53. Tag, Uetersen – Stellplatz beim Wildpark Eekholt, Großenaspe

53. Tag, Mittwoch, 10. Juli 2019 

Was ist denn nur los heute Morgen. Es regnet ja gar nicht. Erst ist es noch bedeckt, aber am Nachmittag kommt sogar die Sonne durch.

Eine Equipe von 4 Männern warten beim Hafen in einem VW-Bus auf ihren Einsatz.

Sie sollen das Fahrwasser mit „Pricken“ kennzeichnen, die hier auf dem Boot bereit liegen. Das Besondere aber ist ihre Arbeitszeit: Die beträgt nur knapp 2 Stunden, nämlich eine Stunde vor und eine Stunde nach Hochwasser. Klingt nach einem Traumjob. Denn bevor das Wasser ganz weg ist, müssen sie wieder hier sein, sonst stecken sie mit dem Boot im Schlick fest. 

Dann müssen wir unsere Aussage von gestern korrigieren. Es gibt hier sehr wohl noch etwas Sehenswertes.

Wir entdecken erst heute das Rosarium Uetersen.

Bis zu 30’000 Rosen in 100 Sorten vermitteln ihre Blütenpracht und Duftnote in einer schönen Anlage.

Leider scheint die Sonne nicht, aber auch so ist es ein Erlebnis. 

Dazwischen tummeln sich allerhand Tiere: Enten, Blesshühner und Hasen.  An den Hasen haben die Gärtner gar keine Freude, denn sie fressen allzu gerne die jungen Rosenknospen ab. 

Eine Goldulme, Renates Lieblingsbaum, fehlt auch nicht. 

Viele andere Senioren erfreuen sich auch an der schönen Anlage. Wir fallen also gar nicht aus dem Rahmen. 

Uetersen exportiert jährlich etwa 20 Millionen Rosen.

Auch die Fussgängerzone mit reichlich Einkaufsmöglichkeiten möchten wir erwähnt haben. 

Unterwegs im Raum Pinneberg kommen wir später durch ein, vor 100 Jahren angelegtes, über 400 ha grosses Baumschulrevier.

435 Baumschulen züchten hier Bäume und Büsche und versenden diese in alle Welt. 

Es wird immer ländlicher. Hier gibt es Enten & Spargel (wir kennen Spargel eher in Kombination mit Schinken 😀😀). 

Über schmale, aber gute Strassen erreichen wir unseren Stellplatz beim Tierpark Eekholt (zwischen Bad Bramstdt und Bad Segeberg).

Auf einem der riesigen Parkplätze für Besucher dürfen auch Reisemobile bleiben. 

So ruhig und in der „Wildnis“ haben wir schon lange nicht mehr gestanden. Dafür gibt es hier kein Mobilfunknetz. Wir sind telefonisch also nicht erreichbar.

Also, wenn überhaupt, so wird dieser Blogbeitrag über unsere SAT-WLAN-Verbindung erfolgen. 

Den Tierpark wollen wir morgen besuchen. 

Heute geniessen wir zuerst wieder einmal die Sonne. 

Gefahren: 50 km 

52. Tag, Wedel – Holm – Wedel – Uetersen

52. Tag, Dienstag, 9. Juli 2019 

Heute hat unser Enkel Silvan Geburtstag. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

Der Tag heute ist ähnlich verregnet wie gestern. Erst nachmittags wird es langsam trocken.

Eine unserer Halogenscheinwerfer braucht ein neues Leuchtmittel. Die Fiat Professional Garage, die wir unterwegs einmal angesteuert hatten, erklärte uns, dass dies eine LMC-Lampe ist, für die Fiat keinen Ersatz führt. 

Im Internet finden wir heute einen Wohnmobilhändler in Holm, ganz in der Nähe. Nach telefonischer Anfrage glaubt man, uns helfen zu können. Also fahren wir dort hin. 

Wir müssen einige Zeit warten bis die Kunden vor uns abgefertigt sind. Es ist ein kleiner Betrieb, aber wir erfahren hier eine sehr freundliche und hilfsbereite Bedienung. Ein Mitarbeiter baute uns das neue Leuchtmittel sogar noch kostenlos ein. Michael weiß nun auch, wie so etwas ausgetauscht werden kann. Ab heute haben wir auch einen Ersatz an Bord.

Natürlich regnet es just in dem Moment wieder, als wir an der Reihe sind. So werden der Mechaniker und Michael ziemlich nass. 

