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20. Tag, Samstag, Chalon-sur-Saône – Stellplatz Lac de Tailleres, La Brevine

20. Tag, Samstag, 20. April 2019 

Es war, in Anbetracht der Zentrumsnähe, angenehm ruhig, sodass wir gut schlafen konnten.

Kaum waren wir heute Morgen wach, da ertönten Lautsprecher-Durchsagen.

Es fand auf dem grossen Platz neben uns ein Wettkampf diverser Boule-Mannschaften statt. Da mussten wir natürlich noch ein wenig zuschauen. Mit welcher Begeisterung da gekämpft wurde! Es waren wahre Meister dabei. 

Unsere Weiterfahrt führt uns nochmals über die Saone und später nach Champagnole und Pontarlier nach La Brevine im Neuenburger Jura.

Unterwegs sehen wir viele grosse Rapsfelder, die heute in der Sonne besonders intensiv leuchten . . .

. . . und immer wieder schöne Blüten an den Gebäuden, wie hier diese Glyzinien.

Wir fanden auch wieder einen schönen Rastplatz für die Mittagspause.

In Arlay am Flüsschen „La Seille“ halten wir bei schönen alten Giebelhäusern mit Zahngiebeln aus dem 13. Jahrhundert.

Arlay liegt im Herzen der Weinberge des Jura, die seit der gallischen Zeit bekannt sind. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Rebe unter dem Einfluss der Familie Chalon-Arlay. Bis 1880 war der Weinbau eine der wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten, bevor er aufgrund der Reblaus zurückging . . . . . 

Die Passage durch die kleinen Ortschaften ist oft sehr eng.

Für eine Nachmittagsruhe fanden wir auch wieder ein gutes Plätzchen.

Zwischendurch ziehen Wolken auf, aber auch bald wieder vorbei. 

Da wir als Stellplatz La Brevine eingegeben haben, führt uns unser Navi durch wilde und enge Strassen im Jura.

Das ist der „grüne“ Grenzübergang von Frankreich in die Schweiz.

La Brevin liegt auf 1050 m.ü.M. Der Ort gilt als „Sibirien der Schweiz“. Mehr Details

Es werden hier im Winter schon mal um die minus 40° C gemessen.

Camper dürfen hier auf einem grossen Parkplatz mit Blick auf den „Lac des Taillères“ kostenlos stehen. Es gibt sogar öffentliche Toiletten, Frischwasser und eine Entsorgungsmöglichkeit. Auch zwei Steckdosen, für Leute die Strom brauchen, können kostenlos verwendet werden. So etwas ist in der Schweiz sehr selten. Natürlich ist der Asphaltuntergrund nicht sehr idyllisch, dafür aber die Aussicht in die Juralandschaft umso schöner. Inbegriffen ist heute auch der Blick auf die Schneereste auf dem Parkplatz. In Frankreich gab es auf den letzten Kilometern keine bessere Alternative.


Es war auch abends noch so warm, dass wir bis zum Sonnenuntergang im Freien sitzen und Essen konnten (dabei hatten wir heute mit Regen gerechnet). 

Nun folgt auf dieser Tour die letzte Nacht im Mobi, denn morgen werden wir nach Hause kommen.

Gefahren: 170 km

19. Tag, Karfreitag, Aire Naturelle et le Bassin in Artaix – Chalon-sur-Saône

19. Tag, Karfreitag, 19. April 2019 

Wir lösen uns nur ungern von diesem schön gelegenen und ruhigen Stellplatz und fahren weiter in Richtung Norden. 

Die Loire-Ebene ist hier weit und flach und die Strasse führt schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen, durch die Landschaft.

Nach Digoin kommen wir auf die autobahnähnliche Nationalstrasse, die uns nordöstlich rasch bis nach Chalon-sur-Saône führt. Von Feiertag ist hier keine Spur. Die Geschäfte sind geöffnet, die Lastwagen fahren wie werktags. Unterwegs machten wir einen Einkauf bei LECLERCund dort auch gleich unsere Mittagspause. 

Chalon-sur-Saône liegt in derRegion Bourgogne-Franche-Comté.

Auf der Fahrt über die Brücke der Saône bekommen wir einen ersten Eindruck. Wir steuern den Stellplatz „Municipale“ in der Nähe der Altstadt an. Dafür, dass wir hier so zentral stehen, ist es verhältnismässig ruhig.

Wir spazieren durch den angrenzenden Stadtpark und sind schon 10 Minuten später in der Altstadt mit seinen hübschen Gassen, alten Gebäuden und belebten Plätzen. 

Bilder von unserem Stadtrundgang.

Bilder vom Stadtpark

Als wir zurück kommen, spielen alte einheimische Männer immer noch sehr engagiert Boule hinter unserem Mobi. 

Gefahren: 120 km

18. Tag, Donnerstag, Aire Naturelle et le Bassin in Artaix

18. Tag, Donnerstag, 18. April 2019 

Nachts um 2 Uhr war das Mondlicht so hell, dass man die Umgebung deutlich erkennen konnte. Dies war Renate Anlass genug, um Michael für dieses Foto zu wecken. In Natura war es allerdings viel spektakulärer. 

Es wurde wieder ein schöner sonniger Tag und den wollen wir auf diesem wunderbaren Platz ganz in Ruhe verbringen. 

Wir sassen gemütlich mit Sonja und Herbert, den Nachbar-Campern aus Bayern, zusammen und hatten uns viel zu erzählen.

Renate war froh in ihrem fesselnden Buch lesen zu können.

Sogar Michael kommt wieder dazu in seinem Buch weiterzulesen.

Später fährt Michael mit dem Fahrrad auf eine weitere Erkundungstour, diesmal in Richtung Artaix. 

Der Kanal wird mit einem Aquadukt über ein kleines Tal und einen Bach geführt.

Ein Stück weiter geht diese Strassen-Unterführung unter dem Kanal hindurch, auf dem die Boot fahren.

Ein kleiner alter Wegweiser „Port“ macht Michael neugierig. Der Weg führt an die Loire. Allerdings ist von einem Hafen nichts mehr zu sehen. 

Ein Tableau mit alten Fotos erinnert daran, dass hier ehemals ein Fährbetrieb war. 

So vergeht dieser Tag sehr ruhig und erholsam. 

Gefahren: 0 km 

17. Tag, Mittwoch, St-Marcel d’Urfe – Aire Naturelle et le Bassin in Artaix

17. Tag, Mittwoch, 17. April 2019 

Gestern Abend hatten wir nach dem Regentag noch einen vielversprechenden Sonnenuntergang.

Die Nacht war mit nur 4° Aussentemperatur ganz schön frisch.

Das Versprechen wurde erfüllt. Die Sonne schien schon frühmorgens und so blieb es heute den ganzen Tag. 

Renate entdeckte im Teich vor unserer Tür putzige, kleine Wasser- oder Bisamratten. 

Wir setzen unsere Fahrt fort. Wieder über kleine Strassen und durch eine wunderschöne Landschaft. 

Besonders das junge Grün der Bäume hat es uns angetan. 

Viele saftige Wiesen mit Kuhherden in allen Farben und Rassen, braune, weisse, sogar Holstein-Rinder und Schottische Hochlandrinder. Die kleinen Orte waren durchwegs gepflegt und wirkten keinesfalls ärmlich. 

Unser heutiges Ziel liegt im Tal der Loire bei Artaix an einem Bassin des „Canal de Roanne à Digoin“. 

Es gefällt uns gut. Die Wasserleitungen sind zwar noch abgestellt, aber da unser Frischwassertank fast voll ist, kümmert uns dies wenig.

Vor uns liegt das Kanalboot eines Ehepaars aus Australien, mit denen wir uns angeregt unterhalten. Was für eine Geschichte: sie lebten 30 Jahre lang in Australien auf einem 17-Meter Segelboot. Seit 2010 leben sie nun in Frankreich auf einem 17 Meter Kanalboot.

Ein Franzose steht mit seinem Campingcar noch hier, sowie Herbert, ein Camper aus Bayern. Später kommt noch seine Bekannte mit ihrem Camper dazu. Die beiden sind auf der Heimreise nach einer langen Zeit in Portugal. 

Es wurde heute wieder so warm, dass wir im Sommer-Tenue im Freien verbringen konnten.

Michael fuhr mit dem Fahrrad 7 Kilometer am Kanal entlang bis Chambilly, der nächsten Ortschaft. 

Die Loire ist hier an ihrem Oberlauf noch recht schmächtig. 

