Archiv der Kategorie: Deutschland

63. Tag, Landwehr, SP am NOK – Kellinghusen

63. Tag, Samstag, 20. Juli 2019 

Morgens klönen (CH=schnorren) wir noch lange mit den Camper-Nachbarn. Zwei der drei Reisemobile werden als permanente fahrbare Behausung benützt, sind also richtige Wohnmobile. Aber ein Paar hat noch einen festen Wohnsitz, wie auch wir. 

Uns gefällt es am NOK. Ständig gibt es etwas zu schauen. 

Doch wir brauchen Brot und andere Einkäufe. Ausserdem wollen wir uns Wedel langsam nähern, um am Montag unsere Enkelin in Hamburg abholen zu können. 

Zuerst überqueren wir den Kanal mit der Fähre und sehen unseren Stellplatz aus einer anderen Perspektive.

Dann fahren wir auf Nebenstrassen durch den „Naturpark Westensee“. Durch eine wunderbare Wald- und Seenlandschaft. 

Teilweise steht das Getreide noch auf den riesigen Feldern

Teilweise wurde es aber auch schon geerntet. 

Später fahren wir durch den nicht minder schönen Naturpark Aukrug auf einen Stellplatz in Kellinghusen.

Hier geniessen wir zuerst das (noch) schöne Wetter im Freien. 

Dann kommt ein kräftiges Gewitter, das sich in Michaels Kopf schon den ganzen Tag angekündigt hat (Blick durch die Dachluke).

Zuerst Sturm, dann Blitz und Donner und starker Regen. Da sind wir froh, ein Dach über dem Kopf zu haben.

Nach 21 Uhr hört der Regen (kurz) auf. Es ist immer noch stark bewölkt und deshalb auch dunkler, als sonst um diese Zeit hier im Norden. Wir spazieren in den Ort und kommen an einer alten Villa vorbei.

Im Garten steht ein gekappter Baum mit einem Storchennest darauf. 

Zwei Jungstörche schauen aus dem Nest heraus. 

Ein Elternteil bewacht das Nest vom Dachgiebel aus. 

Als der andere Elternteil das Nest mit Futter anfliegt, macht sich der erste wieder auf die Futtersuche.

Wir kommen nicht sehr weit, da zwingt uns erneuter Regen wieder zum Mobi zurück. 

Gefahren: 60 km

62. Tag, Maasholm – Schinkel – Landwehr, SP am NOK

62. Tag, Freitag, 19. Juli 2019 

Wir verlassen Maasholm. In Kappeln ergänzen wir unseren Proviant-Vorrat.

Der Spaziergang durch den Ort fällt sehr kurz aus, da dunkle Wolken Regen ankündigen.

Das war gut so, denn schon bei der Fahrt über die Schleibrücke setzt der Regen ein. 

In der Eckernförder Bucht sehen wir im Vorbeifahren auf die Ostsee.

In Wulfshagen leitet uns unser Navi auf schmalen Strassen in ländliches Gebiet. 

Hier könnte eine Entenfamilie über den Weg laufen.

Wir kommen an grossen Gutshäusern vorbei . . .

 . . . und an gesunden alten Eichen . . .

Manchmal war die Strasse für uns recht schmal . . .

. . . und richtig eng wurde es, als ein landwirtschaftliches Fahrzeug entgegenkommt. 

Dann kommen wir nach Schinkel, womit Renate einige Kindheitserinnerungen verbindet. Sie war hier mit Familie nach der Flucht aus Mecklenburg von 1946 bis 1950 auf einem Bauernhof einquartiert. 

Später wurde dieser Hof nach einem Brand durch Blitzeinschlag vernichtet und aufgegeben.

Nur noch das alte Backhaus und ein Nebengebäude sind zu sehen. 

Trotzdem verbindet Renate viele Erinnerungen mit diesem Ort. 

In diesem Bach haben sie als Kinder gebadet. 

Wo uns jetzt Kühe beobachten, wurde Renate auf dem Schulweg von einem Ganter geplagt.

So ähnlich sah wohl auch damals schon der Schulweg aus.

Das alte Schulhaus steht noch und ist heute noch in Funktion. 

Die Einrichtung ist auch heute immer noch recht einfach.

In der Mühle liessen die Eltern Korn mahlen, sofern vorhanden.

Danach fahren wir zum Gut Rosenkranz, wo Renates Mutter bei der „alten Baronin“ Bücher ausleihen konnte. Etwas geistige Nahrung war in diesen schlechten Jahren von unschätzbarem Wert. 

Gut Rosenkranz hieß bis 1828 Gut Schinkel. Der damalige Besitzer Robert Weber (1798–1876) benannte es nach seiner Frau Axeline von Rosenkrantz, der er seinen Titel Freiherr von Rosenkranz verdankte. Durch Heirat gelangte das Gut in den Besitz der Familie von Münchhausen, die es bis heute führt. 1284 wurde an der Stelle des späteren Guts eine Wasserburg erwähnt, die 1791 durch das heutige Herrenhaus ersetzt wurde, das Ende des 19. Jahrhunderts zu einer geschlossenen Hofanlage mit einem Torhaus mit Säulenhalle erweitert wurde. Im Torhaus befinden sich zwei Glocken von 1531/41. Im Landschaftsgarten hinter dem Herrenhaus befinden sich Reste des alten Eiderkanals. Seit 1989 wird auf dem Gut ökologische Landwirtschaft betrieben.

Wir haben ein sehr interessantes Gespräch mit der Enkelin der Baronin und ihrem Mann.

Der Nordostseekanal ist hier so nah, dass wir die grossen Schiffe sehen können. Das Schinkel so nahe am NOK liegt, war Renate nicht bewusst.

Nun brauchen wir einen Stellplatz zum Übernachten. Der erste Platz, eine ehemalige Fährstelle in Lindau am NOK, ist wegen Strassenarbeiten gesperrt. 

Beim zweiten Versuch, in Landwehr an der Fähre über den NOK, haben wir dann mehr Glück.

Wieder haben wir einen tollen Ausblick auf die vorbei fahrenden grossen Pötte.

Es ist wieder sonnig und warm, sodass wir den Abend noch im Freien verbringen können.

Drei Niederländer stehen auch schon hier. Da kommen wir natürlich schnell ins Gespräch. 

Zwei der Nachbarn haben Drohnen dabei. Das interessiert Michael natürlich. Vor einem Jahr war das bei uns auch ein Thema. 

Es ist schon toll, was diese kleinen Fluggeräte für Perspektiven ermöglichen und tolle Aufnahmen machen. 

Vom Ufer sehen wir das so.

Gefahren: 90 km

61. Tag, Maasholm

61. Tag, Donnerstag, 18. Juli 2019 

Der Tag beginnt sonnig. Erst gegen Abend ziehen Wolken auf und es sieht nach Regen aus, der dann aber doch ausbleibt.

Der Stellplatz hier hat Waschmaschinen und Tumbler und so nützt Renate diese Gelegenheit aus.

Am Nachmittag unternehmen wir zuerst einen Spaziergang auf dem Deich. 

Später spazieren wir durch Maasholm und bewundern die vielen hübschen kleinen Häuschen. 

Wir schauen auch wieder einmal in die winzige Petrikirche, die auch als Gemeindesaal genutzt wird. 

Maasholm besitzt immer noch einen bedeutenden Fischereihafen. 

Es legt ein Pseudo-Raddampfer mit Touristen an.

Am Abend kommen Waltraud und Dieter zu Besuch und wir verbringen einen fröhlichen Abend zusammen.

Dieses Foto haben uns die beiden von ihrem Heimweg geschickt. Ein würdiger Abschluss eines schönen Abends unter Freunden.

Gefahren: 0 km

60. Tag, Schleswig – Kappeln – Maasholm

60. Tag, Mittwoch, 17. Juli 2019 

Morgens war es noch lange bedeckt, doch dann wurde es noch sonnig. Wir machen einige Einkäufe bevor Renate ihren Friseurtermin hat. 

Michael spaziert in dieser Zeit noch etwas durch die schönen Gassen von Holm.

„Frisch poliert“ kommt Renate aus dem Salon. 

Nach unserem Mittagessen auf der „grossen Freiheit“ fahren wir weiter nach Kappeln.

Die Landschaft ist hier wieder hügeliger und am Wegrand stehen viele schöne Häuser.

In Kappeln tummeln sich viele Touristen.

Möven warten, das etwas Essbares für sie abfällt. 

Unsere Fahrt geht weiter nach Maasholm, wo unsere Freunde Waltraud und Dieter ihren Heimathafen haben.

Auch hier ist der Stellplatz schon gut belegt, aber es gibt noch einen Platz für uns. 

Unsere Freunde holen uns im Mobi ab.

Wir gehen zusammen in die Seglerbörse zum Abendessen. Die Matjes waren sehr lecker. 

Auch Maasholm hat hübsche Strassen.

Den Absacker gibt es dann bei Waltraud und Dieter auf deren Segelyacht FREEDOM. 

Sie liegen im exklusiven Werfthafen. 

Als Supplement wird uns noch ein toller Sonnenuntergang geboten. Die interessanten Gespräche müssen enden, weil Michael noch den heutigen Blogbeitrag zu schreiben hat. 

Gefahren: 60 km

59. Tag, Schleswig, Stellplatz „Auf der Freiheit“

59. Tag, Dienstag, 16. Juli 2019 

Heute hat unser Schwiegersohn Klaus Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch!

Morgens sah es zuerst danach aus, als würde es wieder ein ähnlich trüber Tag, wie die letzten.

Aber bald schon lockerte sich die Bewölkung und es wurde immer sonniger. 

Wir fuhren mit den Rädern nach Schleswig und schlenderten durch Holm, dem reizenden kleinen ehemaligen Fischerquartier. Dann Richtung Dom, der wird gerade innen und aussen renoviert.

Aber der berühmte Brüggemann-Altar war zugänglich. In der Fussgängerzone landeten wir später in einem Café bei Kuchen und Kaffee. 

Schleswig hat in jeder Hinsicht viel zu bieten.

Wir geniessen wieder einmal einen sonnigen Tag

Gegen Abend kommen Vreni und Jögge zu uns zum Essen. 

Den Apéro können wir sogar bei Sonne im Freien zu uns nehmen, wobei der Wind die Beilagen vom Tisch wehte, je weniger es wurden. 

Es gab Spaghetti, Salat und Rotwein. Vreni und Jögge brachten dazu eine selbstgemachte Sauce mit. 

Anschliessend spielten wir noch Karten und hatten es wieder lustig miteinander. 

Nach Kaffee mit Seitenwagen und Kuchen machte sich unser Besuch mit den Fahrrädern auf den Heimweg zum Hafen.

Gefahren: 0 Km 

58. Tag, Bad Segeberg – Schleswig, Stellplatz auf der Freiheit

58. Tag, Montag, 15. Juli 2019 

Unsere Enkelin Alina hat heute Geburtstag.

HERZLICHEN  GLÜCKWUNSCH!!

Renate hat gestern noch einen Tipp bekommen, dass es am Ihlsee – hier ganz in der Nähe – so schön sein soll. 

Nach einigen Einkäufen ist das unser erstes Ziel. 

Der See liegt in einer Senke und hat keinen Zufluss. Gespeist wird er nur durch Grundwasser, sowie einfließendes Oberflächenwasser. 

Es ist wirklich schön hier. Bei Sonne wäre es noch viel schöner.

