9. Tag – 15. Juni

Donnerstag, 15. Juni

Der Blick durch unser Heckfenster in Richtung Donau-Seitenarm war wunderschön und sehr idyllisch.

Ganz anders der Blick nach vorne. Da steht ein Auto neben dem anderen. Nachts war es allerdings erstaunlich ruhig.

Heute ist in Regensburg auf dem „Dultplatz“ gleich nebenan ein riesiger Trödlermarkt. Hunderte Händler bieten hier ihre Trouvaillen, aber auch viel Schrott an. So bunt und vielfältig die Fotomotive, so sind auch die Händler und Besucher.

Hier wird gefeilscht vom Feinsten, ganz nach dem Motto: „schluckt er oder zuckt er“.

 

Wir hatten prächtige Kirschen gekauft, die wir bei einem Spaziergang am Seitenarm der Donau unter den Bäumen essen.

Wir sehen zwei Vögel am Wasser. Ob das wohl Wasseramseln sind? Wer diesen Vogel kennt, klärt uns bitte auf.

Erst viel später kann uns unser Nachbar Willi, ein Vogelkundler, aufklären, dass dieser schöne Vogel eine Wacholderdrossel ist.

Es ist schön hier, aber wir wollen ja weiter. Das Ziel soll ein gut bewerteter Standplatz in Waidhaus sein, dicht an der Grenze zu Tschechien.

Nähe Wackersdorf kommen wir an vielen kleinen Seen vorbei. Am Steinberger See halten wir kurz an und schauen den Wassersportlern zu.

 

Links des Weges sehen wir in der Ferne Leuchtenberg mit seiner Burgruine liegen.

 

Dann erreichen wir bald den Standplatz in Waidhaus. Ein toller Platz mit einer prächtigen Aussicht bei einem ehemaligen Landwirt.

Michael machte sich bald daran, den Blog nachzuführen.

Es stehen noch zwei Camper hier, mit denen wir ins Gespräch kommen. Alle sind sie länger als geplant geblieben, denn man steht hier wirklich schön.

Gefahren: 105 km

8. Tag – 14. Juni

Mittwoch, 14. Juni

Wir wollen Ingolstadt verlassen, aber vorher noch Abwasser entsorgen und Frischwasser nachfüllen. Der Bodeneinlass für das Grauwasser ist sehr unpraktisch angeordnet, denn man kann gar nicht so nahe an den Abfluss fahren, sodass der Schlauch reicht. Von anderen Campern hörten wir, dass dies da und dort vorkommt. Also besorgten wir gleich beim nächsten Baumarkt am Stadtrand für 10 Euro ein Verlängerungsteil.

Damit sind wir nun auch für solche Fälle gewappnet.

 

Das nächste Ziel war Regensburg.

Wir sind überrascht, dass es hier soviel flaches Land gibt. Gut für die Landwirtschaft.

Auch hier wird viel Hopfen für das „Bayrische Bier“ angebaut.

Wir fahren Nebenstrassen und stossen bei Essing im Altmühltal auf Ausgrabungen eines römischen Kastells. „Abusina-Eining“ war ein Teil des Limes, der von 100 bis 260 n. Chr. über 5000 km den Grenzwall des römischen Reiches bildete (seit 1973 UNESO-Welterbe).

Der Verlauf des Limes von Mainz bis Regensburg

 

Wir kommen an einer kleinen Kirche, mit dem für hier typischen Zwiebelturm, vorbei.

In Kelheim fahren wir wieder über die Donau und bewundern aus der Ferne ein monumentales Gebäude.

Dank des 30-fach Zooms wird klar, was dahintersteckt: „DEN TEUTSCHEN BEFREIUNGSKAEMPFERN, LUDWIG I, KOENIG VON BAYERN“.

 

In Regensburg stellt die Stadt kostenlose Standplätze zur Verfügung. Auf einem gemischten P&R-Parkplatz und ohne Infrastruktur. Dafür aber gratis und sehr zentral gelegen. In 10 Minuten sind wir zu Fuss in der Stadt. Vorbei am Schleusenkanal kommen wir bald in den Stadtteil „Stadtamhof“, überqueren einen Seitenarm und dann die Donau über die „Steinerne Brücke“ und sind schon im Zentrum.

Regensburg liegt wunderbar am Wasser und hat viele schöne historische Bauten. Eine wirklich schöne Stadt.

Der Dom ist weltberühmt, obwohl wir ihn von innen als schrecklich düster empfanden.

Erstaunlich, was die Kamera da noch sichtbar macht.

 

Uns fällt auf, dass der hiesige Dialekt recht schwer verständlich ist, wie für uns das Senselertüscht in der Schweiz.

Hier eine Kostprobe: Nein, ich habe keine Kundenkarte, keine Vergütungskarte, meine PLZ geht keinen was an. Ich möchte bloss einkaufen.

 

In der ältesten Wurstküche Deutschlands neben dem Brückenturm kehrten wir am Ende unseres Rundgangs (und unserer Kräfte) ein und stärkten uns für den Heimweg.

Hochwassermarkierungen am Haus zeigen, dass die Donau nicht immer so friedlich daherkommt.

Die Hitze des Tages und das viele Marschieren hat uns müde gemacht. Wie gut, dass wir hier unter den Bäumen keinen Satellitenempfang haben. Ein guter Grund, heute keinen Blogeintrag schreiben zu müssen.

Gefahren: 190 km

7. Tag – 13. Juni

Dienstag, 13. Juni

Schon morgens wieder strahlender Sonnenschein.

Viel zu schade und viel zu heiss um weiterzufahren.

Wieder sind nette Nachbarn um uns herum. Mit einigen kommt man näher ins Gespräch und erfährt vieles aus dem Leben, dem Land und der Motivation zu dieser Art des Reisens.

Schon bald war es wieder so heiss, dass wir uns nur noch im Schatten bewegten oder besser nicht bewegten.

Der Grüngürtel um Ingolstadt herum, in dem auch der Standplatz liegt, ermöglicht weite Spaziergänge unter Bäumen und Büschen.

Hier gäbe es Bier, die Mass für € 4.90, und für wenig mehr sogar eine hausgemachte Röschti mit Speck und Salat.

In einer historischen Festung am Wassergraben ist „Fronte 79“, ein Haus der Jugend untergebracht. Es ist das grösste seiner Art in Südbayern.

Als wir Interesse zeigten, bekamen wir von Simon, der hier vor seinem Studium ein Sozialjahr verbringt, eine Privatführung und dadurch Einblick und interessante Informationen.

Der Innenhof der Festung wurde überdacht und es entstand ein grosser Saal für Theater und Tanzveranstaltungen.

In den alten Kasematten in den Aussenmauern sind Räume ausgebaut worden für Musikproben, für Filmschaffende, für Tänzer, für Bastler, für Töpfer, für Tontechniker und vieles mehr. Es können auch Räume gemietet werden für Feiern und Workshops.

Vandalismus und andere Ausschreitungen kennt man hier offenbar nicht. Die Benützer erhalten den Raum nur gegen Pfand, z.B. ihren Ausweis. So kann man allfällige Forderungen problemlos eintreiben.

Gegen Abend, als es kühler wurde, bestiegen wir den Scherbelberg. Er liegt auf sage und schreibe 362 m Höhe, aber höchstens 30 Meter über der Stadt.

Renate schaffte dies sogar ohne Seil.

Immerhin hat man danach einen schönen Ausblick.

Dann bummelten wir noch einmal durch die saubere Altstadt.

Auf dem Rückweg hörten wir Kampfgeräusche. Hier tobten sich die „Schanzer Freikämpfer Ingolstadt“ mit historischen Waffen und vollem Einsatz aus.

Der Standplatz war auch heute Abend wieder gut gefüllt.

Viele Niederländer, wenige Deutsche, ein Schwede und ein Schweizer (wir).

Heute ist unsere Internetverbindung wieder einmal unendlich langsam. Wir spielten nebenbei lange Karten und noch immer waren nicht alle Bilder für den Blog übertragen.

Wenn ich nur wüsste, an was das liegt.

Gefahren: 0 km

6. Tag – 12. Juni

Montag, 12. Juni

Gestern rief ich voller Wonne, „es scheint die Sonne!“

Heute aber, oh verreckt, „es ist bedeckt!“

 

Heute wollen wir aber wirklich ein Stück weiterkommen.

Zuerst mussten wir uns aber von den netten Nachbarn und ihren zwei Hunden verabschieden. Das ist einmal der Wildfang „Nelson“, ein schwarzer Havanese und zum anderen „Viko“, ein weisser Bichon Frisé, der eine edle Noblesse ausstrahlt.

Zum heutigen Ziel Ingolstadt gibt uns das Navi die Strasse am Bodensee entlang als schnellste Route vor. Wir übernehmen diesen Vorschlag, aber es stockt zuerst (wie üblich) am Bodensee und dann später um München herum.

Am Bodensee:

unterwegs sahen wir viel Hopfenanbau

Während unserer Mittagspause ging ein mächtiges Gewitter mit starkem Wind und Regen über uns nieder. Bei der Weiterfahrt war der Spuk aber vorbei. Der heftige Wind hielt jedoch an. Es war schwül und sehr warm.