Wir fahren zurück nach Wedel. Obwohl wir den Anblick der mit Reet gedeckten Häuser inzwischen gewöhnt sind, ist dies immer noch etwas Spezielles für uns. 

Nach dem Mittagessen wagen wir einen Spaziergang in die Stadt. Wir bummeln durch die hübsch angelegte Einkaufsstrasse. Wir brauchen aber nichts und kaufen auch nichts was wir nicht brauchen, was nicht selbstverständlich ist. 

Der Roland, das Wahrzeichen der Stadt Wedel.

Zurück auf dem Stellplatz fahren wir mit dem Mobi noch einmal an die Elbe zur Schiffsbegrüssungsstation. 

Die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft (von niederdeutsch Hööft „Landspitze, -zunge“) ist eine Einrichtung am Fährhaus in Schulau dem südlichen Ortsteil von Wedel an der Unterelbe. Sie wurde von Otto Friedrich Behnke, dem Wirt des Schulauer Fährhauses, am 11. Juni 1952 eingerichtet. 

Diese Wohnungen bieten eine prächtige Aussicht auf die Elbe und sind deswegen wohl auch nur „im gehobenen Preissegment“ zu finden. 

Leider ist hier an der Elbe gerade „tote Hose“. Kein Schiff in Sicht.

So beschliessen wir auf einen Stellplatz nach Uetersen zu fahren. Der liegt laut Beschreibung am alten Hafen, was bei uns immer gut ankommt. 

Unterwegs kommen wir am „Reepschlägerhaus“ vorbei. Dahinter steckt eine interessante Geschichte, zumal es hier um eine Familie Warncke geht. (Renates Vorfahren heissen auch Warncke, stammen aber aus Mecklenburg). 

Das Reepschlägerhaus in Wedel, erbaut 1758 als Handwerkerhaus für Seiler, die Taue für Großsegler herstellten, wurde bis 1964 seiner Bestimmung gemäß genutzt. Die letzten Bewohner, die Brüder Carl und Louis Warncke, konnten von ihrem Beruf als Reepschläger kaum noch leben. Mit dem Tod von L. Warncke 1964 endete die Ära der Reepschlägerei.

Hier gibt es noch mehr Informationen.

Als wir um 17:30 beim Hafen eintreffen, liegen die Boote im Schlick. 

Um 21:00 haben sie schon wieder Wasser unter dem Kiel. Am besten erkennt man den Unterschied am Gefälle des Schwimmsteges.

 Um 22:00 ist aber immer noch nicht Hochwasser-Stand.

Der Frachthafen um 17:30 Uhr

Der Frachthafen um 21:00 Uhr und das Wasser steigt immer noch.

Der Frachthafen um 22:00 Uhr und noch immer nicht Hochwasser. Bemerkenswert für alle im Süden: So hell ist es noch hier im Norden.

Der Ort bietet aber ansonsten nicht viel Sehenswürdigkeiten. 

Gefahren: 30 km

51. Tag, Glückstadt – Wedel

51. Tag, Montag, 8. Juli 2019 

Auf dem Stellplatz in Glückstadt treffen heute zwei Mega-Camper ein. Die Leute der Graber Motorstuntshow warten hier, bis der Platz ihrer nächsten Show frei wird.

Wir wollen heute nach Wedel und dort den Stellplatz checken. Von dort wollen wir in 14 Tagen unsere Enkelin in Hamburg abholen. 

Normalerweise wären es 45 Kilometer von Glückstadt nach Wedel. Doch durch zwei Umleitungen wegen Totalsperrung der Strassen werden 70 Kilometer daraus.

Der Stellplatz in Wedel ist riesig, also keine Gefahr, dass wir hier in 14 Tagen keinen Platz bekommen werden. Es ist auch keine Veranstaltung angekündigt, wodurch der Stellplatz gesperrt werden würde. 

Die Haltestelle der S-Bahnlinie nach Hamburg ist in 10 Minuten zu Fuss erreichbar. Das ist perfekt, denn in Hamburg sind die Stellplatz-Möglichkeiten ganz schlecht.

Von Wedel ist man in 28 Minuten am Bahnhof Altona. 

Das Wetter ist heute so was von wechselhaft. Ein Regenschauer folgt dem anderen.

Dazwischen scheint brennend heiss kurz die Sonne. Das ist für uns jedoch kein Problem. 

Wenn wir schon einmal in der Nähe sind, so haben wir mit unserem Hamburger Freund Frank Kontakt aufgenommen. Er kommt zu uns und wir gehen gemeinsam Essen. 

Wir landen im Restaurant „Schulauer Fährhaus“ bei der Schiffsbegrüssungsstation. 

Gerade bei unserer Ankunft fährt das „Traumschiff Aida“ vorbei. Was für ein Timing. 

Auch die Schnellfähre nach Helgoland setzt gerade einige Fahrgäste ab. 

Nebst anderen kommt auch noch dieser riesige Containerfrachter vorbei. Unvorstellbare 13’500 Container hat er geladen. 

Nicht nur die Aussicht auf die Elbe, auch das Essen im Fährhaus war grossartig. 

Ein unterhaltsamer und lustiger Abend geht zu Ende. Frank bringt uns noch zum Stellplatz und macht sich auf den 42 km langen Heimweg an’s andere Ende von Hamburg. Danke für den Besuch, Frank.

Gefahren: 70 km

50. Tag, Glückstadt

50. Tag, Sonntag, 7. Juli 2019 

Wieder ist es heute Morgen regnerisch und mit 14° auch recht frisch. Es bläst auch immer noch ein kräftiger Wind, der im Laufe des Tages von westlich auf nördlich dreht. Das Thermometer steigt heute nie über 16°.

Also beschäftigen wir uns im Mobi, was überhaupt kein Problem ist. Zuerst die Ergänzung des gestrigen Beitrags mit dem nächtlichen Feuerwerk und dann einige Telefonate und Mails, die schon lange fällig waren.

 

Glückstadt ist die Matjesstadt, entsprechend gab es als Sonntags-Menue Matjessalat à la Renate mit Salzkartoffeln, inklusive einem Klaren, aber wirklich nur einem. 

Als es am Nachmittag trocken wird, machen wir uns dann doch noch zu einem Spaziergang in den Ort auf. 

An den Bäumen ist zu erkennen, wie stark der Wind immer noch weht. 

Das Rathaus auf dem Marktplatz haben wir gestern nicht so richtig beachtet.

Es wurde im 16. Jh. erstmals erbaut. Offenbar nicht sehr stabil, denn im 18. Jh. musste es wegen Baufälligkeit abgebrochen werden und es entstand das heutige Gebäude mit einer ähnlichen Fassade. Allerdings wurde beim Neubau anstelle des dänischen Staatswappens, das Glückstädter Wappen angebracht. 

Ebenfalls am Marktplatz steht das Restaurant „StilBruch„.

Passend dazu sind die Strandkörbe aus Palettenholz geschreinert. 

Überall in den Seitenstrassen sehen wir riesige Stockrosen blühen. In allen Farben gedeihen sie hier im Norden anscheinend besonders gut.

In einem Schaufenster entdecken wir den Grundsatz der norddeutschen Kommunikation: Ein „Moin“ zur Begrüssung genügt, denn „Moin Moin“ gilt hier schon als Gesabbel, was auf Deutsch als geschwätzig bezeichnet wird.

Um dieses Schild zu fotografieren, fuhr Michael am Abend noch einmal in die Stadt (auf dem ersten Bild war nicht alles drauf). Aber Bewegung soll ja gesund sein 😃😃). 

Uns passt dieses Wetter. Diese Wolkenbilder sind doch toll und zu heiss ist es auch nicht. Ständiger Regen muss natürlich auch nicht sein,

Beim Abendessen entdeckt Renate einen Hasen vor unserem Mobi. Auch ihm schmeckt es offenbar. 

Gestern ein Feuerwerk, heute ein feuriger Sonnenuntergang.

Gefahren: 0 km 

49. Tag, Brokdorf – Glückstadt

49. Tag, Samstag, 6. Juli 2019 

Es regnet und eigentlich würden wir lieber bleiben. Aber wir müssen wieder einmal einkaufen. So verabschieden wir uns von Reinhard, dem freundlichen Gastherrn, und von Zina, seiner tollen Schäferhündin. 

Wir fahren nach Glückstadt, wo wir alle unsere Einkäufe machen können. Es stürmt gewaltig. Nachmittags hört der Regen auf und manchmal kommt sogar die Sonne kurz durch.

Also können wir einen Spaziergang durch den Ort wagen. 

Glückstadt wurde 1617 gegründet, um dem wachsenden Hamburg einen Gegenpol zu bieten. Der auf dem Reißbrett geplante sechseckige Grundriss ist bis heute erhalten geblieben. 

Natürlich spazieren wir auch am Hafen vorbei. 

Dort steht der historische Salzspeicher

. . . sowie das Brückenhaus.

Hier zeigen sich zwei Oldies – einer ist zu verkaufen. 

Aber es liegen auch moderne Sportboote hier im Binnenhafen, wie diese Bavaria C 57. 

. . . und diese uns unbekannte Schönheit.

Im Aussenhafen, also an der Elbe, liegt man bei Starkwind recht unruhig. 

Es findet gerade ein Rockkonzert mit Rummel statt.

Wir stehen in grosser Entfernung auf dem Stellplatz. Doch die Bässe klingen rythmisch je nach Wind bis zu uns herüber. 

Gefahren: 20 km 

PS: wie wir hören, hat der Sturm unsere lieben Wassersportfreunde im Hafen eingeweht: Waltraud und Dieter in Maasholm an der Schlei und Vreni und Jögge in Laboe in der Kieler Bucht. 

Nachtrag: 

Gegen Mitternacht überraschte uns der Veranstalter des Rockkonzerts mit einem grossen, unendlich lang erscheinenden Feuerwerk. 

48. Tag, Brokdorf, Stellplatz Hink

48. Tag, Freitag, 5. Juli 2019 

In der Nacht hat es tüchtig geregnet. Heute ist es den ganzen Tag trübe, aber ohne nennenswerte Niederschläge. 

Wir bleiben heute auf diesem Platz, verstellen uns aber um 20 Meter, um dem immer noch starken Wind nicht so ausgesetzt zu sein. 

Es gibt hier auf dem riesigen Gelände unendlich viele Möglichkeiten, einen passenden Platz zu finden. 

Reinhard, der Eigentümer des Anwesens, ist ständig damit beschäftigt, dass sich seine Gäste hier wohlfühlen. 

In der grossen Halle vermietet er Einstellplätze und auch sein eigener, schöner Camper steht hier. 

Zina, die Schäferhündin, kommt immer wieder vorbei und hofft, dass man Stöckchen wirft. Sie ist erst ein Jahr alt und folgt ihrem Herrchen auf’s Wort.  Ein toller Hund! 

Das Familienwappen der Hinks ziert den Eingang.

Nachmittags wagen wir uns trotz dunkler Wolken auf einen Spaziergang nach Brokdorf. Unser Stellplatz gehört zum Bezirk Brokdorf, liegt aber weit ab. 

Es geht schier endlos über flaches Land – was sonst hier. 

Die Bäume biegen sich im starken Wind. 

Immer wieder schöne, reetgedeckte Häuser am Weg. 

. . . und Schafe (im Hintergrund das AKW Brokdorf)

. . . und Ziegen, diese neugierigen Viecher.

. . . und schöne Blumen

Am Orteingang: Brokdorf sagt guten Tag.

Am Deich zur Elbe sehen wir wieder grosse Schiffe (aber wir zeigen nur eines). 

Michael wunderte sich schon mehrmals über die falsch aufgehängte Fahne der Niederlande, bis Renate ihn aufklärt, dass dies die von Schleswig-Holstein ist. 

Der Rückweg von 3 km zieht sich dann doch. Wir waren auch froh, dass uns der Regen verschont hat. 

Unser erster Durst wird durch ein von Reinhard frisch gezapftes Bier gelöscht, noch dazu vom Haus spendiert. Den Tresen hat er selbst aus einem Eichenstamm fabriziert. Das ist Teil eines Raumes, der für Feiern zu mieten ist.

Das Bier geniessen wir dann mit ihm zusammen auf der „Klönschnackbank“ bei interessanter Unterhaltung. 

Von den Campernachbarn bekommen wir noch zwei Stück selbstgemachte Erdbeertorte geschenkt. Was geht es uns gut.

Gefahren: 0 km

47. Tag, Hochdonn – Wilster – Brokdorf

47. Tag, Donnerstag, 4. Juli 2019 

Heute Morgen war es trüb bei ca. 14°. 

Gestern Abend legte hier noch die AMBIORIX an, ein deutsches Frachtschiff (70m x 8.2m) mit einem holländischen Schiffsführer. Ein cooler Typ, mit dem wir ins Gespräch kamen und der uns gleich zu einem Bier oder einem Glas Wein an Bord einladen wollte. 

Er bringt eine Ladung Kunstdünger aus Gent in Belgien hierher. Eine Woche war er dafür unterwegs und hatte wohl Rede-Nachholbedarf. 

Heute Morgen werden die 162 Tonnen Kunstdünger mit einem Bagger auf Lastwagen geladen. 

Obwohl hier am Kanal immer etwas los ist, wollen wir heute doch wieder einmal weiterziehen.

Hier ganz in der Nähe befindet sich der tiefste Punkt Deutschlands. Klar müssen wir dahin. 

Es ist ein unscheinbarer Parkplatz in der Nähe von Neuendorf in der Wilster Marsch. 

Die tiefste Landstelle liegt 3.54 Meter unter NN. Ohne Elbdeich würde das Wasser bei normalem Hochwasser 5 Meter hoch stehen. 

An einem Pfahl werden die Pegelstände von Flutkatastrophen der letzten Jahrhunderte gezeigt.

Dann steht hier ein sogenannter artesischer Brunnen. Durch den Überdruck des Grundwassers sprudelt hier Wasser heraus.  

Wir tragen uns in das Besucherbuch ein. Eigentlich das Gegenteil eines Gipfelbuches bei uns in der Schweiz. Nur mit weniger Anstrengung verbunden.

Dann besuchen wir Wilster. Aus der Blütezeit des 18. Jahrhunderts stammen die spätbarocke St.-Bartholomäus-Kirche, einige vornehme Bürgerhäuser und das heutige Rathaus, das ehemalig Palais Doos, mit seiner grosszügigen Gartenanlage. 

Den Schlüssel zur Kirchenbesichtigung bekommen wir in der Buchhandlung nebenan. Es ist die Mühe wert. Selten trifft man so eine lichtdurchflutete Kirche an. Ganz anders als der üppige süddeutsche Barock gefällt uns hier dieser späte Barock in seiner Schlichtheit. 

Wir landen auf einem Stellplatz auf dem Lande in der Nähe von Brokdorf.

Trotz der leerstehenden ehemaligen Landwirtschaftshallen ist es hier sehr idyllisch. Reinhard, selbst ein Camper, bietet seinen Gästen viel Platz und alles was es braucht.

Ein überdachter Grillplatz, eine Klönschnackbank und vieles mehr gehören auch dazu. 

Zina, seine junger Schäferhündin, sucht sofort nach Spielkameraden. 

Es stürmt heute wieder sehr und der Wind ist frisch. Obwohl die Sonne scheint, ist es im Freien zum Sitzen nicht sehr angenehm. So halten wir uns eben drinnen auf. 

Gefahren: 30 km

46. Tag, Hochdonn, am NOK

46. Tag, Mittwoch, 3. Juli 2019 

Heute Morgen war der Himmel bedeckt und das Wetter trübe und regnerisch. Da beschliessen wir, heute noch nicht weiterzufahren und uns einen weiteren ruhigen Tag zu gönnen. 

Wir hoffen auch, einmal zum Lesen zu kommen. Aber immer wieder werden wir abgelenkt. Man kennt inzwischen viele der Camper und jeder hat etwas zu erzählen.

Es kommen nicht nur Schiffe vorbei, sondern auch eine Reiterin und eine junge Familie Nilgänse. Mit Fotos von Schiffen halten wir uns heute sehr zurück.

Ein cleverer Bäcker kommt auf den Platz und macht guten Umsatz. Auch wir erstehen frisches Brot bei ihm. 

Im Laufe des Tages gibt es immer mehr sonnige Phasen.

So fahren wir nachmittags mit der Fähre über den Kanal.

Es nähern sich zwei grosse Pötte.

Dann spazieren wir auf der anderen Seite bis zu dieser Weiche, . . .

. . . dieser Kanalverbreiterung, wo die ganz grossen Schiffe besser aneinander vorbeikommen.

Von hier schauen wir hinüber auf unseren Stellplatz. 

Eigentlich war dieser Blogbeitrag schon fertig. Da kommen noch zwei besondere Schiffe in der Abendsonne vorbei.

Ein riesiger Containerfrachter „Delphis Botnia“, Hongkong, 177 m lang und 30m breit.

Platz für 1924 Container.

Und ein Spezialschiff „Stemat Spirit“, zum Verlegen der Kabel von Windparks zum Festland.

Interessant! Aber jetzt ist auch wirklich genug.