Am fast parallel verlaufenden Kanal trifft Michael bei einer der vielen Schleusen noch einmal auf das Ehepaar aus Australien, das wir bei unserem Stellplatz kennengelernt haben.  

Auch einige Charterboote kommen den Kanal entlang. Ihre Fahrerei in Schlangenlinien, durch das ewige Übersteuern, lassen darauf schliessen, dass sie noch nicht so lange fahren. 

Hier an diesem „überfenderten“ Panzer hätte unser Freund Frank W. aus Hamburg seine helle Freude. 

Was war das heute für ein herrlicher Tag. Wenn das Wetter bleibt, werden auch wir bleiben.

Gefahren: 80 km 

16. Tag, Dienstag, Ambert – Thiers – St-Marcel d’Urfe

16. Tag, Dienstag, 16. April 2019 

Über Nacht hat es geregnet und auch morgens noch. Wir überlegten, ob wir einen faulen Tag mit Lesen und Schreiben machen wollen oder doch weiterfahren sollen.

Wir fuhren weiter. Noch lange war es nass, aber mittags liess der Regen nach. In Thiers waren wir nur Einkaufen. Die Stadt macht auf uns einen tristen Eindruck. Schon innerhalb Thiers und auch danach führt unser Weg wieder steil bergauf. 

Nach der Passhöhe geht es noch steiler wieder hinunter auf etwa 500 m.ü.M. 

Bei diesem Gefälle sind wir froh, dass wir das Automatikgetriebe auch von Hand schalten können, um mit dem Motor zu bremsen. 

Die Landschaft ist eigentümlich hügelig.

Die Kühe schauen, als hätten sie noch nie ein Reisemobil gesehen.

Mitten in der Einsamkeit steht das „Schloss Contenson“ der Familie Baron Bernou de Rochetaillée, welche offenbar die Mittel hat, dies in sehr gutem Zustand zu erhalten. 

Wir haben uns heute einen, gemäss dem Stellplatzführer, besonders schönen Stellplatz ausgesucht. Die Lage und Ruhe entspricht auch der Bewertung, allerdings scheint der Stellplatz inzwischen offiziell nicht mehr in Betrieb zu sein.

Das Hinweisschild an der Einfahrt ist verklebt und auch die Entsorgungsstation ist ausser Betrieb.

Da wir jedoch heute weder Wasser noch sonst etwas brauchen, bleiben wir hier für eine Nacht stehen. Später kommt auch noch ein Franzose, der auch bleibt. 

Wir spazieren noch ins Dörfchen und ein wenig drum herum. Da es immer wieder nach Regen aussieht, getrauen wir uns nicht weit weg.

Viel ist auch nicht zu sehen. Aber die Landschaft ist sehr schön und auch die Ruhe gefällt uns. 

Im Restaurant nebenan soll man gemäss den Bewertungen gut essen können, was wir auch vorhatten. Leider ist dort aber auch geschlossen und so gibt es etwas aus Renates Bordküche, – sicher auch nicht schlecht!

Gefahren: 90 km

15. Tag, Montag, Banne – Le Puy-en-Velay – Ambert

15. Tag, Montag, 15. April 2019 

Wir genossen noch einmal diese wunderschöne Aussicht und fuhren in nördlicher Richtung weiter. 

Die „grünen“ Strassen führten uns über mehrere Pässe des Nationalparks „Monts d’Ardèche“ und über die Höhen der „Haute-Loire“ und der „Auvergne“. So schmale Strassen, so viele Pässe und diese Höhen hatten wir nicht erwartet. Der höchste war der „Col du Pendu“ mit 1435 m.ü.M. Zum Glück war sehr wenig Verkehr, denn das Kreuzen mit dem Gegenverkehr wäre hier fast unmöglich. Seitlich der Strasse in Schattenlagen lag auch noch Schnee. Später kommen wir auf die Strasse N102. Auch die verläuft noch lange auf einer Hochebene von 1200 m.ü.M. 

All die Eindrücke fassen wir in einer Diashow zusammen.

Die Adresse einer Gas-Tankstelle führte uns nach Le Puy-en-Velay.

Hier stehen Basaltkuppen ehemaliger Vulkanschlote in der Landschaft. Auf einem steht weit sichtbar eine Kirche, auf dem anderen eine 16 Meter hohe Statue. 

Wir landen auf einem guten Stellplatz in Ambert. 

Uns gegenüber liegt der Bahnhof einer Museumsbahn, die auch noch Fahrten anbietet. 

Gefahren: 190 km 

14. Tag, Sonntag, Malemort-du-Comtat – Orange – Barjac – Banne

14. Tag, Sonntag, 14. April 2019 

Was für eine besch . . . ne Nacht. Das Ralleyfahrer-Geröhre endete zwar nach 22 Uhr, aber das orientalische Festmusik-Gedudel ging bis 3 Uhr morgens. Danach gab es noch die lauten Abschiedszeremonien auf dem Parkplatz. Aber auch das muss man einmal erlebt haben. Wir sind ja Gäste hier. 

Ansonsten würde man hier auf diesem Platz aber sehr gut stehen. 

Michael schaut heute nach dem Frühstück noch die letzten Runden des F1-Rennens von Shanghai im Fernseher an.

Renate schaut hingegen lieber live die Ralley-Autos, die seit heute Morgen um 8 Uhr ohne Schalldämpfer durch den Ort donnern. Leider konnten wir nicht herausfinden was deren Aufgabe war. Um Tempo ging es wohl nicht, obwohl die Geräusche das vermittelten. In der Schweiz bekäme man für so einen Anlass in einer Ortschaft ganz sicher keine Genehmigung. 

Wir fahren heute eine Etappe in westliche Richtung.

In Carpentras sehen wir bei der Durchfahrt einen riesigen Flohmarkt.

Die Natur ist hier im Rhonetal deutlich weiter. Wir sehen mehr Blüten. Auch die Bäume haben mehr Grün.

In Orange fahren wir auf den Stadtgründungsbogen zu. Er strahlt förmlich in der Sonne. 

Gleich daneben ist ein schöner Parkplatz, auf dem wir (und einige andere Camper auch) eine Mittagsrast machen. 

In Pont-St-Esprit überqueren wir die Rhone.

In Barjac, einem kleinen Ort in der Region Okzitanien, sehen wir ein mächtiges Schloss, das uns zu einem kurzen Halt verleitet. Das Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde immer wieder umgebaut. Ende Juli findet hier das Festival „Chansons et paroles“ (Lieder und Worte) statt. 

Wir kommen in die karge Landschaft der Cevennen. Umso mehr fällt der leuchtend blühende Ginster auf.

Unser Ziel ist der Stellplatz in Banne, einer Gemeinde im Departement Ardèche, mit nur etwa 700 Einwohnern. 

Die Strassen dorthin werden immer schmaler und auf den letzten Metern im Ort müssen wir uns durch eine sehr enge Passage mogeln. 

Die Lage entspricht der Beschreibung der Stellplatz-App. Einfach toll. 

Die Gemeinde stellt hier einen Platz hinter der Kirche zur Verfügung, von wo wir eine wunderbare Sicht in die Umgebung, sowie hinüber zum anderen Ortsteil und zur alten Festung haben. 

Nachdem wir uns installiert haben, spazieren wir dort hinüber. Die Festung und das ehemals stattliche Schloss aus dem 12. Jahrhundert sind nur noch Ruinen. 

Von der Terrasse haben wir einen weiten Blick in die Umgebung, wie auch zum Wald „de Païolive“. Die alten Pferdeställe mit Platz für 35 Tiere sind wieder intakt gestellt worden und geben einen Eindruck dieser einst mächtigen Anlage. 

Bei einem Maulbeerbaum erklärt uns ein französisches Paar, dass diese Bäume hier in der Region sehr häufig sind. Sie dienten als Futter für die Seidenraupen, die man für die hier einst verbreitete Seidenproduktion benötigte. 

Gefahren: 120 km

13. Tag, Samstag, Fontaine-de-Vaucluse – Roussillon – Malemort-du-Comtat

13. Tag, Samstag, 13. April 2019 

Wir wollten früh aufbrechen zu den Ockerfelsen bei Roussillon. Aber das dachten andere Camper wohl auch, denn an der Entsorgungsstation gab es einen Stau (nicht gerade 2 Stunden, so wie heute am Gotthardtunnel). 

Doch das sind auch immer schöne Gelegenheiten für ein Schwätzchen mit Gleichgesinnten. 

Ein letzter Blick auf die Felsen in der Morgensonne und endlich kann die Fahrt über schmale Wege nach Roussillon starten. 

Roussillon liegt im Naturpark Luberon. Der Ort liegt wunderschön auf einer Anhöhe. Die Kleinstadt mit etwa 1300 Einwohnern ist bekannt wegen seiner ockerhaltigen roten Erde. Bis 1930 wurde der Ockerabbau noch betrieben. Heute zieht der Ockerpfad viele Touristen an, so auch uns. 

Samuel Becket versteckte sich hier von 1942 bis 1945 und setzte der Stadt mit seinem Theaterstück „Warten auf Godot“ ein Denkmal. 

Bei schönstem Wetter liefen wir den wunderbar angelegten Rundweg ab. Im Sonnenlicht erscheinen die Farben heute besonders kräftig und eindrücklich. Nach etwa einer Stunde und müden Beinen nach diesem Auf-und-Ab-Parcour kommen wir mit schönen Eindrücken (und vielen Fotos) zurück. 

Roussillon hat noch mehr schöne Ecken, aber wir sind zu müde für einen noch längeren Rundgang.

Im Mobi erholen wir uns auf dem sehr schön angelegten Reisemobilparkplatz. Leider gibt es auf diesem Platz keine Entsorgungsstation.

Renate hat hier dieses wunderbare Motiv (Baumrinde) entdeckt.  

Also fahren wir weiter durch den Naturpark Luberon nach Malemort-du-Comtat. Die Strassen sind sehr schmal und holprig. Renate hätte beim Kreuzen mit anderen Fahrzeugen oft am liebsten eine Augenbinde getragen. Dagegen sprach jedoch, dass sie die wilde Natur unbedingt sehen wollte. Es begegnen uns viele Sportwagen, die hier anscheinend eine Rallye veranstalten. 

Der Stellplatz in Malemort-du-Comtat ist kein Schmuckstück, aber er bietet Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. 

Auf unserem Gang durch den Ort entdecken wir keine nennenswerten Highlights. 

Interessant finden wir, dass diese und weitere ausgehöhlte Platanen immer noch leben.

Die Ralleyfahrer scheinen auch nachtaktiv zu sein. Sie brausen mit röhrendem Sound nach 22 Uhr immer noch mitten durch den Ort. Das kann ja eine heitere Nacht werden. 

Dafür hören wir auf dem anderen Ohr nordafrikanische Hintergrundmusik einer muslimischen Festgesellschaft von der nahen Festhalle. 

Gefahren: 60 km

12. Tag, Freitag, Les Baux-de-Provence – Fontaine-de-Vaucluse

12. Tag, Freitag, 12. April 2019 

Über Nacht waren wir der einzige Camper auf diesem Parkplatz. Morgens füllte sich der Platz wieder schnell und als wir wegfuhren, wartete schon einer, um die Lücke zu schliessen. 

Wir fuhren nördlich über eine kleine Passstrasse der „Alpilles“ Berge. Immer noch wehte der Mistral stark und es war recht frisch.

Trotzdem unternahmen wir auf der Passhöhe einen Spaziergang, um die schöne Natur und die Felsenlandschaft zu erleben. 

Bergab kamen uns schon Radfahrer entgegen. Die Franzosen sind besonders radsportverrückt. 

Unterwegs fahren wir wieder durch kilometerlange Platanenalleen.

An einem der vielen Kreisel wird die Landwirtschaft gewürdigt.

Obwohl wir erst ein anderes Ziel hatten, landen wir in Fontaine-de-Vaucluse. Hier wollen wir die Quelle der „La Sorgue“ anschauen. Die Quelle der Sorgue wird von einem unterirdischen Netz von Flüssen gespeist. Die Quelle in Fontaine-de-Vaucluse ist der einzige Ausfluss eines unterirdischen Beckens von 1’240 km2 Fläche, das das Wasser aus dem versickerten Regen und der Schneeschmelze des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure aufnimmt. Gemessen an ihrer Wassermenge ist die Quelle die fünftgrösste Quelle der Welt (so steht es jedenfalls in der Touristeninfo).

Als erstes laufen wir einen schönen Weg etwa 20 Minuten zur Quelle.

Am Ende des Tales sehen wir ein grosses schwarzes Loch im Felsen, aber Wasser kommt da heute nicht heraus.

Erst einige Hundert Meter weiter unten sprudelt aus diversen anderen Löchern sehr viel Wasser. So entsteht doch recht schnell ein ganz ordentlicher Bach, die „Sorgue“. 

Dann besuchen wir hier eine alte Papiermühle.

Heute ist darin ein kleines Museum über die Geschichte des Papiers untergebracht, auch wird handgeschöpftes Büttenpapier hergestellt. In einem Shop verkauft man den Touristen alle möglichen Druckprodukte. In den weiteren ehemaligen  Fabrikations- und Lagerhallen sind kleine Geschäfte eingemietet, die auch alle etwas verkaufen möchten. 

Besonders aufgefallen ist uns ein Zuckerbäcker, der grosse, ja riesengrossen Meringues in seinem Angebot hat. Damit können die legendären Merängge des Kemmeribodebads in Schangnau im Emmental nicht konkurieren. 

Die Kirche Saint-Véran im provenzalischen, romanischen Stil aus dem 11. Jahrhundert ist in ihrer Schlichtheit sehr eindrücklich. 

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz fällt uns das „Reinheitssiegel“ der „La Sorgue“ auf. 1000 Meter nach der Quelle sollte man davon doch ausgehen können.

Nach all den vielen Eindrücken wollen wir heute nicht mehr weiterfahren.

Wir fahren vom Parkplatz nur 200 Meter weiter auf den „Aire Camping-Car“, wo wir einen der letzten von 30 Stellplätzen ergattern. 

Wir stehen direkt an der „Sorgue“.

Die Berge im Abendrot

Das Wetter war heute wieder toll, wenn auch am Morgen recht frisch.

Gefahren: 40 km

11. Tag, Donnerstag, Fontvieille – Les Baux-de-Provence

11. Tag, Donnerstag, 11. April 2019 

Heute Morgen brechen wir früh auf. Kurz nach 9 Uhr waren wir schon auf dem Parkplatz für die Reisemobile in Les Baux-de-Provence.

Eine Stunde später hätten wir, wie gestern, schon keinen Platz mehr gefunden, denn auch PKWs suchen hier gerne einen kostenlosen Parkplatz. 

Die Parkgebühren auf allen anderen Parkplätzen und auch an der Strasse entlang gehen brutal ins Geld, wenn man einige Stunden hier verbringen möchte.

Um uns herum stehen diverse Skulpturen verschiedener Künstler. 

Wir spazieren zum etwa 250 Höhenmeter weiter oben liegenden Ort. Les Baux-de-Provence liegt am Südhang der Alpilles (Baux entstammt dem provenzalischen Wort BAOU, was soviel wie „schroffe Felsen“ bedeutet). 

Und schroffe Felsen sind hier wirklich jede Menge zu sehen. 

Das Dorf ist sauber unterhalten und herausgeputzt. Mit vielen kleinen Läden, natürlich alle auf Touristen ausgerichtet, aber trotzdem mit viel Charme. 

Künstler stellen in Galerien aus. 

Erzeugnisse aus der Region werden angeboten.

Auf dem Plateau ganz oben bekommen wir den Mistral erst richtig zu spüren. Der bläst heute sehr stark (und kalt). Leider ist heute auch eine schlechte Weitsicht. Trotzdem ist alles sehr imposant. Die Burgbesichtigung überlassen wir aber den vielen jungen Leuten. 

Im Jahre 1822 wurde hier bei Baux das braun-violette Mineral entdeckt, das als Bauxit bekannt wurde. Daraus wurde Aluminium gewonnen bis dies Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel wurde.

Gemütlich laufen wir wieder hinunter und wollen noch die Ausstellung „Carriéres de Lumières“ im Steinbruch besichtigen. 

Dort stehen aber gerade viele Leute vor der Kasse. Das müssen wir nicht haben. So machen wir es uns erst einmal in unserem Mobi bequem. Unser Stellplatz ist nur 5 Minuten entfernt. Zwei Stunden später ist der Andrang vorbei.

Diese Lichtershow ist wirklich ein tolles Erlebnis.

In diesen gigantischen Hallen mit 14 Meter hohen Wänden, im ehemaligen Steinbruch, werden mit 70 Videoprojektoren Bilder an die Wände projiziert, dazu mit wunderbar passender Musik. Mehr Infos.

Müde von all dem Erlebten kommen wir in unser fahrendes Zuhause.

Renate bereitet wieder ein leckeres Abendessen und Michael hat viel Material für den Blog zu verarbeiten. 

Gefahren: 10 km