129. Tag, Dinkelsbühl – Treuchtlingen

129. Tag, Dienstag, 24. September 2019

Als wir Dinkelsbühl verlassen scheint noch die Sonne. 

Wenig später kommen wir in dichten Nebel.

Da fahren wir lieber brav hinter einem landwirtschaftlichen Fahrzeug her.

Nach einiger Zeit kommt die Sonne langsam durch

Und bald sieht die Landschaft wieder schöner aus.

Und noch später ist auch der blaue Himmel wieder zurück.

Bei der Durchfahrt durch Meinheim fällt uns ein aussergewöhnliches Kirchturmdach auf.

Es ist der Spitzhelm der evangelischen St. Wunibalds-Kirche mit den seit 1840 buntglasierten Ziegeln. 

Treuchtlingen fahren wir an, weil uns der Stellplatz von anderen Campern empfohlen worden war. In erster Linie aber, weil es hier auch eine Wasch- und Trockenmöglichkeit gibt.

Laufend wurde das Gelände erweitert. Inzwischen verfügt der Stellplatz über 56 grosszügige Parzellen. Die meisten kommen wegen der Therme nach Treuchtlingen, das 13’000 Einwohner zählt.

Renate ist bis zum Abend mit der Wäsche beschäftigt, denn die Maschinen brauchen für einen Waschgang sehr lange. Und für das Tumblern ebenfalls. 

Endlich kann alles auf Mobi-Format zusammengelegt und verräumt werden. 

Als Michael eine Runde auf dem Stellplatz dreht, entdeckt er ein Eichhörnchen, das etwas Essbares ergattert hat. 

Abends ist es stark bewölkt und es fallen einzelne Tropfen Regen.

Gefahren: 60 km 

128. Tag, Obereisenheim -Dinkelsbühl

128. Tag, Montag, 23. September 2019

Es regnet schon am frühen Morgen. Nichts ist mit „im Freien“ frühstücken.

Immerhin sehen wir aus dem Mobi heraus die Schiffe vorbeifahren. 

Wir wollen das feuchte Wetter ausnützen, um etwas weiter südlich zu kommen. Renate möchte/sollte wieder einmal Wäsche waschen, was auf dem Stellplatz in Treuchtlingen möglich sein soll. 

Unterwegs regnet es fast immer. Wir fahren ein Stück auf der A7 Richtung Ulm. Der Zustand der Fahrbahn ist eine reine Katastrophe, die reinste Teststrecke für Stossdämpfer und die Haltbarkeit des Camper-Mobiliars.

Da wir so nahe an Dinkelsbühl vorbeikommen, beschiessen wir heute hier zu bleiben, um diesen schönen Ort zu besuchen. Der Stellplatz liegt sehr nahe bei der Altstadt. 

Als wir unseren Rundgang beginnen, regnet es gerade nicht. Doch lange bleibt es nicht trocken. Wir lassen uns aber nicht aufhalten. 

Die gewachsene innere Altstadt, sie wurde nicht planmässig angelegt, ist auch heute noch von einer Stadtmauer umschlossen. Etwa 12’000 Einwohner leben hier heute. 

Dominierend ist das Münster St. Georg. Es wurde im 15 Jh. in seiner heutigen Form erbaut. 

Trotz des trüben, regnerischen Wetters war das eine interessante Besichtigung, die wir in einer Slidershow zusammengefasst haben. Natürlich wären die vielen farbigen Häuser bei Sonne viel schöner anzusehen. 

Gefahren: 110 km 

127. Tag, Volkach – Obereisenheim

127. Tag, Sonntag, 22. September 2019

Nachdem Michael gestern Kontakt mit seinem Jugendfreund Hans in Schweinfurt bekam, verabreden wir uns für heute in Obereisenheim am Main.

Dort befindet sich nicht nur ein wunderschöner Stellplatz direkt am Main, sondern es findet heute auch ein Dorffest und ein Oldtimertreffen statt. Hans kommt jedes Jahr mit einem seiner Schätzchen hier her. 

80 Reisemobile finden hier Platz.

Nicht alle haben aber das Glück, in der ersten Reihe mit Blick auf den Main, so zu stehen wie wir. 

Das Schätzchen ist heute der TR6 aus dem Jahr 1973, aber in einem neuwertigen Zustand.

Es ist viel los. Hunderte von mehr oder minder kostbaren Fahrzeugen mit H-Nummern sind zu bewundern. Viele dieser Sammler kennen sich untereinander. Man gibt bereitwillig Auskunft über das Sammlerstück, wobei die Augen der stolzen Besitzer besonders glänzen.

Es bleibt aber genug Zeit für das Auffrischen vieler alter Jugenderinnerungen der beiden Oldies Hans und Michael. 

Nachdem sich Hans verabschiedet hat, bummeln wir noch einmal durch Obereisenheim, dem überschaubaren Winzerdorf mit 558 Einwohnern. Der Keuperboden, wie auch die Lage in der Maingauklimazone, einer der wärmsten in Deutschland, begünstigt hier den Weinanbau.

Später sitzen wir noch lange am Main, schauen den Schiffen zu und geniessen den warmen Herbstabend.

Gefahren: 10 km

126. Tag, Volkach/Main

126. Tag, Samstag, 21. September 2019

Der Main macht hier einige wilde Schleifen. Durch ein Stück Kanal kann die Schifffahrt 6 km abkürzen.

Heute gehen wir auf einen Rundgang durch Volkach. 

Wir beginnen auf dem sehr schönen Marktplatz vor dem Rathaus, auf dem schon bald viele Touristen mit einem 1. Schoppen in der Hand zu sehen sind. Wir schauen in die Kirche und schlendern durch die Gassen, wo es viele Weinlokale gibt. Anstelle von Wein kaufen wir jedoch ein neues Buch für Renate. 

Später laufen wir zur Wallfahrtskapelle „Maria im Weingarten“, die etwa 2 km ausserhalb in einem Weinberg steht. Die letzten 400 Meter gehen bergauf und so wird dies auch für Protestanten, wie wir es sind, ein Pilgerweg. 

Maria’s Stossgebet kann da nicht schaden. 

Die spätgotische Kirche steht mitten im Weinanbaugebiet. 

In der Kirche hängt das berühmte Kunstwerk „Madonna im Rosenkranz“ von Tilman Riemenschneider. Dieses war auch 1962 in den Schlagzeilen, nachdem es geraubt worden war. Henry Nannen vom „Stern“ erreichte mit einem Lösegeld von 100’000 DM, dass die Diebe das Kunstwerks zurück gaben. 

Von hier oben hat man eine schöne Aussicht auf Volkach und die Weingegend. 

Wir pilgern zurück und verbringen den Rest des Nachmittags eher ruhig beim Mobi.

Abends spazieren wir noch über die Brücke auf die andere Mainseite und werfen einen Blick auf den Stellplatz. Es stehen wieder ähnlich viele hier wie gestern.

Gefahren: 0 km

125. Tag, Ramsthal – Volkach/Main

125. Tag, Freitag, 20. September 2019

Heute flüchten fast alle von diesem Stellplatz, denn ab heute Abend soll es hier am Weinfest laut werden. Bis um 02:30 Uhr soll der Betrieb 3 Tage andauern.

Das Zelt ist inzwischen fast fertig eingerichtet. 

Wir wollen aber sowieso weiterfahren. Auf Land- und Nebenstrassen führt unsere Route nach Volkach am Main. 

In Untereisenheim fällt uns ein besonderes Haus „à la Hundertwasser“ auf. 

Wie wir später googeln,läuft dies tatsächlich unter dem Namen „Hundertwasserweingut“

Wir kommen an grossen Kohlplantagen vorbei . . . 

. . . durch enge Dorfpassagen und

. . . erreichen bald die grossen Weinberge im Maintal. 

Der Stellplatz in Volkach ist offenbar sehr beliebt. Schon bei unserem Eintreffen um die Mittagszeit sind die 30 regulären Parzellen alle schon besetzt. Man darf aber auch auf den Parkplatz davor ausweichen und wir stehen dort sogar sehr gut. Bis am Abend kommen noch etwa 35 weitere Reisemobile dazu. 

Das Wetter ist so schön und warm geworden, dass wir lieber im Freien sitzen, lesen und geniessen. Der Stadtrundgang muss bis morgen warten. 

Ausser dem Rundfahrtboot kommen nur wenige Schiffe vorbei. 

Ein cleverer Eisverkäufer kommt mit seinem Fahrzeug auf den Platz und natürlich gehören auch wir zu seinen Kunden.

Von der Mainbrücke hat man einen guten Überblick auf den Stellplatz.

Die in ihr spannendes Buch vertiefte Renate ist auch zu erkennen. 

In die andere Richtung sticht die hübsche Wallfahrtskapelle „Maria im Weingarten“ ins Auge. 

Auf der Brücke steht diese moderne Plastik

Gut, dass darunter geschrieben steht, was dies ausdrücken soll. 

Gefahren: 60 km

124. Tag, Ramsthal

124. Tag, Donnerstag, 19. September 2019

Gestern Nacht wurde es beim Kartenspielen sehr spät. Wir kamen erst heute ins Bett. Entsprechend lange haben wir morgens geschlafen.

Da wir kein konkretes Ziel haben, verweilen wir heute hier.

Etwas in der Sonne sitzen und lesen. Etwas mit den Nachbarn schwätzen. Etwas im Internet surfen und mailen. Etwas unsere weitere Route überlegen. 

Aber dann raffen wir uns doch noch zu einem Spaziergang auf. 

Vom Stellplatz geht ein Weg bergauf in den Wald. Auf dem Sonnenhang gegenüber liegen die Weinberge. Man ist bei der Weinlese.

Ganz da unten steht auch unser Mobi. 

Im Schatten des Waldes und durch den Wind ist es recht kühl. Gut, dass wir warme Jacken angezogen haben. Trotzdem sind wir froh, dass der Waldweg nach einiger Zeit aufhört und wir im weiten Bogen wieder an die Sonne und zum Stellplatz zurück kommen.  

Aus der Ferne fällt schon das riesige Festzelt auf. Am Wochenende findet hier ein Weinfest statt. 

In diesem Zelt haben offenbar 3000 Menschen Platz. Natürlich werden noch Tische und Bänke aufgestellt.

Wir geniessen die Herbstsonne bis zum letzten Strahl. Was für ein schöner Tag!

Und dann noch dieser prächtige Sonnenuntergang

Gefahren: 0 km 

123. Tag, Nordheim vor der Rhön – Ramsthal

123. Tag, Mittwoch, 18. September 2019

Wir fragen uns, wie das Wetter bei diesen turbulenten Wolkenbildern wohl werden wird? Es blieb den ganzen Tag wechselnd bewölkt, aber trocken.

Heute fahren wir durch die Rhön. 

Es ist uns eine sehr vielfältige Landschaft. Bei der Anfahrt ein dichter Laubwald, oben auf dem Hochplateau erwartet uns eine grossartige Weitsicht, die bei klarem Wetter noch besser sein könnte. Die Vegetation ist geprägt vom rauhen Klima hier oben auf rund 800 müM. Wir sind begeistert. 

Die Kuppen ringsum sind überwiegend vulkanischen Ursprungs. Die höchste davon ist die Wasserkuppe mit 950 müM. 

Natürlich müssen wir das alles wieder hinunter, und das oft mit beachtlichem Gefälle. Da wir fast alleine unterwegs sind, behindern wir niemanden, wenn wir im 2. Gang motorgebremst bergab schleichen. 

Unser Ziel ist ein Stellplatz in Ramsthal in der Nähe von Bad Kissingen. 

Der kleine fränkische Winzerort (1100 Einwohner) stellt diesen Platz zur Verfügung um für den Ort, seine Gaststätten und Winzer, zu werben.

Der Stellplatz ist immer gut belegt und wie wir hören, sind die meisten der hier anwesenden Camper Wiederholungstäter. 

Auch wir essen auf Empfehlung einiger Nachbarn heute Abend in einer hiesigen Gaststätte. Lecker war’s. Andere kaufen auch Wein ein. 

Gefahren: 70 km

122. Tag, Winterstein – Nordheim vor der Rhön

122. Tag, Dienstag, 17. September 2019

Wie schön! Es ist heute Morgen wieder trocken. 

Wir fahren auf kurvenreichen Passstrassen durch die Ausläufer des Thüringer Waldes. 

Am Inselsberg zwischen Tabarz und Brotterode kommen wir an einem Vergnügungspark vorbei. 

Am Gegenhang sehen wir in der Ferne die Inselsbergschanze. 

Dann kommen wir an einem hohen Wasserfall vorbei. Dieses Naturereignis wollen wir uns genauer ansehen.

Als sich aber herausstellt, dass dieser Wasserfall künstlich angelegt worden ist, sind wir ziemlich enttäuscht. 

Wir fahren ein Stück auf der tollen Autobahn 71 mit ihren vielen Kunstbauten.

Bald verlassen wir Thüringen und damit die ehemalige DDR endgültig und kommen nach Bayern. 

Hier weht gleich ein ganz anderer Wind, nicht nur politisch. Es bläst uns fast von der Fahrbahn.

Auch hier hat es in der letzten Zeit viel zu wenig geregnet. Auf den Wiesen wächst Heu und es staubt gewaltig, wenn der Landwirt sein Feld bearbeitet.

Wir steuern den kleinen Ort Nordheim vor der Rhön an.

Die Gemeinde hat hier auf dem alten Bahnhofsgelände einen grosszügigen Stellplatz angelegt. 

Wir sind hier eigentlich in Unterfranken/Bayern, der Flagge nach aber im Königreich Bayern. Das ist recht weit entfernt von der BRD.

Heute zählt der Ort am Flüsschen Streu, der im Jahre 525 als fränkische Siedlung gegründet wurde, gut 1000 Einwohner. 

Auf unserem Rundgang entdecken wir ausser der Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“, wovon Teile aus dem 14. Jh. stammen, auch noch weitere hübsche Ecken und Gebäude. 

Der ländliche Charakter ist geblieben, wie auch diese Viecher uns gegenüber dokumentieren. 

Der alte Bahnhof ist ein halbes Museum.

Das Wetter blieb trocken, auch wenn immer wieder dunkle Wolken aufzogen. 

Gefahren: 110 km

121. Tag, Duderstadt – Gotha – Winterstein

121. Tag, Montag, 16. September 2019

Es regnet heute nur einmal, nämlich den ganzen Tag. Als wir uns auf die Weiterfahrt nach Gotha begeben, hoffen wir noch, dass der Regen aufhört. 

Kurz nach Duderstadt kommen wir am Grenzlandmuseum Eichsfeld vorbei. 

Wir halten aber nicht an, nicht nur, weil es fest regnet, sondern auch, weil wir ähnliches schon in Helmstedt besichtigt haben. 

Später sehen wir noch einmal einen Grenzwachturm aus alten Zeiten. 

Unsere Route führt durch sehr unterschiedliche Landschaften. Einmal sehr ebene Flächen, dann wieder sehr hügelig mit Gefälle und Steigungen über 10 Prozent. 

Die tiefliegenden Wolken in der Landschaft haben durchaus ihren Reiz, auch wenn die Fernsicht natürlich leidet. 

Der Stellplatz in Gotha liegt direkt vor dem ehemaligen Marstall. Es regnet gerade etwas weniger. 

Wir wagen einen Spaziergang zum nahen Schloss Friedenstein.

Da wird enorm renoviert, was auch bitter nötig ist. 

Da der Regen wieder stärker wird, kommen wir nicht sehr weit. Wir ziehen uns lieber wieder zurück in unseren Mobi. 

An ein Übernachten auf diesem Stellplatz ist nicht zu denken.

Zu laut sind hier die Geräusche von Autos und (der altertümlichen) Strassenbahn zu hören. 

So verlassen wir diese geschichtsträchtige Stadt vorzeitig und suchen uns zum Übernachten einen ruhigen Platz.

Wir finden ihn in Winterstein, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. 

Der Platz ist zum Glück so eben, dass wir keine Auffahrkeile brauchen, um gerade zu stehen. Das ist im Regen immer doppelt lästig. 

Gefahren: 130 km

120. Tag, Duderstadt

120. Tag, Sonntag, 15. September 2019

Nach einer kalten Nacht, mit um die 8 Grad, wird der Tag wieder sonnig und warm.

Heute gilt es unsere Trägheit zu überwinden, denn hier gibt es noch viel zu sehen. 

Wir spazieren wieder durch den Stadtpark in die Altstadt. 

Das Rathaus ist bis unter das Dach zu besichtigen, was einen guten Rundblick über die Stadt ermöglicht. Im Innern erfahren wir viel über die Stadtgeschichte. 

Seine Blütezeit verdankt Duderstadt der zentralen Lage an den grossen Handels- und Heerstrassen. Schon zu Beginn des 15. Jh. zählte Duderstadt 4500 Einwohner und war damit fast so gross wie Hamburg in jenen Tagen. 

Und so soll Duderstadt gemäss dieser lustigen Sage zu seinem Namen gekommen sein. Klingt doch schlüssig, oder?

Nach der Rathausbesichtigung stärken wir uns erst einmal im Restaurant gegenüber. 

Danach gehen wir ein weiteres Mal auf einen Stadtrundgang. Dieses Mal aber bei schönem Wetter. Der mittelalterliche Wohlstand ist noch überall zu sehen. Die Stadt versteht es offenbar, dieses kulturelle Erbe zu erhalten. 

Zurück auf dem Stellplatz bleibt noch Zeit, um das prächtige Wetter zu geniessen. 

Gefahren: 0 km

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil