70. Tag, Friedrichskoog

70. Tag, Samstag, 27. Juli 2019 

Gestern Abend spielten wir noch bis nach Mitternacht Karten.

Nachdem wir alle ausgeschlafen hatten, – bei Alina war das nach 9 Uhr -, müssen wir zum Frühstücken schon Schatten hinter dem Mobi suchen.

Heute ist Wattwandertag!

Es bläst ein kräftiger Wind aus östlicher Richtung und trotzdem ist er nicht kalt. 

Alina kann den Beginn der geführten Wanderung gar nicht abwarten und geht schon einmal auf einen Probelauf. 

Endlich geht es los. Der Guide gibt immer wieder Erklärungen. Am Anfang, wie Ebbe und Flut überhaupt entstehen.  Der Tidenhub beträgt in dieser Gegend etwa 3 Meter. Etwa 11 Kilometer breit ist das Watt hier bis zur See. Bei Flut kommt das Wasser etwa in Schrittgeschwindigkeit, also mit 3 bis 5 km pro Stunde. Auch über die Gefahren einer Wattwanderung , wie Nebel, Gewitter und natürlich die aufkommende Flut weist er hin.

Unter diesem Haufen ist ein Wattwurm in 10 bis 50 cm Tiefe zu finden. Nicht immer ist die Forke deshalb lang genug, um einen zu erwischen.

Beim zweiten Versuch klappt es. Wir erfahren, dass der Wattwurm wohl das faulste Tier ist. Er gräbt sich einmal ein Wohnloch und wartet in seinem Gang, dass etwas Nährstoffe hineinfallen. Auch die Fortpflanzung erfolgt sehr inaktiv und unromantisch. Das Männchen gibt sein Sperma einfach ins Wasser ab und hofft, dass es in die Wohnröhre eines Weibchens gelangt. That’s it. 

Wir erfahren auch noch viel über andere Tiere, die im Wattboden leben, wie verschiedene Schnecken und Muscheln und Krebse. 

Auf der Unterseite des Krebses ist das Geschlecht zu erkennen. Dies ist ein Männchen. Beim Weibchen ist der Hinterleib breiter und hat 3 Segmente. 

Wir überqueren einen Priel, wie dieser mäandernde Wasserlauf genannt wird, und erfahren dabei den Unterschied von Prell- und Gleithang. Bei letzterem versinkt man knietief oder mehr. Die Strömung in den Prielen ist nicht zu unterschätzen. 

Einige Beine sind danach auch entsprechend gezeichnet. 

Ansonsten ist das Watt barfuss recht angenehm zu begehen. Grösstenteils ist der Boden fest oder nur leicht weich. 

Nach mehr als 2 Stunden kommen wir wieder ans Ufer und sind froh, dass es hier eine Dusche für die Reinigung der Beine und Füsse gibt.

Es war ein tolles Erlebnis. Wir hatten auch enormes Wetterglück. 

Oma und Alina spielen später Triominos.

Alina rennt noch mehrmals zum Deich, um zu schauen wie der Wasserstand inzwischen ist.

Das Abendessen nehmen wir im Freien ein. Immer noch ist es sehr windig, aber es wird deutlich kühler.

Opa muss schnell den Blogbeitrag erstellen, denn die Damen wollen wieder Karten spielen.

Gefahren: 0 km

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