Viel alter Baumbestand und wunderbare Anwesen direkt am See.

Da braucht man schon eine abschreckende Waffe gegen böse Buben. 

Unser nächstes Ziel ist Schleswig an der Schlei, wo unsere Freunde aus Basel inzwischen im Hafen liegen. 

Die Landschaft unterwegs ist wieder wunderschön.

Allerdings ist die Strasse B205 teilweise unter aller Sau. Wir fahren mit 2 Rädern auf dem Pannenstreifen, damit unsere Blomben nicht aus den Zähnen fallen. 

Dann überqueren wir den Nordostsee-Kanal und sind bald schon in Schleswig. 

Leider ist der Stellplatz am Hafen, wo unsere Freunde liegen, schon belegt.

Wir finden aber etwas ausserhalb „auf der Freiheit“ einen wunderbaren Platz direkt an der Schlei und fahren dann mit den Fahrrädern zurück zum Hafen.

Bei Vreni und Jögge gibt es einen Willkommens-Apéro. Dann suchen wir ein Lokal zum Abendessen.

Der erste Versuch im Holm, der historischen Fischersiedlung von Schleswig, scheitert leider – alles schon in zwei Schichten besetzt.

Montags sind hier viele Lokale geschlossen. Doch der „Kreisbahnhof Gleis 9“, den Michael dank Segelfreund Dieter von früher kennt, hat geöffnet.

Wir werden hier bestens verköstigt und haben wieder einmal einen unterhaltsamen Abend zusammen. Jögge und Michael geniessen „Linie“ im Doppel. Der Schlummertrunk an Bord bei Vreni und Jögge muss allerdings entfallen, weil dieser Blogbeitrag noch entstehen soll. Ausserdem wollen wir noch sicher mit dem Velo (Fahrrad) den Weg zu unserem Stellplatz finden. 

Ja, manchmal muss man eben Opfer erbringen. 

Gefahren: 110 km

57. Tag, Stellplatz Bad Segeberg

57. Tag, Sonntag, 14. Juli 2019 

Morgens nieselte es noch eine Zeit lang. So hatten wir Zeit für einige Mails und Telefongespräche.

Um 11 Uhr machten wir uns auf den Weg zum „Noctalis“, um die Welt der Fledermäuse und der Segeberger Höhle kennenzulernen.

Wir waren noch nicht lange im Museum, da beginnt die Fütterung von „Foxy“, einem zahmen Riesenflughund, der ein Weibchen ist.

Sie entstammt aus dem Berliner Zoo, wo sie von ihrer Mutter nicht angenommen worden war.

Inzwischen ist sie 14 Jahre alt und könnte gut auch 25 werden. Sie wird mit Früchten gefüttert, die sie mit grossem Appetit verschlingt. 

Danach beginnt auch schon die nächste Führung durch die Kalkberghöhle.

Es ist dies eine Naturhöhle, die durch Auswaschung des Kalkgesteines bei der letzten Gletscherschmelze vor etwa 20’000 Jahren entstand. In der kalten Jahreszeit kommen etwa 30’000 Fledermäuse (7-8 Arten) zu ihrem Winterschlaf aus einem Umkreis von bis zu 100 km in diese Höhle. Während dieser Zeit ist die Höhle natürlich für Besucher geschlossen. Die konstanten 10° Höhlentemperatur sowie die hohe Luftfeuchte sind für diese Tiere ideal. Durch Infrarot-Lichtschranken bei den Einflugöffnungen werden die Tiere beim Ein- und Ausflug gezählt. 

Der Zugang zu diesem Höhlensystem wurde vor etwa 100 Jahren von hier (verbotenerweise) spielenden Kindern entdeckt.

Danach wurde das über 2 km lange Höhlensystem wissenschaftlich erforscht. 

Der Kalkberg wurde bis ins Jahr 1931 für den Gipsabbau zu grossen Teilen abgetragen. 

