Archiv der Kategorie: Frankreich

9. Tag, Dienstag, Vallabrègues

9. Tag, Dienstag, 9. April 2019 

Wieder scheint die Sonne. Da wir noch alles zum Leben haben, müssen wir den Platz nicht verlassen.

Heute wollen wir in den Ort laufen.

Als wir gerade an der Rhone entlangkommen, erscheint, wie gestern um diese Zeit, wieder das Löschflugzeug der Sécurité Civile. Heute haben wir den Fotoapparat rechtzeitig zur Hand. Das Flugzeug fliegt zuerst eine Schleife. Beim zweiten Anflug setzt es dann auf dem Wasser auf, füllt dabei den Tank und hebt wieder ab, wenig später entleert es den Tank. Davon gibt es kein Foto. Es handelt sich wohl um einen Trainingsflug. 

In Vallabrèques schlendern wir heute durch andere Gassen. Bei einem Bäcker ergattern wir noch ein feines Landbrot. 

Viele Häuser sind gut unterhalten, andere werden renoviert. Aber mehrere Objekte stehen auch zum Verkauf, meistens in sehr miesem Zustand. 

Dann stossen wir auf eine kleine Strohstuhl- und Möbelfabrikation.

Wir dürfen bei der Arbeit zusehen, wie das Holz der Strohstühle auf antik getrimmt wird. Alles in Handarbeit und jedes Stück ein Original. Eine kleine, aber feine Ausstellung gehört auch dazu. 

Später kommen wir zur alten Hochwasserschutzmauer. Dahinter liegt, seitdem der neue und höhere Schutzdamm zur Rhone besteht, im alten Überschwemmungsgebiet ein Garten für alle, die sich hier verwirklichen möchten. Biodiversität scheint hier ebenso gefördert zu werden. Es soll ein Ort der Begegnung sein.  

Auf unserem Weg zurück zum Stellplatz kommen wir wieder durch den Park mit dem Teich. Auch hier hat die Gemeinde einen Ort der Begegnung geschaffen, der rege genutzt wird. Täglich sehen wir hier junge Familien, die den Spielplatz nutzen und Angler, die ihr Glück versuchen.

Heute müssen wir tatsächlich Schatten machen. Es ist uns sonst zu warm.

Von unserem heutigen Boule-Match gibt es kein Foto. Auf dem grobsteinigen Boden war ein reguläres Spiel aber auch nicht möglich, hat aber trotzdem grossen Spass gemacht!

Gefahren: 0 km 

8. Tag, Montag, Vallabregues

8. Tag, Montag, 8. April 2019

Wieder ein sonniger Tag. 

Beim Frühstück geniessen wir die schöne Aussicht in die freie Natur. 

Aus dem Heckfenster auf den Hochwasserdamm zur Rhone hin

Aus dem Seitenfenster ebenso angenehm auch ins Grüne.

Die zwei anderen Camper sind schon früh aufgebrochen und so haben wir den Platz bis am Nachmittag ganz für uns.

Wir satteln unsere Drahtesel und pedalen in den Ort. Vallabrègues hat 1300 Einwohner und liegt als einzige Gemeinde der Region Languedoc-Roussillon auf der linken (östlichen) Seite der Rhone. Über Jahrzehnte wurde hier intensiv die Korbflechterei betrieben. 

Zuerst suchen wir den kleinen Lebensmittelladen und finden dort alles, was wir brauchen.

Danach erkunden wir den Ort.

Es fallen uns die vielen Plätze unter Platanen auf. In der heissen Jahreszeit sicher angenehme Schattenspender. 

An der alten Kirche, der einzigen Sehenswürdigkeit, wird gerade renoviert.

Eine Orientierungstafel erzählt die Geschichte:

Das Presbyterium von Vallabrégues ist ein Gebäude aus der Renaissance (16. Jahrhundert), wie die allgemeine Architektur, die Steinausstattung oder das Vorhandensein von Fensterbänken belegen. Sie befindet sich am Südwesthang der Butte des alten Friedhofs, in der Nähe der Kirche, die 1666 durch das Hochwasser in der Rhône zerstört wurde. Das „L“-förmige Gebäude ist um einen „Priestergarten“ angeordnet. Der erste Teil des Gebäudes, der älteste und imposanteste, ist das zweistöckige Gebäude mit der Wendeltreppe. Der Hauptteil des Gebäudes ist auf zwei Ebenen erhalten. Im ersten Stock ist eine prächtige Decke im französischen Stil zu sehen; die Struktur und das Dach, wie der Turm, wurden kürzlich renoviert. Der zweite Teil des Gebäudes, der neuer, aber weniger gut erhalten ist, muss restauriert werden.

Durch den Park, der von vielen Familien besucht wird, kommen wir zurück zu unserem Stellplatz.

Es ist heute tatsächlich schon so warm, dass wir uns lieber in den Schatten der Bäume setzen.

Ab und zu ziehen Wolken durch, aber es bleibt bis am Abend sonnig und warm.

Blick in östliche Richtung vom Hochwasser-Deich an der Rhone, die links hinter den Büschen fliesst. Rechts liegt der Stellplatz für die Reisemobile. Dazwischen fliesst ein Entwässerungskanal. 

Gefahren: 0 km

7. Tag, Sonntag, Valréas – Avignon – Aire Municipale, Vallabregues

7. Tag, Sonntag, 7. April 2019

Hurra, die Sonne scheint. Da wir hier beim Weingut die Entsorgung für die Toilette nicht finden (den Winzer wollen wir am Sonntag nicht stören), fahren wir in den 5 Kilometer entfernten Ort Valréas, wo es beim Intermaché gemäss unserem CampingGuide eine Entsorgungsstation gibt.

Valréas ist ein über tausend Jahre alter Ort mit knapp 10’000 Einwohnern. Weinbau und Lavendel und ein wenig Tourismus ernähren die Bewohner. 


Erste blühende Pflanzen schmeicheln den alten Fassaden. Wie diese Glyzinien . . .

. . . oder wie diese rankende unbekannte gelbe Pracht mit den üppigen Blüten.

Die Bäume hingegen fangen erst an auszuschlagen.


Weiter geht es durch das flache Rebland der Côte du Rhône. Weinstöcke soweit das Auge reicht.

Wir kommen an grossen Blumenfeldern vorbei, wo man auch selbst pflücken könnte. Das Château MALIJAY ist ganz in der Nähe. 

Avignon kennen wir von früher.

links im Hintergrund die legendäre Pont d’Avignon

Bei diesem schönen Wetter machen wir trotzdem Halt für einen kleinen Spaziergang über die Brücke und einen Besuch in der Altstadt beim Place de L’Horloge.

Das Kinderkarussell ist ebenso noch da wie der Stand es Malers, der Echtheits-Zertifikate zu seinen Bildern anbietet. 

Nur 20 Kilometer weiter schon liegt unser heutiges Ziel, der Stellplatz Aire Municipale in Vallabregues. 

Hier hat die Gemeinde bei einem Freizeitpark, ganz in der Nähe der Rhone, einen sternförmigen, grosszügigen und kostenlosen Stellplatz für 6 Reisemobile angelegt. Auch eine piekfeine Entsorgungsstation ist bei der Zufahrt zu finden. 


Es ist so warm geworden, dass wir erstmals in dieser Saison Tisch und Stühle auspacken und im Freien sitzen können. Was für ein Kontrast zu gestern!

Auf einem ersten Erkundungs-Spaziergang laufen wir auf den Damm, hinter dem die Rhone fliesst. 


Hier liegt ein kleiner Sportboothafen. Weil dunkle Wolken aufziehen, flüchten wir sicherheitshalber zum Mobi zurück. Nach ein paar Tropfen verziehen sich die Wolken aber wieder.


Renate zaubert abends wieder ein feines warmes Essen. Basmatireis, Kasseler und Salat (das bei der Domain de Lumian erstandene Salatöl schmeckt übrigens ausgezeichnet) und auch deren Rotwein passte wieder gut dazu.

Das war der erste schöne, warme Reisetag. Wir haben ihn sehr genossen. 

Gefahren: 100 km

6. Tag, Samstag, Stellplatz Domaine de Lumian, Valréas

6. Tag, Samstag, 6. April 2019

Wir haben wunderbar geschlafen. Noch während wir frühstücken, fängt es zu regnen an. Später kommt noch starker Wind dazu.

Schietwetter

Wir sind uns schnell einig, dass wir bei diesem Schietwetter nicht weiterfahren. 

Eine gute Gelegenheit zum Lesen und Schreiben und es sich gemütlich zu machen. Langeweile kommt sicher nicht auf.

Renate eim Lesen
Renate beim Kreuzworträtseln

Wir stehen sehr gut hier, hängen sogar am Strom. Schon allein das Elektrokabel bei diesem Wetter einzupacken, wäre unzumutbar.

Allerdings stehen wir nicht mit dem Bug im Wind, wie wir das als alte Segler lieber hätten. So können wir die Dachlüfter nicht öffnen. Der Sturm würde sie sofort aufreissen. Aber durch die Zwangsbelüftung kommt noch genug frische (und kalte) Luft herein. 

Michael kommt nicht auf Temperatur

Erst gegen Abend hörte der Regen anhaltend auf und wir konnten doch noch einige Schritte in der Umgebung spazieren gehen. Aber es ist unangenehm kalt.

Die Reben der Domaine de Lumian

Ringsum nur Reben. Es ist doch ein Wunder wie aus diesen nackten Rebstöcken in ein paar Monaten Wein entsteht. 

Wer hat hier wohl mehr Spass

Der Hund des Winzers war glücklich, dass er jemanden zum Spielen gefunden hat.

Am Abend schauen wir im Fernsehen „Verstehen sie Spass“. Darum kommt dieser Beitrag auch sehr spät.

Gefahren: 0 km

5. Tag, Freitag, Seyssel – Stellplatz Domaine de Lumian bei Valreas

5. Tag, Freitag, 5. April 2019

Nach dem Entsorgen verliessen wir den Stellplatz in Seyssel bei Sonnenschein. Auf Nebenstrassen fuhren wir weiter südlich. Es war bei 5° noch recht kalt. Erst im Laufe des Tages stieg das Thermometer bei starkem Westwind auf ca 15°. 

. . . auch das ist die Rhone

Einige Zeit fuhren wir noch an der Rhone entlang, die hier immer wieder einem See gleicht. 

Nebenstrassen

Unser Navi „Otto“ schickt uns wieder eine Abkürzung über kleine, kurvenreiche Strassen. Wir lassen es mit uns geschehen, denn so sehen wir noch mehr von der Landschaft. 

Rhone und Grotten bei La Balme

In der Nähe der Grotten bei La Balme kommen wir wieder auf die Landstrasse an der Rhone. 

Col de Toutes Aures

Über den Col de la Croix de Toutes Aures kommen wir auf 628 m.ü.M. Hier liegt immer noch etwas Schnee.

Trotzdem blühen hier schon Forsythien. 

endlich eine Gas-Tankstelle

In St. Paul les Romans sehen wir bei Leclerc eine Anzeige für LPG = GLP Gas. Das kommt sehr gelegen, da wir in den letzten 2 Tagen für Heizung und Kühlschrank viel Gas verbraucht haben. 

Blick ins die Rhonetal-Ebene

Auf einem der nächsten Höhenrücken sehen wir weit in die Rhonetal-Ebene.

Renate freut sich, dass es schon deutlich wärmer geworden ist.

Hier blüht schon der Raps

Grignon

An der Altstadt von Grignon fahren wir unten vorbei. 

Einfahrt zum Weingut „Domaine de Lumian“

Endlich kommen wir auf den angepeilten Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“ bei Valréas und werden herzlich empfangen. Der Winzer stellt einige Stellplätze zur Verfügung, Strom und Wasser inbegriffen.

Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“

Dafür erwartet er einen Einkauf in seinem „Lädeli“. Eine echte Win-Win Situation. Alles Zusatzverkäufe für ihn, denn hier käme sonst kein einziger Reisemobilist vorbei.

Rotwein der Domaine Lumian

Den nach einer Degustation erworbenen Wein haben wir gleich beim Abendessen geöffnet. Sehr lecker, es war aber mit € 9.20 auch nicht der günstigste, der uns zusagte. Über das Olivenöl, auch aus hiesiger Produktion, können wir noch kein Urteil abgeben. 

Wir stehen hier wieder sehr ruhig und werden sicher gut schlafen, nicht nur wegen des Weinkonsums, sondern weil wir viel gesehen haben.

Gefahren: 250 km

4. Tag, Donnerstag, Stellplatz Seyssel/Rhone

4. Tag, Donnerstag, 4. April 2019

Schnee am 4, April 2019

Heute Morgen waren wir überrascht, dass um uns herum alles weiss verschneit war. Wir stehen hier nur 250 m.ü.M. 

30 cm Schnee im Garten von Dagmar und Kurt am 4. April 2019

Als wir aber die Bilder aus der Schweiz sehen, sind wir sehr glücklich, gestern doch weiter gefahren zu sein. Heute liegen im Garten von Dagmar und Kurt fast 30 cm Schnee. Auf den Strassen herrscht grosses Chaos.

Rest Schnee auf der Dackluke

Der Schnee auf der Dachluke schmilzt rasch. Es regnet morgens ganz leicht. Gegen Mittag kommt dann die Sonne und bald schon ist hier vom Schnee nichts mehr zu sehen. 

Seyssel an der Rhone

Beim morgendlichen Gang nach Seyssel war es noch regnerisch trüb. Der Ort hat etwa 2300 Einwohner, die von Landwirtschaft und Kleinhandel leben. 

Der Blick auf den Ort und die Kirche „Saint Blaise“ und die Hängebrücke „Pont de la Vierge noire“ (Schwarze Jungfern-Brücke) aus dem Jahr 1838 

Eine Gasse in Seyssel
Stellplatz Municipale von Seyssel
Blick westlich auf den Badesee und die Rhone
Im Hintergrund unser Mobi

Bei unserem Nachmittags-Spaziergang um den Badesee konnten wir schon Sonne geniessen. Trotzdem kamen wir gerne wieder in unseren gemütlich warmen Mobi zurück. 

Das Freizeitangebot

In der Badesaison ist hier viel Trubel. In dieser Jahreszeit stehen wir aber sehr ruhig. 

Das Schotterwerk am anderen Rhoneufer

Allerdings dringen tagsüber die Geräusche vom Schotterwerk auf der anderen Flussseite herüber.

Leseratte Renate

Renate ist schon sehr durch ein neues Buch „gefesselt“. Trotzdem bereitete sie uns ein feines Mittagessen zu: Salzkartoffeln, Wirsingkohl und Bouletten (Hackplätzli).

Auch Michael hat ein Buch angefangen. Wann wird ihn das Lesefieber packen? 

Gefahren: 0 km

3. Tag, Mittwoch, Marly – Gampelen – Genf – Seyssel/Rhone

3. Tag, Mittwoch, 3. April 2019

Heute wollen wir weiterziehen, obwohl der Wetterbericht alles andere als schönes Wetter vorausgesagt hat. 

Wir lösen die Festmacherleine, sprich das Elektrokabel und verabschieden uns von Dagmar und Kurt, bei denen wir uns immer sehr wohlfühlen.

In Marly bunkern wir etwas Proviant nach. Danach wollen wir noch unseren Gastank auffüllen. Die Suche im Internet nach einer LPG-Tankstelle wirft eine Adresse auf unserem Weg aus, die wir ansteuern. 

Falsche Angaben

Leider war dies eine Fehlinformation. Diese Tankstelle führt kein LPG-Gas.

Bevor wir noch lange herumeiern – LPG-Tankstellen sind in der Schweiz dünn gesät – entscheiden wir uns die 30 km zu einer uns bekannten Tankstelle nach „Gampelen, Platanenhof“ zu fahren. Dort bekommen wir unser Gas und auch Diesel füllen wir noch nach. 

Nach dem Mittagessen kommt der angekündigte Regen. Noch zeigt unser Thermometer 10° an. 

Autobahn A5 vor Neuenburg

Je mehr wir Richtung Genf fahren, desto stärker der Regen. Die Temperatur fällt auf 2°. Entgegenkommende Autos haben Schnee auf dem Dach. 

Michael repariert den Scheibenwischer

An unserem Scheibenwischer haben wir eine Endkappe verloren, deshalb rutschte der Gummi immer seitlich heraus. Mit einem Bindfaden liess sich das Problem im Schutz einer Tankstelle erst einmal beheben. 

Auf der Autobahn nach Genf

In Frankreich kommen wir dann selbst auch in den Schnee. 

11 Kilometer fahren wir auf der Autobahn und haben dafür € 6.60 zu blechen. Das macht 60 Cent pro Kilometer!! In der Schweiz kann man für 40 Franken ein ganzes Jahr fahren.

Wir navigieren den Stellplatz Aire Municipale in Seyssel, etwa 40 Kilometer nach Genf, an.

Stellplatz Aire Municipale in Syssel an der Rhone

Der Stellplatz in Seyssel liegt sehr schön direkt an der Rhone. Bei diesem Schneetreiben werden wir unsere Liegestühle aber nicht auspacken. 

Im gut geheizten Mobi ist es aber sehr gemütlich und wir geniessen die schöne Aussicht trotzdem. 

Schnee an der Rhone

Der Schneefall nimmt gegen Abend noch zu. Hätten wir die Schneeketten doch mitnehmen sollen?

Gefahren: 220 km

80. Tag: Nähe Roosendaal/NL, bei Verwandten – Middelburg Stadtcamping Zeeland

80. Tag, Montag, 13. August 2018

Nach dem Kaffee verabschiedeten wir uns von Susan und Peter.

Im Garten steht ein jetzt schon recht stattlicher Sequoia-Baum, den Susan aus einem Samen aus Amerika gezogen hat. Diese Mammutbäume können über 100 Meter hoch und über 2000 Jahre alt werden.

Adieu Susan

Weiter geht es anfangs noch über kleine Strassen . . .

. . . und dann über die Autobahn durch Zuid-Beveland nach Walcheren.

Auf einer Raststätte sehen wir diese gewaltigen Wolken.

In Middelburg sind wir mit Peter, auch weitere Verwandtschaft von Michael, verabredet.

Wir stellen den Mobi auf dem Stadtcampingplatz ab . . .

 . . . dann fährt Peter mit uns nach Vlissingen und wir spazieren auf dem Boulevard an der Schelde entlang.

Später verwöhnt uns Peter in seiner neuen Wohnung noch mit einem ausgezeichneten Abendessen.

Nach diesen unterhaltsamen Stunden bringt er uns wieder auf den Campingplatz zurück. Wir bekommen noch allerhand Tipps für weitere sehenswerte Ziele in den Niederlanden.

Gefahren: 90 km

78. Tag: Watten, Aire de Camping – Kortrijk, Stellplatz Broeltorens

78. Tag, Samstag, 11. August 2018

Nach den zwei Regentagen war es heute wieder sonnig.

Unser heutiges Ziel ist Kortrijk in Belgien.

Die Landschaft bis zur Grenze scheint uns noch flacher als flach zu sein.

Die ersten Ortschaften in Belgien erscheinen uns recht schmucklos.

Schon 9 Kilometer nach der Französischen Grenze sind wir auf dem Stellplatz in Kortrijk, der nahe beim Zentrum liegt.

Nur 8 Plätze von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, mit Strom, Wasser und Entsorgungsstation. Alles für 10 Euro/24 Stunden. Sensationell!

Wir stehen in der Nähe der Broeltürme und dem Passantenhafen am Fluss Leie.

Kortrijk hatte seine Blütezeit im 14. Jh. durch die Textilindustrie. Grosse Zerstörungen gab es im 1. Weltkrieg und auch im 2. Weltkrieg, besonders 1944, als die Alliierten die Stadt bombardierten, um die deutsche Besatzung zu vertreiben.

Es stehen aber noch einige historische Bauten, Patrizierhäuser und Kirchen.

Auf unserem Rundgang sehen wir den Beginenhof*, die „Onze-Lieve-Vrouw- und die Martins Kirche“

(*da wohnen Angehörige einer christlichen Gemeinde, die kein Ordensgelübte abgelegt haben, aber ein religiöses, eheloses Leben führen)

In der Matthäuskapelle im Weltkulturerbe Beginenhof sehen wir die älteste Orgel der Niederlande (im 12.Jh. gehörte dieses Gebiet zur Niederlande).

Im Rathaus besuchen wir den prunkvollen Ratssaal und Schöffensaal mit einem bildhauerlich verzierten Kamin.

Auf der Einkaufsmeile herrscht ein emsiges Treiben.

Die Broeltürme kann man besteigen

Oben ist ein Saal mit Aussicht ringsum aus schießschartengrossen Fenstern.

Von dort oben kann man auch heute Freund und Feind auf’s Korn nehmen.

. . . und man kann heute auch hinunterhüpfen.

Müde kommen wir auf den Stellplatz zurück und tanken neue Kräfte.

Gefahren: 100 km

77. Tag: Watten, Aire de Camping

77. Tag, Freitag, 10. August 2018

Renate wurde in der Morgendämmerung von den ersten Windstössen des nahenden Unwetters wach.

Als sie aus dem Fenster schaute, sah sie ein grosses Schiff auf dem Kanal. Schnell zog sie sich an, um draussen ein Foto davon zu machen. Bis sie soweit war, war von dem Schiff aber nichts mehr zu sehen.

Dafür entstand dieses Bild von dem beleuchteten Kirchturm.

Michael bekam von den nächtlichen Aktivitäten seiner Frau nichts mit.

Es regnete und stürmte den ganzen Tag stark mit nur kleinen Aufhellungen.

In so einer trockenen Phase entstand auch dieses Bild von unserem Stellplatz. Aber der nächste Guss ist schon in Sicht.

 . . . und von diesem hübschen Teichhuhn.

Jedesmal wenn wir dachten, dass wir einen Spaziergang in den Ort wagen könnten, fing der Regen wieder an.

Beim vielen Lesen, Schreiben, Kartenspielen, Telefonieren und auch Ruhen kam aber keine Langweile auf.

Das Mittagessen mit Salat, Spaghetti und Rotwein (muss ja nicht mehr fahren) sorgten zudem für das leibliche Wohl.

Einmal zogen bei lauter Musik einige kleine Motorboote vorbei.

Ansonsten sah es so aus, wie auf diesem Bild. Viel Regen von schräg oben.

Gefahren: 0 km