher kommen, und wir nur ungern nass werden wollen. Einheimische legen uns ans Herz, doch noch die Wallfahrtskirche zu besuchen.

Die im Rokokostil prunkvoll ausgestaltete Basilika „Maria Brünnlein zum Trost“ liegt etwas ausserhalb. 

Hier wird seit dem 17. Jahrhundert vor allem eine aus Holz geschnitzte Marienfigur verehrt. Da gerade ein Gottesdienst stattfindet, entstehen die wenigen Fotos des Inneren versteckt.

Wir befinden uns hier am Rande des Nördlinger Ries. Einst ein Kratersee mit einer Fläche von 400 km2 ist er heute ausgetrocknet eine Ebene von noch 348 km2. Entstanden ist der Krater durch einen Meteoriteneinschlag, der erst 1960 eindeutig nachgewiesen wurde. 

Auf unserer Weiterfahrt durchqueren wir die Ebene. Der Kraterrand ringsum ist gut zu erkennen. Es gibt hier auch einige Vulkankegel, die aber mit der Entstehung des Riess nichts zu tun haben. 

Es ist sehr stürmisch, wie die Wolkenbilder verdeutlichen. Unser Mobi steckt die Böen gut weg. Erinnerung an unsere Segelyacht Beason31 werden wach. Die kam mit schwerem Wetter auch gut klar. Allerdings wären wir heute wohl im Hafen geblieben. 

Unser heutiges Ziel ist Schwäbisch Gmünd.

Wegen eines schlimmen Unfalls werden wir umgeleitet. Der Hubschrauber muss 4 Schwerverletzte bergen, wie wir später erfahren. Es ist zum Glück der erste Unfall, den wir nach 133 Reisetagen sehen. 

Wir haben Glück. Auf dem für Camper reservierten Stellplatz ist gerade noch ein Platz für uns frei. Der Parkplatz für PKWs daneben ist riesig. 

Gefahren: 100 km 

132. Tag, Weißenburg – Wemding

132. Tag, Freitag, 27. September 2019 

Das Wetter ist morgens noch nicht so eindeutig. Doch es ist trocken und wir machen uns auf zu einem Rundgang in die Altstadt von Weissenburg. 

Das historische Stadtbild wird geprägt von der weitgehend erhaltenen Stadtmauer. 

Es gibt viel zu bewundern, wie die Bilder zeigen. Ab und zu kommt sogar die Sonne leicht durch. 

Die Andreaskirche ist zugänglich gewesen. 

Im Stadtgraben am Pulverturm erwischen wir einen Eichelhäher, wie er gerade eine Nuss erbeutet hat. 

Immer mehr sieht es nach Regen aus. Wir kommen noch trocken zurück auf den Stellplatz.

Hier findet heute ab 16 Uhr ein grosses Firmenfest statt. 

Den ganzen Tag schon dreht ein 12monatiges Rind auf dem Grill. Das Fleisch fällt von alleine von den Knochen, sobald es gar ist. 

Da es hier bis in die Nacht sicher laut sein wird, suchen wir einen anderen Übernachtungsplatz.

Wir fahren nach Wemding, eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern. Die Stadt liegt am Rand des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im Geopark Ries.

Eine Schwabenstadt in Bayern – ja gibt’s denn sowas? Do legt’s di nieder!

Auf der Fahrt regnet es immer mehr. 

Aber es ist ja nicht so weit. Schon bald erreichen wir Wemding.

Bei diesem nassen Wetter gibt es heute vom Stellplatz nur ein Foto von innen nach aussen. 

Gefahren: 30 km

131. Tag, Pappenheim – Weißenburg

131. Tag, Donnerstag, 26. September 2019 

Es ist bewölkt. Den ganzen Tag regnet es immer wieder, aber es gab auch ganz kurze sonnige Momente. Gut für einen Fotohalt.

Wir fahren gemächlich durch das Altmühl Tal. Interessant ist die alpähnliche Vegetation, obwohl nur um die 400 müM. 

Auf einer Umleitung kommen wir über schmalste Strässchen wieder zurück ins Tal. 

Zum Glück hatten wir die enge Brückenpassage gerade überquert, als uns ein Monster entgegenkam. 

Die geringe Fliesgeschwindigkeit macht die Altmühl so beliebt bei Kanufahrern. Bei diesem Wetter ist aber niemand unterwegs. 

Hier in der Umgebung befinden sich die grössten Kalksteinvorkommen (Jurakalkstein) Deutschlands, wie auch der namhafte Solnhofener Plattenkalk. 

Wie wir im Internet lesen, geht viel in den Export, zum Beispiel nach Kuweit: 

Der Al Hamra Tower (413 Meter hoch) ist nicht nur das höchste Gebäude in Kuwait, sondern auch das weltweit höchste Gebäude mit einer Natursteinfassade – mit einer Jurakalksteinfassade aus altmühlfranken!

Wir fahren zuerst den Stellplatz in Eichstätt an, der uns aber nicht zusagt.

Obwohl der Ort selbst einiges zu bieten hat, fahren wir weiter nach Weißenburg. 

Unterwegs sind die Strassen oft von den Kalksteintransporten verstaubt.

In Weißenburg stehen wir recht gut und nicht zu weit von der Altstadt entfernt, die wir morgen erkunden wollen. Hoffentlich ist dann das Wetter besser. 

Bei Regen machen wir es uns im Mobi gemütlich und kommen wieder etwas zum Lesen.

Gefahren: 60 km

130. Tag, Treuchtlingen – Pappenheim

130. Tag, Mittwoch, 25. September 2019

Wir verlassen den Stellplatz Treuchtlingen bei bedecktem Himmel, um durch das Tal der Altmühl zu fahren. 

Kaum sind wir unterwegs, als auch schon Regen einsetzt. Die Landschaft ist zu schön, um sie bei schlechtem Wetter zu erleben.

So fahren wir schon in Pappenheim auf einen Stellplatz.

Natürlich kommt uns da sofort die Redewendung „seine Pappenheimer kennen“ in den Sinn. Tatsächlich hat der Graf zu Pappenheim damit zu tun, wie man hier nachlesen kann. 

Als gegen Mittag der Regen aufhört, machen wir uns gleich auf einen Rundgang durch den überschaubaren, aber höchst interessanten Ort mit 4000 Einwohnern auf. Kurzzeitig kommt durch die schnellziehenden Wolken sogar die Sonne durch. Das sind die Momente, auf die der Fotograf wartet. 

Das Flüsschen Altmühl umfliesst Pappenheim in einer Schleife, ähnlich wie die Aare in Bern.

Es gab auch immer wieder Hochwasser, wie hier der Pegelstand vom Februar 1784 zeigt,

Hoch über dem Ort trohnt die Burg. 

Wir brauchen Brot und entdecken in der Bäckerei diese hübschen Behälter für den Röstkaffee. 

Unser Rundgang ist heute etwas kirchenlastig, wir bitten um Nachsicht. 

Das Rathaus, ein dreistöckiger Giebelbau aus den Jahren 1595-98. Es wurde durch den Graubündner Baumeister Gilg Rigaglia errichtet. 

Das „Neue Schloss“ entstand als zweite Residenz 1819-1822 im  klassizistischen Stil und dient der Grafenfamilie noch heute als Verwaltungs-, Wohn- und Bürogebäude.

Die evangelisch-lutherische Kirche mit ihren schmuckvollen Dachziegeln wurde 1476 im spätgotischen Baustil vollendet. Innen ist sie in einem schlichten Stil barockisiert. 

Das „Alte Schloss“ stammt aus dem 16. Jhd. mit Ecktürmen, Rundfenstern, der Portaleinfassung und Giebeln in einfachen Renaissanceformen. 

Das Denkmal des Feldmarschalls Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim 1594 – 1632 

Die katholische Kirche wurde 1888 im neoromanischen Stil erbaut. Aussergewöhnlich ist die Ausmalung im Stil der Nazarener. 

Wir schaffen es, wenn auch ganz knapp, trocken von unserem Rundgang zum Mobi zurück zu kommen. Wir haben nicht vermutet, dass es in Pappenheim so viel zu bewundern gibt. 

Erst spät gibt es Mittagessen, aber ein sehr leckeres: Spaghetti, Salat und Rotwein dazu. Als Dessert noch ein Mittagsschläfchen. Leichter Regen begleitet unsere Träume. 

In der nächsten Trockenphase laufen wir in die andere Richtung zu der Weidenkirche. Ein sehr interessantes, von der Jugend realisiertes, Projekt. 

Gefahren: 10 km 

129. Tag, Dinkelsbühl – Treuchtlingen

129. Tag, Dienstag, 24. September 2019

Als wir Dinkelsbühl verlassen scheint noch die Sonne. 

Wenig später kommen wir in dichten Nebel.

Da fahren wir lieber brav hinter einem landwirtschaftlichen Fahrzeug her.

Nach einiger Zeit kommt die Sonne langsam durch

Und bald sieht die Landschaft wieder schöner aus.

Und noch später ist auch der blaue Himmel wieder zurück.

Bei der Durchfahrt durch Meinheim fällt uns ein aussergewöhnliches Kirchturmdach auf.

Es ist der Spitzhelm der evangelischen St. Wunibalds-Kirche mit den seit 1840 buntglasierten Ziegeln. 

Treuchtlingen fahren wir an, weil uns der Stellplatz von anderen Campern empfohlen worden war. In erster Linie aber, weil es hier auch eine Wasch- und Trockenmöglichkeit gibt.

Laufend wurde das Gelände erweitert. Inzwischen verfügt der Stellplatz über 56 grosszügige Parzellen. Die meisten kommen wegen der Therme nach Treuchtlingen, das 13’000 Einwohner zählt.

Renate ist bis zum Abend mit der Wäsche beschäftigt, denn die Maschinen brauchen für einen Waschgang sehr lange. Und für das Tumblern ebenfalls. 

Endlich kann alles auf Mobi-Format zusammengelegt und verräumt werden. 

Als Michael eine Runde auf dem Stellplatz dreht, entdeckt er ein Eichhörnchen, das etwas Essbares ergattert hat. 

Abends ist es stark bewölkt und es fallen einzelne Tropfen Regen.

Gefahren: 60 km 

128. Tag, Obereisenheim -Dinkelsbühl

128. Tag, Montag, 23. September 2019

Es regnet schon am frühen Morgen. Nichts ist mit „im Freien“ frühstücken.

Immerhin sehen wir aus dem Mobi heraus die Schiffe vorbeifahren. 

Wir wollen das feuchte Wetter ausnützen, um etwas weiter südlich zu kommen. Renate möchte/sollte wieder einmal Wäsche waschen, was auf dem Stellplatz in Treuchtlingen möglich sein soll. 

Unterwegs regnet es fast immer. Wir fahren ein Stück auf der A7 Richtung Ulm. Der Zustand der Fahrbahn ist eine reine Katastrophe, die reinste Teststrecke für Stossdämpfer und die Haltbarkeit des Camper-Mobiliars.

Da wir so nahe an Dinkelsbühl vorbeikommen, beschiessen wir heute hier zu bleiben, um diesen schönen Ort zu besuchen. Der Stellplatz liegt sehr nahe bei der Altstadt. 

Als wir unseren Rundgang beginnen, regnet es gerade nicht. Doch lange bleibt es nicht trocken. Wir lassen uns aber nicht aufhalten. 

Die gewachsene innere Altstadt, sie wurde nicht planmässig angelegt, ist auch heute noch von einer Stadtmauer umschlossen. Etwa 12’000 Einwohner leben hier heute. 

Dominierend ist das Münster St. Georg. Es wurde im 15 Jh. in seiner heutigen Form erbaut. 

Trotz des trüben, regnerischen Wetters war das eine interessante Besichtigung, die wir in einer Slidershow zusammengefasst haben. Natürlich wären die vielen farbigen Häuser bei Sonne viel schöner anzusehen. 

Gefahren: 110 km 

127. Tag, Volkach – Obereisenheim

127. Tag, Sonntag, 22. September 2019

Nachdem Michael gestern Kontakt mit seinem Jugendfreund Hans in Schweinfurt bekam, verabreden wir uns für heute in Obereisenheim am Main.

Dort befindet sich nicht nur ein wunderschöner Stellplatz direkt am Main, sondern es findet heute auch ein Dorffest und ein Oldtimertreffen statt. Hans kommt jedes Jahr mit einem seiner Schätzchen hier her. 

80 Reisemobile finden hier Platz.

Nicht alle haben aber das Glück, in der ersten Reihe mit Blick auf den Main, so zu stehen wie wir. 

Das Schätzchen ist heute der TR6 aus dem Jahr 1973, aber in einem neuwertigen Zustand.

Es ist viel los. Hunderte von mehr oder minder kostbaren Fahrzeugen mit H-Nummern sind zu bewundern. Viele dieser Sammler kennen sich untereinander. Man gibt bereitwillig Auskunft über das Sammlerstück, wobei die Augen der stolzen Besitzer besonders glänzen.

Es bleibt aber genug Zeit für das Auffrischen vieler alter Jugenderinnerungen der beiden Oldies Hans und Michael. 

Nachdem sich Hans verabschiedet hat, bummeln wir noch einmal durch Obereisenheim, dem überschaubaren Winzerdorf mit 558 Einwohnern. Der Keuperboden, wie auch die Lage in der Maingauklimazone, einer der wärmsten in Deutschland, begünstigt hier den Weinanbau.

Später sitzen wir noch lange am Main, schauen den Schiffen zu und geniessen den warmen Herbstabend.

Gefahren: 10 km

126. Tag, Volkach/Main

126. Tag, Samstag, 21. September 2019

Der Main macht hier einige wilde Schleifen. Durch ein Stück Kanal kann die Schifffahrt 6 km abkürzen.

Heute gehen wir auf einen Rundgang durch Volkach. 

Wir beginnen auf dem sehr schönen Marktplatz vor dem Rathaus, auf dem schon bald viele Touristen mit einem 1. Schoppen in der Hand zu sehen sind. Wir schauen in die Kirche und schlendern durch die Gassen, wo es viele Weinlokale gibt. Anstelle von Wein kaufen wir jedoch ein neues Buch für Renate. 

Später laufen wir zur Wallfahrtskapelle „Maria im Weingarten“, die etwa 2 km ausserhalb in einem Weinberg steht. Die letzten 400 Meter gehen bergauf und so wird dies auch für Protestanten, wie wir es sind, ein Pilgerweg. 

Maria’s Stossgebet kann da nicht schaden. 

Die spätgotische Kirche steht mitten im Weinanbaugebiet. 

In der Kirche hängt das berühmte Kunstwerk „Madonna im Rosenkranz“ von Tilman Riemenschneider. Dieses war auch 1962 in den Schlagzeilen, nachdem es geraubt worden war. Henry Nannen vom „Stern“ erreichte mit einem Lösegeld von 100’000 DM, dass die Diebe das Kunstwerks zurück gaben. 

Von hier oben hat man eine schöne Aussicht auf Volkach und die Weingegend. 

Wir pilgern zurück und verbringen den Rest des Nachmittags eher ruhig beim Mobi.

Abends spazieren wir noch über die Brücke auf die andere Mainseite und werfen einen Blick auf den Stellplatz. Es stehen wieder ähnlich viele hier wie gestern.

Gefahren: 0 km