Der Standplatz in Ingolstadt hat offiziell nur 8 Plätze. Wir ergattern den vorletzten Platz und erst noch einen der wenigen mit Satellitenempfang trotz der vielen Bäume. Abends zählten wir 18 Reisemobile, die kreuz und quer standen. Der Platz punktet vor allem durch seine Nähe zur Stadt. Durch das Taschenturm-Tor ist man in 5 Minuten in der Altstadt. Ingolstadt liegt an der Donau und gilt als Bayerns jüngste Grossstadt mit 136’000 Einwohnern. Im Grossraum leben rund eine halbe Million Menschen. Auf unserem Rundgang machte die Altstadt einen sehr gepflegten Eindruck auf uns.

Diashow von unserem Rundgang in Ingolstadt

 

 

Gefahren: 335 km

5. Tag – 11. Juni

Sonntag, 11. Juni

Ein sommerlicher Tag mit bis zu 35 Grad im Schatten.

Da fuhren wir nicht weiter, sondern hielten uns ganz ruhig im Schatten auf.

Renate war mit dem Lesen eines neuen Buches voll zufrieden.

Michael nützte die Zeit, um endlich den Blogbericht über die Getriebepanne auf der letzten Tour zu schreiben.

Erst abends, als die Sonne verschwand, unternahmen wir einen Spaziergang auf dem nahen Gelände der ehemaligen Landesgartenschau Singen. Dort stehen lustige Skulpturen.

Drei Figuren werfen aus umliegenden Bäumen goldene Äpfel in einen Korb.

Nein, wir sind nicht auf den Hund gekommen. Es ist einer der zwei Hunde eines Camper-Nachbarn, den wir auf dem Spaziergang trafen.

Auch nach der erfrischenden Dusche war es immer noch zu warm, um ins Bett zu gehen, so spielten wir noch Karten.

Gefahren, 0 km

4. Tag – 10. Juni

Samstag, 10. Juni

Morgens scheint die Sonne auf die Festung Hohentwiel. Das ermöglicht bessere Fotos als gestern.

Die Festung steht auf einer vulkanischen Quellkuppe des Hohentwiel, 260 Meter über der Stadt.

 

 

Später machten wir uns zu Fuss auf in die Innenstadt von Singen.

Der Weg führt vom Standplatz durch das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Schon nach 10 Minuten ist man im Zentrum.

Wir kamen vorbei an dem lustigen „Narrenbrunnen“, bummelten dann durch die Fussgängerzone.

Dort spielten Strassenmusikanten aus Peru.

 

Anschliessend schlenderten wir über den Wochenmarkt.

Nennenswerte Sehenswürdigkeiten haben wir nicht entdeckt. Michael besuchte noch einmal den Fotoladen und liess sich einige Funktionen an der neuen Kamera erklären.

Zurück beim Mobi genossen wir in Ruhe den herrlichen Tag.

Wir konnten bis 22 Uhr im Freien sitzen.

Ob wir morgen weiter ziehen wissen wir noch nicht.

 

Gefahren 0 km

3. Tag – 9. Juni

Freitag, 9. Juni

Es ist schönes Wetter. Wir spazierten noch etwas durch das Wohnquartier von Lottstetten. Viele schöne neue Häuser wurden hier gebaut.

Dann fuhren wir weiter über Schaffhausen nach Singen.

Michael wartete ja schon Tage sehnsüchtig darauf, dass die neue Panasonic Fotokamera endlich irgendwo erhältlich ist. Die alte hat bekanntlich das Bad in der Ostsee nicht überstanden.

In der Schweiz war bis zu unserer Abreise noch kein Stück erhältlich.

Aber hier in Singen fand Michael tatsächlich einen Fotoladen, der schon ein Exemplar verfügbar hatte.

„Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung“.

Der Standplatz in Singen ist offiziell für 20 Fahrzeuge. Am Abend sind alle Plätze besetzt. Ausweichmöglichkeit gäbe es auf einem riesigen Parkplatz, dort allerdings ohne Strom.

Die Stadt ist zu Fuss zu erreichen.

Im Hintergrund kann man die Burg Hohentwiel sehen. Ein gutes Motiv, um gleich die neue Kamera zu testen, vom Weitwinkel bis zum 30-fachen optischen Zoom. Leider war hier Gegenlicht.

(damit wird man auch schnell zum Paparazzi).

 

Am Abend war die Temperatur noch so angenehm, dass wir unser Abendbrot erstmals im Freien essen konnten, allerdings zogen in der Ferne schon dunkle Wolken auf.

Kaum begannen wir unser Kartenspiel, als der Regen einsetzte. Schnell wurden Tisch und Stühle in der Garage verstaut, und dann ging das Spiel drinnen weiter.

 

Wenn wir weiterhin so durch die Lande bummeln, muss Mecklenburg noch lange warten.

Aber ein schlechtes Gewissen macht uns dies nicht. Wir geniessen, dass wir keine Verpflichtungen haben.

 

Gefahren 95 km

2. Tag – 8. Juni

Donnerstag, 8. Juni

Das Team der Firma Hentrich in Bad Krozingen-Biengen nahm sich die Arbeiten gleich vor.

Die Dichtheitskontrolle, schon die zweite, zeigte: alles ist trocken.

Dabei wird mit einem Feuchtemessgerät an den kritischen Stellen, wie den Durchbrüchen für Dachlüfter und Fenster, besonders kontrolliert.

Auch die Gasprüfung ergibt keinerlei Grund zur Sorge. Alles ok.

Wir erfuhren, dass die Truma-Duo-Control, welche dafür sorgen soll, dass die Gaszufuhr automatisch von der Betriebs- auf die Reserveflasche umstellt, durch Partikel im Gas gerne verschmutzt und dann hängenbleibt. Das führt dazu, dass der Schalter der Warnleuchte „Betriebsflasche leer“ nicht funktioniert.

Das scheint auch der Grund gewesen zu sein, warum wir nicht gewarnt wurden und wir – wie schon erlebt – mit zwei leeren Flaschen konfrontiert waren.

Truma habe auch zu wenig kommuniziert, dass für jede Gasflasche eigentlich ein Filter dringend erforderlich ist.

Das haben wir heute gleich nachrüsten lassen und hoffen sehr, dass die Duo-Control noch keinen Schaden genommen hat.

 

Eine Überraschung ganz anderer Art entstand, als der Fahrzeugausweis gefragt war. An seinem gewohnten Platz, in Michael’s Portemonnaie, war er jedenfalls nicht. Schnell war klar, dass der noch zuhause lag, weil Michael ihn vor dem Segeltörn herausgenommen hatte.

Also fuhren wir nochmals nach Hause, denn ohne Fahrzeugausweis wollten wir so eine lange Tour nicht wagen.

Unterwegs hatten wir festgestellt, dass unser Navi „nicht mehr mit uns redete“. Alle unsere Bemühungen in den Einstellungen halfen nichts. Otto blieb stumm.

So fuhren wir in Bern noch zu der Firma, die das Karten-Update für uns gemacht hatte. Auch Herr Lehmann hatte seine Mühe, konnte dann aber mit einem neuen Aufstarten der Software Ottos Stimme wieder holen. Allerdings waren alle Voreinstellungen, wie Länge, Breite, Höhe, etc, auch wieder neu einzugeben. Warum Otto nach dem Update stumm geworden war, –  er hat es uns nicht verraten.

So starteten wir erneut auf unsere Reise.

Auf der Autobahn zwischen Bern und dem Grauholz lies sich auf einmal der Tempomat nicht mehr einstellen. Kein Problem – die nächste Ausfahrt führt direkt zu unserer Fiat-Professional-Garage in Urtenen-Schönbühl. Herr Kirchen schaut sich sogleich unser Problem an. Die Lösung, wenn so etwas vorkommt: kurz bremsen –  und dann könne man den Tempomat wieder setzten.

Wieder etwas gelernt.

 

Nun ist es aber gut!

Wir wollen endlich ohne weitere Probleme weiterkommen.

Auf dem nächsten Parkplatz suchten wir ein Ziel für heute.

Wir entschieden uns für einen Standplatz in Lottstetten.

Wer kennt schon Lottstetten?!

Die Gemeinde Lottstetten mit rund 2400 Einwohnern liegt auf deutschem Gebiet zwischen Schaffhausen (12 km) und der Weltstadt Zürich (35 km).

Es ist schon toll, wie eine kleine Gemeinde einen so super Standplatz für Reisemobile eingerichtet hat. Gratis, man zahlt nur den Strom nach Verbrauch. Die Entsorgung von Grauwasser und Toilette ist gratis. 100 Liter Frischwasser kann man für 1 Euro bekommen.

Gefahren: 345 km

1. Tag – 7. Juni

Mittwoch, 7. Juni

Am Tag der Abreise gibt es doch noch immer viel zu erledigen.

Besonders, wenn man wie wir, längere Zeit von zu Hause weg sein will.

Aber Renate hatte in den 3 Wochen, als Michael auf seinem Segeltörn war, schon viel vorgearbeitet und gepackt.

Noch schnell einige Abschieds-Telefonate und Besuche bei den Nachbarn, dann geht es los.

Unser heutiges Ziel ist ein LMC Händler in Bad Krozingen-Biengen. Dort haben wir am nächsten Tag einen Termin für die jährliche Dichtheitskontrolle, sowie die 2-jährliche Gasprüfung.

Wir trudelten abends auf dem Firmenstandplatz ein und genossen den ersten Abend in unserem Mobi.

 

Gefahren: 150 km

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil