Alle Beiträge von Michael Höfelein

150. Tag, Bad Krozingen – Weil am Rhein

150. Tag, Dienstag, 15. Oktober 2019 

Es war keine so ruhige Nacht. Immer wieder kommen LKWs vorbei und früh morgens sorgt eine Krähenkolonie dafür, dass wir aus den Federn kommen. 

Die Werkstatt hat das defekte Scheinwerfer-Leuchtmittel rasch ausgewechselt. Michael findet im Shop einiges, aber nicht ganz alles, besonders das bewährte Caravan-Reinigungsmittel von Dr. Keddo. 

Der Himmel ist bedeckt, aber es ist noch trocken. So beschliessen wir, eine uns noch unbekannte Route über Badenweiler und Kandern zu fahren.

Wir kommen durch wunderbar gelbgefärbte Weinberge, was ohne Sonne leider nicht so zur Geltung kommt.

Badenweiler liegt im Markgräflerland in den westlichen Ausläufern des Schwarzwaldes am Fuss des Blauen.

Als wir im unteren Ortsteil ankommen, können wir noch einige Fotos ohne Regen machen. Später, im oberen Teil mit den traditionsreichen Hotels und Bädern, regnet es leider. 

Der Regen hält an, trotzdem geniessen wir auch die Weiterfahrt über Kandern nach Lörrach, wie diese Bildfolge über die heutige Fahrt zeigt.

Dort gibt es einen anderen Caravan-Händler, wo wir das gewünschte Reinigungsprodukt dann doch noch bekommen. 

Zur letzten Übernachtung auf „Deutschem Boden“ fahren wir auf den Stellplatz in Weil am Rhein. Das hat schon fast Tradition. Wir stehen hier zwar ohne jegliche Infrastruktur, aber direkt am Rhein und einer parkähnlichen Uferpromenade.

Zum Promenieren ist es leider zu nass. Aber von aussen Fensterputzen geht super. 

Morgen können wir dann gemütlich nach Hause fahren und bei Tageslicht den Mobi auspacken. Hoffentlich ist es dabei auch trocken. 

Gefahren: 60 km

PS: Da morgen nicht mehr viel zu berichten sein wird, beenden wir hiermit den Blog unserer Tour durch Deutschland. 

Wir möchten keinen dieser 150 Tage missen. Wir können heute auch nicht sagen, welche Region oder Stadt uns besonders gefallen hat und welche nicht. Deutschland hat eine derartig reiche kulturelle und landschaftliche Vielfalt, dass Langeweile bei uns nie aufgekommen ist. Eine besondere Zeit waren auch die 14 schönen Tage, als unsere Enkelin Alina uns begleitet hat.

Deutschland ist besonders für Reisemobilisten sehr zu empfehlen. Fast überall findet man Stellplätze, viele sogar kostenlos, dann verständlicherweise meistens ohne nennenswerte Infrastruktur, wie Entsorgung, Wasser oder Strom. Letzteres fehlt uns auch nicht, dank der Solarzellen und der 2×100 Ah Lithiumbatterien. 

Stellplatznot kann es allenfalls in der Ferienzeit und in sehr beliebten Destinationen geben.

Wir haben uns in Deutschland auch sicherer gefühlt, als in südlichen Ländern. Trotzdem haben wir Vorsicht walten lassen. 

Erstaunt hat uns, dass wir in vielen Regionen Deutschlands ein nur dürftiges oder gar kein Mobilfunknetz feststellen mussten. So wie heute in Weil am Rhein.

Fazit: Deutschland ist ein wunderbares Reiseland. Wir kommen wieder.

149. Tag, Unterkirnach – Freiburg – Bad Krozingen

149. Tag, Montag, 14. Oktober 2019 

Noch einmal wird uns ein prächtiger, sonniger Herbsttag geschenkt.

Wir fahren ganz gemächlich auf kleinen Strassen durch den Schwarzwald Richtung Furtwangen. Die Landschaft, die Häuser, die Herbstfärbung der Bäume, es ist einfach traumhaft. 

Bei der Hexenlochmühle legen wir eine kleine Pause ein. Im Inneren können wir das Räderwerk besichtigen. Hier werden auch Handarbeiten und Produkte aus der Region verkauft: Schnitzereien, Kuckucksuhren, Honig, Würste und natürlich Schwarzwälder Schinken. Davon lassen wir uns zwei besonders schöne Stücke einpacken. 

Die Strassen sind schmal. Zwei Personenwagen können sich gerade noch kreuzen. Alles was breiter ist, muss sich arrangieren. 

Wir müssen eine ganze Weile hinter einer Mähmaschine herfahren. An ein Überholen ist nicht zu denken. Aber wir sind ja nicht in Eile. 

Nach Sankt Märgen, beim Gasthaus „Neuhäusle“, mündet die Nebenstrasse wieder in eine normale Bundesstrasse. Wir parken hier, um noch etwas höher zu laufen.

Auf über 1000 m.ü.M wird unsere Anstrengung mit einer phantastischen Ausschicht belohnt. 

Von da an geht es nur noch talwärts bis Freiburg. 

In Freiburg wollen wir einen Überraschungsbesuch bei unserem alten Segelfreund Wieland versuchen. Wir haben Glück. Er muss nur noch schnell seine Freundin auf die Bahn bringen und hat dann Zeit für uns.

Zum Abendessen schmeissen wir unsere Vorräte zusammen und verbringen einige unterhaltsame Stunden. 

Danach fahren wir zum Übernachten noch nach Bad Krozingen auf das Gelände des LMC-Händlers, wo wir morgen im Shop noch einiges besorgen wollen.

Gefahren: 90 km

148. Tag, Unterkirnach

148. Tag, Sonntag, 13. Oktober 2019 

Heute morgen sass/lag Michael schon um 7 Uhr vor dem Fernseher, weil er das Formel1-Rennen in Japan nicht verpassen wollte. 

Pünktlich zur Öffnungszeit um 11 Uhr waren wir beim „aqualino“ und genossen das kleine, aber feine Hallenbad. Bis 12 Uhr waren wir nur etwa 6 Schwimmer. Als dann mehr Leute kamen, waren wir schon bedient. 

Auf dem Weg zum Stellplatz spürten wir beide eine gesunde Müdigkeit. 

Für einen Rundgang im Ort, heute mit Kamera, reichte die Kraft dann aber doch noch. Man hat den Dorfkern mit den Sehenswürdigkeiten aber auch schnell abgelaufen. 

Den Nachmittag verbringen wir ruhig in der Herbstsonne. Noch einmal wird es heute fast 25° warm. Das geniessen wir sehr, dann es könnte der letzte schöne Tag vor dem Ende unserer Tour sein.

Gefahren: 0 

147. Tag, Unterkirnach

147. Tag, Samstag, 12. Oktober 2019 

Den ganzen Tag haben wir schönstes Herbstwetter. Morgens zwar mit 7° recht frisch, aber im Tagesverlauf stieg die Temperatur auf über 20°.

Schön liegt der Stellplatz in der Morgensonne.

Wir machen uns auf den Weg zum Hallenbad, das um 11 Uhr öffnet. So jedenfalls hatten wir gedacht. Vor verschlossener Tür lesen wir, dass dies jedoch für Sonntag gilt. Heute wird erst um 15 Uhr geöffnet. Da wir gehört haben, dass am Nachmittag im Bad viel Trubel durch Kinder erwartet wird, verschieben wir unsere Schwimm-Aktivitäten auf morgen.

Wenigstens haben wir für heute schon einen Spaziergang durch den Ort (ohne Kamera) hinter uns und geniessen den Rest des Tages ganz ruhig beim Mobi. 

Schön liegt der Stellplatz in der Nachmittagssonne.

So schön der Stellplatz hier auch ist, das Mobilfunknetz ist miserabel. Zum Telefonieren geht es noch einigermassen, aber für die Datenübermittlung, wie für diesen Blog erforderlich, ist es völlig unzureichend. Gestern, mit den vielen Bildern, sind wir schlussendlich auf unser Satelliten-WLAN ausgewichen. Heute wagten wir noch einmal einen Versuch über das Mobilfunknetz, aber auch mit nur zwei Bildern war das äusserst mühsam. Da ist das systembedingt langsamere SAT-WLAN viel schneller.

Gefahren: 0 km

146. Tag, Rosenfeld – Rottweil – Unterkirnach

146. Tag, Freitag, 11. Oktober 2019 

Heute beginnt der Tag mit strahlendem Sonnenschein und so bleibt es den ganzen Tag. Das sind ideale Bedingungen für den Besuch des Thyssenturms in Rottweil. 

Die Fahrt durch die Herbstlandschaft bei Sonne ist wunderbar.

Schon von Weitem sichtbar, ragt der Turm aus der Landschaft. Ein imposantes Gebäude. 

Wir sind nicht die einzigen, die heute diese Idee haben. Wir stehen vor der Kasse an, wie in der Hochsaison am Skilift. 

Der 246 Meter hohe Turm dient Thyssen der Erprobung neuer Liftsysteme. Er ist aber auch ein touristischer Anziehungspunkt. In 30 Sekunden sind wir mit dem Lift auf der Aussichtsplattform in 232 Meter Höhe. Zu Fuss wären es 1390 Stufen. 

Wir geniessen die phantastische Rundsicht (mit vielen anderen zusammen). Hier noch ein Video und hier noch mehr Details.

Nach diesem Erlebnis fahren wir, nach einem ausgedehnten Einkaufs-Zwischenstopp in Rottweil, nach Unterkirnach. 

Auf der Fahrt bilden sich im Talboden schon Nebelschwaden.

Der Stellplatz ist klein, aber er bietet alles was ein Camper braucht. Im Preis ist u.a. der Eintritt ins Hallenbad inbegriffen, sowie freie Fahrt mit Bussen und Regionalbahnen im gesamten Schwarzwald.

Wir wollen über’s Wochenende bleiben und die angekündigten sonnigen Tage hier geniessen. 

Gefahren: 60 km 

145. Tag, Rosenfeld

145. Tag, Donnerstag, 10. Oktober 2019 

Heute Morgen regnet es in Strömen. 

Eine gute Gelegenheit, uns endlich wieder Zeit zum Lesen zu nehmen. 

Nachmittags ist es dann trocken und manchmal scheint sogar etwas Sonne. 

Also verlassen wir den Stellplatz für einen Spaziergang, um das historische Rosenfeld zu erkunden. 

Die Stadt hat nur 6300 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe fast 700 m.ü.M. Die Baudenkmäler aus dem Mittelalter und früher präsentieren sich wunderbar renoviert. Man hat eine schöne Aussicht in die Umgebung bis hin zur Burg Hohenzollern ob Hechingen. Auffallend sind die vielen Brunnen. 15 sollen es sein, was für einen Höhenort doch ungewöhnlich ist. Dies liegt an der geologischen Eigenheit des Kleinen Heubergs mit seinen Lehmschichten. 

Das Wetter ist heute unberechenbar. Kaum sind wir zurück auf dem Stellplatz, als wieder ein Regenschauer niedergeht.

Gefahren: 0 km

144. Tag, Talheim – Donaueschingen – Dietingen/Rottweil – Rosenfeld

144. Tag, Mittwoch, 9. Oktober 2019 

Heute regnet es fast den ganzen Tag. 

Trotzdem soll unsere Fahrt weitergehen und so verabschieden wir uns von Margret. 

Frodo berührt das eher weniger. Er weiss, die kommen wieder.

Unser erstes heutiges Ziel ist die Donauquelle. Die Herbstfärbung der Landschaft geht leider im Regen unter.

Es ist immer noch umstritten, ob dies die eigentliche Quelle ist. 

Briga und Breg, die in Donaueschingen zusammenfliessen, sowie mehr als 20 Quellen im Umfeld sind auch noch beteiligt. In jedem Fall ist das ein touristischer Anziehungspunkt. 

Nächstes Ziel ist das Kristallmuseum in Dietingen/Rottweil. Eigentlich wäre heute Ruhetag. Da sich aber ein ganzer Bus mit Besuchern angemeldet hat, lässt man uns mitlaufen. 

Wir erhalten eine fast 2-stündige und hochinteressante Führung durch Alexander Müller, dem Gründer und Eigentümer des Museums. 

Er hat sich seit frühester Jugend dem Sammeln von Mineralien und Fossilien verschrieben und diese Passion zu seinem Lebensinhalt gemacht. 

Die schönsten Exponate hat er selbst in Brasilien direkt von den Mineuren erworben.

Die wohl weltweit schönste und grösste Amethystdruse, ein über 4 Meter hoher, 100 Millionen Jahre alter und mit Amethystkristallen bewachsener vulkanischer Hohlraum ist das Highlight der Ausstellung. Die 220 Millionen Jahre alten versteinerten Baumstämme sind ebenso beeindruckend wie die bis zu 3000 Kg schweren Bergkristalle.

Eigentlich wollten wir hier in der Nähe auch noch den 246 Meter hohen Thyssen-Testturm besuchen. Aber bei diesem Schietwetter hätten wir nichts davon. 

So fahren wir weiter nach Rosenfeld, einer historischen Kleinstadt mit einem gut bewerteten Stellplatz, wo wir in einem der wenigen Regenpausen ankommen. Aber schon bald regnet es wieder und der Stadtrundgang muss (heute) ausfallen.

Gefahren: 90 km

143. Tag, Tuttlingen – Talheim

143. Tag, Dienstag, 8. Oktober 2019

Wir haben auf dem Stellplatz in Tuttlingen gut und lange geschlafen.

Vor der Weiterfahrt wollen wir gerne noch entsorgen und Frischwasser nachfüllen. Leider ist die V & E – Station momentan ausser Betrieb. 

Die nächste Möglichkeit bietet sich auf einem Stellplatz in Geisingen, an der jungen Donau.

Auf dem Weg dahin bietet es sich natürlich an, noch einmal die Donauversickerung zu besuchen. Wir waren dort am Anfang unserer Reise am 20. Mai und da war der Wasserstand zu hoch.

Wir fahren zuerst an eine Stellle, an der das Bachbett der Donau momentan total trocken liegt. Heute haben wir mehr Glück und es ist wirkliche eindrücklich. 

Bei wenig Wasser kann man den Fluss über die Steine überqueren. Heute ist das Flussbett total trocken.

Die Hinweistafeln zeigen jedoch, dass dies hier ganz anders aussehen kann.

Das Wasser stand hier schon 4 Meter höher (1990). Da wäre Renate mit ihren Schwimmbewegungen genau richtig. 

Nun wollen wir schauen, wie das weiter flussaufwärts aussieht. Wir fahren also nach Immendingen, wo wir im Mai schon einmal waren.

Wir müssen vom Parkplatz etwa 30 Minuten flussabwärts laufen, da nimmt das Wasser sichtlich ab.

Auf den letzten 10 Metern sieht man auch deutlich, wie das Wasser in den Löchern des Karstgesteins verschwindet, wie im Ablauf einer Badewanne. Wenige später ist das Flussbett total trocken. Wir sind am Hauptschluckloch angekommen. 

Eine Vollversickerung kommt zwischen 309 Tagen (1921) und 29 Tagen ( 1922) pro Jahr vor. Was für ein Naturschauspiel. 

Das Wasser kommt im Aachtopf wieder zum Vorschein und fliesst in den Bodensee = Nordsee. 

Was an Wasser der Donau nach fast 3000 Kilometern und 10 anliegenden Staaten ins Schwarze Meer fliesst, kommt momentan nicht von hier.

Natürlich ist diese Landschaft auch für Biber von Interesse.

Am Abend sind wir wieder in Talheim, da uns Margret zu ihrem Geburtstag eingeladen hat. Mit Gästen aus der Nachbarschaft verbringen wir einen schönen Abend.  

142. Tag, Talheim – Tuttlingen

Morgens scheint die Sonne, aber es zieht tagsüber immer mehr zu.

Wir fahren zuerst nach Spaichingen und später nach Trossingen zum Shoppen. Beides sind saubere überschaubare Ortschaften. 

In Spaichingen turnt gerade eine junge Frau zum Bäumeschneiden am Seil herum.

Wir befinden uns hier in der Baar, wie die schöne Landschaft zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alp genannt wird. Das haben wir auch erst gestern gelernt  (deshalb heisst auch die Handballspielergemeinschaft von Schura, Talheim und Trossingen „HSG BAAR“).

Unsere Mittagspause verbringen wir auf einem Waldweg in 769 Meter Höhe. Die Wege sind aber so durchweicht, dass wir auf einen Spaziergang verzichten. 

Nachmittags fahren wir nach Tuttlingen auf den städtischen Stellplatz. Auch in Tuttlingen wollen wir eigentlich noch etwas durch die Fussgängerzone bummeln. Allerdings wird daraus nach unserem Nachmittagsschläfchen nichts mehr. Wir sind zu faul. 

Wir stehen hier wieder sehr schön und ruhig an der Donau. Allerdings ist der Untergrund auf dem Stellplatz durch die Nässe der letzten Tage so schmutzig, dass wir nicht mehr raus gehen mögen.

Gefahren: 60 km