Wir „erklimmen“ den heutigen kümmerlichen Gipfel und haben doch noch einen guten Blick in die Umgebung. 

Im alten Steinbruch finden heutzutage die beliebten Karl-May-Festspiele statt. 

Wir sind jetzt schon müde, aber der eigentliche Besuch des „Noctalis“ liegt erst noch vor uns.

Wir sehen zuerst einige Filme, dann auf 4 Etagen viel Wissenswertes und als Highlight eine Folière mit Fledermäusen. Weil man sich in den meisten Räumen im Dunkeln bewegt, hat jeder Besucher leihweise eine Taschenlampe bekommen.

Nach 5 Stunden sind wir geschafft und geben auf. Für uns waren es fast zu viele Details. Zweifellos alles sehr interessant und lehrreich, aber für uns Alte „too much“.

Ein verdientes Nickerchen im Mobi half uns wieder auf die Beine. So hatte der Autor wieder Kraft und Muße, den heutigen Blogbeitrag zu schreiben. 

Gefahren: 0 km

56. Tag, Stellplatz Eekholt, Großenaspe – Bad Segeberg

56. Tag, Samstag, 13. Juli 2019 

Gestern gegen Mitternacht ergoss sich wolkenbruchartiger Regen über uns. Die längste Zeit trommelte es dermassen auf unser Dach, dass eine Unterhaltung nicht mehr möglich war. 

Morgens war es wieder trocken. Der sandige Boden nimmt die Feuchtigkeit hier so gut auf, sodass wir problemlos auf der Wiese wegfahren können. 

Wir verabschieden uns noch von den netten Nachbarn Katrin und Ralf, die zwar noch im erwerbsfähigen Alter sind, sich aber eine längere Auszeit gönnen. 

Die Landschaft hier kommt uns besonders üppig und grün vor. 

Unser Ziel für heute ist Bad Segeberg. Dort versorgen wir uns zuerst wieder mit Proviant und fahren dann auf den Stellplatz im Ort. Dieser liegt sehr zentral, hat Ver- und Entsorgungsmöglichkeit und auch Strom.

Entsprechend beliebt ist so ein Platz und wir können wirklich froh sein, dass wir um die Mittagszeit noch den vorletzten Stellplatz bekommen. 

Es ist schwülwarm und wir erwarten noch ein Gewitter. Trotzdem wagen wir einen Stadtspaziergang.

Die wenigen Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind bald gesehen. Die Marienkirche, das klassizistische, alte Rathaus, der kleine See, entstanden durch eine abgesoffene Salzhöhle und der Marktplatz, das älteste Haus von 1541, heute ein Museum, sowie der alte Getreidespeicher, heute die Volkshochschule. Zwischendurch scheint immer mal wieder kurz die Sonne.

Die Fussgängerzone ist mit viel Grün und Blumen verschönert worden. Das alles ist ganz genial mobil auf Paletten errichtet oder auch sehr originell in einem, zum Blumentrog umfunktionierten, Auto. 

Neu für uns ist der Begriff „Vorschuss Verein“, als Vorläufer dieser Bank. 

Bad Segeberg ist bekannt wegen seiner Karl-May-Festspiele, was an jeder Ecke ersichtlich ist. Jahr für Jahr kommen mehr Besucher. Im letzten Jahr waren es knapp 400’000. Seit 1952 kamen 12 Millionen Besucher zu den Aufführungen ins Freilichttheater am Kalkberg. Uns ist das Wetter dafür jedoch zu unsicher. 

Wir sitzen noch in einem Lokal, als sich das Gewitter ankündigt. Es reicht uns gerade eben noch – die ersten Tropfen fallen schon – in unseren rettenden Mobi zu flüchten.

Danach schüttet es wie aus Kübeln. In kürzester Zeit stehen weite Teile des Platzes unter Wasser. Nach einem abrupten Regenstopp gab es nochmals ein kurzes „da capo con repetitione“ und dann war der Spuk endgültig vorbei. 5 Minuten später sassen die ersten Camper schon wieder in der Sonne. 

Den Besuch der Kalkberghöhle heben wir uns für morgen auf. 

Gefahren: 30 km 

55. Tag, Stellplatz beim Wildpark Eekholt, Großenaspe

55. Tag, Freitag, 12. Juli 2019 

Der nächtliche Regen hat heute bis gegen Mittag angehalten. 

Danach scheint die Sonne einige Zeit sehr intensiv, sodass Dampf aus den Wiesen und Feldern aufsteigt. Nachmittags verzieht sich die Sonne wieder, aber es bleibt schwül und feucht. 

Wir haben beide spannende Lektüre und Langeweile kommt bei uns sowieso nie auf. 

Erst spät am Nachmittag raffen wir uns zu einem Spaziergang auf.

Wir sind hier von viel dichtem Wald und weitem, naturbelassenem Brachland umgeben, durch das sich auch das kleine Flüsschen Osterau schlängelt. In der Weite hören wir Wildschweine. Die sind im Gehege des Wildparks jedoch sicher in ihrem Gehege eingesperrt. 

Ansonsten geniessen wir hier einfach nur die Ruhe. 

Gefahren: 0 km

54. Tag, Stellplatz beim Wildpark Eekholt, Großenaspe

54. Tag, Donnerstag, 11. Juli 2019 

Heute ist der Himmel den ganzen Tag bedeckt. Für uns ideal für den Besuch des Wildparks Eekholt.

Dieser wurde von Dr. h.c.Hans-Heinrich Hatlapa und seiner Frau gegründet und umfasst nach mehreren Erweiterungen heute eine Fläche von 67 Hektaren Wald, Wasser, Moor und Auenlandschaft. Etwa 100 heimische Tierarten kann man in ihren Lebensräumen beobachten. 

Wir wählen den grossen Rundgang, der mit 2,5 Stunden „verkauft“ wird. Bei uns werden daraus jedoch fast 4 Stunden, denn wir wollen die Tiere ja nicht nur sehen, sondern auch etwas beobachten. Es liegt wohl am trüben Wetter, dass heute weniger Besucher kommen. So sind wir bei den meisten Gehegen ganz ungestört bei den Tieren.

Die meisten Tiere sind bei diesem Wetter wohl auch aktiver als bei zu grosser Hitze (so wie wir auch). Die ganze grosszüge Anlage des Wildparks Eekholt, auch mit dem alten Baumbestand, hat uns sehr gefallen.

Beim Ausgang begegnen wir noch dem Falkner mit seinem prächtigen Tier.

14 Jahre alt ist dieser Falke schon und er ist gar nicht mehr schreckhaft. 

Den Rest des Tages verbringen wir hauptsächlich lesend, unterbrochen nur durch ein kurzes Nickerchen. Hier in dieser Ruhe könnte man Tage verbringen. Erst abends setzt wieder Regen ein. 

Die WLAN-Verbindung lief gestern via Satellit gar nicht so schlecht. Da war auch klarer Himmel. Heute geht gar nix, vermutlich durch die Bewölkung bedingt. Oder die Datenleitung ist überlastet, weil viele andere auch darüber arbeiten. Da wir hier auch kein Mobilfunknetz haben – das gibt es in Deutschland offenbar noch oft -, wird dieser Blogbeitrag später einmal ins Netz gestellt. 

Gefahren: 0 km 

PS: Mein Flehen wurde doch noch erhört. Ganz plötzlich und unerwartet wurden meine Daten, wie von Geisterhand, doch heute noch übertragen. Gaaanz langsam zwar, aber immerhin!

Nur der Abgeklärtheit meines Alters ist zu verdanken, dass ich dieses Phänomen ganz ohne Wut und Groll nicht weiter hinterfrage, sondern nur erfreut zur Kenntnis nehme, dass es funktioniert hat.