Gefahren: 0 km

45. Tag, Hochdonn, am NOK

45. Tag, Dienstag, 2. Juli 2019 

In der Nacht gab es Regen und viel Wind. Aber wir stehen im Lee einiger Büsche und haben gut geschlafen.

Morgens lässt dann der Regen nach. Den ganzen Tag ist es wechselnd sonnig bis bewölkt. Die Aussentemperatur steigt heute nie über 20°. 

Es ist immer etwas los hier. Einerseits kommen laufend Schiffe vorbei, andererseits sind die Camper hier alle sehr kommunikativ. 

Unser Slider zeigt nur eine Auswahl der vorbeikommenden Schiffe.

Alle Nachbarn sind sehr nett und auch der Dackel, der tut nix

Es wird im Laufe des Tages immer kälter. Aber, dass man schon einen Eisbrecher schickt, scheint uns doch übertrieben.

Dieser Oldtimer „Stettin“ aus dem Jahre 1933 ist noch ein kohlebefeuertes Dampfschiff mit entsprechenden Emmissionen. 

Am Abend warten alle auf zwei sogenannte „Traumschiffe“: 

Die Saga Sapphire fährt aus Kiel-Holtenau kommend um 20:45 bei uns vorbei. Länge 200 m, Breite 28 m, für 600 Passagiere und 300 Besatzung. 

Die Boudicca fährt aus Brunsbüttel kommend um 22:15 bei uns vorbei. Länge 206 m, Breite 25 m, für 880 Passagiere und 330 Besatzung. Bemerkenswert ist, dass dieses Schiff 1982 um 26 Meter verlängert wurde. 

Obwohl es weit grössere Kreuzfahrtschiffe gibt, sind auch diese eine Attraktion. Es kommen sogar Leute aus der Umgebung her, um das Schauspiel zu erleben. 

Wir geniessen einen ruhigen Tag, bevor wir beide uns abends wieder beim Kartenspielen „bekämpfen“. Renate hat die letzten Tage eine Glückssträhne, die Michael chancenlos macht (oder spielt sie vielleicht doch besser?). 

Gefahren: 0 km

44. Tag, Brunsbüttel – Hochdonn

44. Tag, Montag, 1. Juli 2019 

Wir verlassen den Stellplatz und parken bei den Schleusen, dem Ein-, bzw. Ausfahrtstor zum Nordostseekanal. 

Wir können Brunsbüttel doch nicht verlassen, ohne einen Blick auf diese gewaltige Schleusenanlage geworfen zu haben, auch wenn wir schon öfter hier waren. 

1895 wurde der NOK durch Kaiser Wilhelm II eröffnet, weshalb er auch der Kaiser-Wilhelm-Kanal heisst. Für alle, die gerne mehr darüber wissen möchten, hier kann man mehr darüber erfahren.

Unsere Freunde, Vreni und Jögge, haben den Schleusenhafen heute früh verlassen und sind schon unterwegs nach Rendsburg.

Nachdem wir hier noch Proviant eingekauft haben, ziehen auch wir weiter. Wir suchen heute einen Stellplatz am Kanal zum „Schiffli luege“.

In Burg stoppen wir kurz bei diesem schönen alten Rathaus.

14 Gemeinden wurden im Amt Burg-Michaelisdonn zusammengefasst. 

Kurz danach kommen wir bei Hochdonn und bei der Fähre und Eisenbahnbrücke an den Kanal. 

Der Stellplatz hier ist fast immer voll bis auf den letzten Platz. Diesen ergattern wir heute mit viel Glück und etwas Beharrlichkeit. 

Wer hier steht, hat einen Logenplatz erster Güte. 

Immer wieder kommen kleinere und grössere Schiffe vorbei. 

Auf einem Spaziergang am Kanal laufen wir bis zu einem der Ausweichbassins, wo sich die ganz grossen Schiffe kreuzen können. Hier wurde auch ein Badestrand angelegt. Und ja, es gibt sogar Leute, die in diesem Kanalwasser baden. Wir ganz sicher nicht.

Etwa 6 km weiter ist in der Ferne (rot auf obigem Bild) die Autobahnbrücke der A23, Hamburg – Husum zu erkennen. 

Das Wetter war heute sehr wechselhaft. Mal Sonne, mal bewölkt, sogar mal kurz etwas Regen. Einzig der Sturm hielt beständig durch bis zum Abend. 

Bis spät in der Nacht sehen wir den vorbeifahrenden Schiffen nach.

Gefahren: 30 km

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil