141. Tag, Talheim – Trossingen – Talheim

141. Tag, Sonntag, 6. Oktober 2019

Morgens regnet es. Mittags nieselt es. Abends regnete es wieder.

Heute haben Kim und Laurin, beide in ihrer Kategorie, einen Handball-Wettkampf.

Da wollen wir natürlich dabei sein und fahren ins nahe Trossingen.

Es ist eine Freude zuzusehen, wie die Jüngsten schon motiviert sind und sich voll einsetzen.

Bei den Grösseren geht es am Nachmittag schon richtig zur Sache.

Laurins gegnerische Mannschaft geht wohl als Favorit ins Spiel, allerdings müssen sie sich letztlich mit 17:8 deutlich geschlagen geben. 

Da ist der Freudentanz von Laurins Mannschaft auch berechtigt. 

Natürlich fiebern die Angehörigen auch mit. 

Nach dem Abendessen spielen wir mit Tobias noch bis zur Schlafenszeit Karten. 

Der Blog fällt deshalb auch etwas kurz aus. 

Gefahren: 20 km 

140. Tag, Neuffen – Gomaringen – Talheim

140. Tag, Samstag, 5. Oktober 2019

Heute sind Verwandtschaftsbesuche auf dem Programm. 

Bei starkem Regen verlassen wir den Stellplatz, vorbei am schönen Rathaus von Neuffen. 

Von der Landschaft ist bei diesem Regen allerdings nicht viel zu sehen. 

Erste Station ist Gomaringen, wo Uli uns schon mit einem Apéro erwartet. 

Danach wird uns leckeres Mittagessen serviert und später noch Kaffee und Gebäck. Wir werden riesig verwöhnt und verbringen einige schöne Stunden zusammen. Dann müssen wir aber weiter.

Auf dem Weg zur zweiten Station regnet es nicht mehr ganz so fest.

Als wir in Talheim bei Renates Patenkind und Familie ankommen, sind die Pizzabäcker schon intensiv bei der Arbeit.

Kim macht geschickt die Salatsauce.

Und bald steht das Abendessen für die grosse Runde auf dem Tisch.

Als die Kinder im Bett sind, sitzen wir noch lange zusammen und haben uns viel zu erzählen. 

Kaum sind wir gegen 24 Uhr im Mobi zurück, setzt wieder starker Regen ein. 

Gefahren: 120 km 

139. Tag, Neuffen

139. Tag, Freitag, 4. Oktober 2019

Heute ist ein wunderbarer Tag um guten Gewissens nicht nach draussen zu müssen. Es regnet fast die ganze Zeit. 

In der ersten Regenpause füllen wir unser Frischwasser nach. Unser Wasservorrat hätte für die nächste Dusche wohl nicht mehr gereicht. 

In der zweiten Regenpause wagen wir einen Spaziergang ins Dorf.

Der Wind hat gedreht und bläst nun plötzlich nicht mehr aus südwestlicher, sondern aus nördlicher Richtung. Eigenartig!

Aber wir kommen nicht weit. Bald schon nieselt es wieder. Wir kehren um und kommen soeben noch trocken zum Mobi zurück. 

Also geht es weiter mit Lesen und Kaffeetrinken. Und ehrlich, wir geniessen das sehr. 

Und als der Regen nach 18 Uhr wieder aufhört und es tatsächlich auch heller wird, ja, da mögen wir nicht mehr. 

Wir bereiten uns lieber auf einen gemütlichen Abend vor. 

Gefahren: 0 km 

138. Tag, Neuffen

138. Tag, Donnerstag, 3. Oktober 2019, Feiertag: Tag der Deutschen Einheit.

Wir schlafen gut und lang, da es hier so schön ruhig ist. Geballert wird vom Schützenverein nur mittwochs und am Wochenende. 

Morgens ist es mit 8° recht frisch. Wärmer als 12° wird es den ganzen Tag nicht. Es ist wechselnd sonnig-bewölkt bei leichtem Wind. 

Schon früh kreisen Gleitschirm-Flieger über der Burgruine, um den Hangwind auszunützen. 

Wir wollen auf einen längeren Spaziergang gehen und geniessen die tolle Aussicht.

Aber schon bei Halbzeit werden wir durch eine Landgaststätte, der „Vesperstube Viehweide“, brutal gebremst. Es animiert uns, was da ein junges Paar im Freien isst. Uns ist es aber draussen zu kalt. 

In der einfachen Gaststube sitzen Einheimische beim Frühschoppen und Wanderer beim Vespern, was hier in Süddeutschland eine Zwischenmahlzeit bedeutet. 

Auch wir verdrücken eine vorzügliche Schlachtplatte und dazu leckeres Bier vom Fass. Die Leute sind sehr offen und gesprächig. Allerdings verstehen wir den Dialekt nicht immer auf Anhieb. 

Der Wirt Andreas (65) und seine Frau bewirtschaften hier auf 400 m.ü.M. nebenbei noch 90 ha Landwirtschaft und vermieten Pferdestallungen. Am Wochenende gehen täglich über 120 Vesperteller über den Tisch. Eine Goldgrube, wie er meint, für die es aber keine Nachfolge gäbe. Die Jungen hätten andere Interessen. 

Wir finden, dass wir für heute genügend Bewegung gehabt haben. 

Bei unserer Rückkehr sehen wir den Stellplatz übervoll. 16 Plätze sind vorgesehen, 22 Camper sind es jetzt und es werden bis am Abend wohl noch mehr. Es ist sogar noch ein Schweizer dabei. Scheint einer dieser Urschweizer zu sein, der lieber für sich ist. 

Immer noch ziehen Gleitschirm-Flieger ihre Kreise. 

Im Mobi ist es gemütlich warm. Wir planen die nächsten Tage, lesen viel und lassen es uns gut gehen. 

Gefahren: 0 km

137. Tag, Ludwigsburg – Kirchheim/teck – Neuffen

137. Tag, Mittwoch, 2. Oktober 2019

Heute lösen wir uns von der Verwandtschaft Ilse und Pit. Es war eine schöne Zeit hier und wir hatten viel Spass. Kein Moment war zu spüren, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten. 

Als erstes füllen wir im nahen Einkaufszentrum unseren Proviant auf, denn morgen ist in Deutschland Feiertag und alles geschlossen: Tag der deutschen Einheit.

Just als wir mit unserem Einkauf fertig waren, fängt es kräftig zu regnen an. 

Die Weiterfahrt nach Kirchheim ist entsprechend unangenehm. 

Der Stellplatz in Kirchheim lädt nicht sonderlich zum Bleiben ein. Aber für einen kurzen Besuch der schönen Stadt soll er genügen. Es regnet aber so stark, dass wir auf einen Rundgang verzichten. Auch nach unserer Mittagspause regnet es immer noch. Wir wollen aber wenigsten zum Waldfriedhof, auf dem Renates jüngste Schwester bestattet wurde.

Als wir den Friedhof betreten, ist uns der Himmel gnädig und stoppt den Regen für 15 Minuten. 

Für die Übernachtung fahren wir, wieder im Regen, auf einen Stellplatz in Neuffen. 

Als der Regen nachlässt und sich die Wolken langsam verziehen, sehen wir aus dem Fenster die Burgruine Hohenneuffen. Sie liegt auf 743 m.ü.M. Zuerst dachten wir, es sei die Burg Teck, die auch auf einem kegelförmigen Berg thront. 

Erst die Tafel auf dem Stellplatz klärt uns auf. 

Der Stellplatz liegt bei einem Schützenverein. Ab und zu wird hier geballert.

Nun kommt auch wieder Leben in die Landschaft. 

Von unserem Standort aus können wir die Burgruine in ständig neuem Licht bewundern. 

Gefahren: 80 km

136. Tag, Ludwigsburg

136. Tag, Dienstag, 1. Oktober 2019

Heute wollen wir uns den „Blühenden Garten“ rund um das barocke Ludwigsburger Schloss (von 1704) ansehen. Das umfasst einen 30 Hektar grossen Garten. Darin findet momentan zum 20. Mal eine grosse Kürbisausstellung statt. Ausserdem gibt es den Märchengarten, das Tal der Vogelstimmen, eine Grossvolière, den Posilippo-Tunnel, die Orangerie und vieles mehr.

Immer wieder wird unser Rundgang von einem kurzen Regenschauer unterbrochen. Die Ausstellung ist immens gross und vielseitig und ihr Geld durchaus Wert. 

Bilder vom Schlosspark

Bilder der Kürbisausstellung

Bilder der Orangerie 

Bilder vom Märchengarten

Der Posilippo-Tunnel

Volière

Dazwischen sucht sich ganz unbekümmert ein Eichhörnchen etwas zum Essen.

Pit fährt uns freundlicherweise hin und holt uns auch nach fast 5 Stunden rechtschaffen müde wieder ab. 

Abends gehen wir gemeinsam zum „Griechen“, mit dem Pit befreundet ist, essen. Das Lokal ist nur 3 Minuten zu Fuss entfernt. Wir werden bestens bewirtet und erleben einen schönen Abend zusammen. 

Gefahren: 0 km

135. Tag, Schwäbisch Gmünd – Ludwigsburg

135. Tag, Montag, 30. September 2019 

Heute fahren wir gemütlich nach Ludwigsburg, um nachmittags Michaels Nichte und Mann zu besuchen. 

Es ist schönes Wetter, aber sehr windig.

Vorher verbrachten wir noch lange Zeit in einem Baumarkt mit der Suche nach einem Schlüsseltresor. Der Artikel sollte eigentlich vorhanden sein, konnte aber nicht gefunden werden. Jetzt haben wir ihn eben im Internet bestellt. 

Wir werden bei Ilse und Pit herzlich empfangen. Erst bei Kaffee und Kuchen verwöhnt und später noch in einem guten Lokal. Es gibt so viel familiäres zu erzählen, dass keiner an Fotos denkt. Die Stunden vergehen wie im Flug. 

Erst zuhause beim Absacker entsteht noch ein Erinnerungsfoto.

Gefahren: 70 km

134. Tag, Schwäbisch Gmünd

134. Tag, Sonntag, 29. September 2019 

Was für ein prächtiges Wetter heute Morgen. Da begeben wir uns doch bald auf einen Spaziergang in das etwa 2 Kilometer entfernte Zentrum von Schwäbisch Gmünd. 

Der Ort mit gut 60’000 Einwohnern liegt im Tal der Rems zwischen der Schwäbischen Alb und der Dreikaiserberge. Die Altstadt ist hübsch, aber sehr verwinkelt. Wir bewundern die vielen historischen Gebäude. Alles ist hier bestens erhalten. 

Überall hat die Stadt die Ruhesessel aufgestellt. Die Strassen und Plätze sind auffallend neu gepflastert und alles ist sehr sauber. 

Vor dem Rathaus steht eine Klagebank. Das können wir nachvollziehen.

Um die Ecke steht die Samenbank. Dazu fehlt uns leider der Zusammenhang. 

Für den Besuch sämtlicher Sehenswürdigkeiten reicht unsere Kondition und Aufnahmemöglichkeit nicht mehr aus. Trotzdem sind viel zu viele Fotos entstanden. 

Von den Kirchen besichtigen wir nur das „Heilig-Kreuz-Münster“, die älteste süddeutsche Hallenkirche aus der Zeit der Gotik. Ein gewaltiges Bauwerk. 

Müde kommen wir zum Stellplatz zurück. Für heute haben wir uns genug bewegt.  

Michael erwischt im Fernsehen noch den Rest des heutigen Formel1 Rennens und Renate erholt sich beim Lesen.

Gegen Abend ziehen Wolken auf und der Wind nimmt zu. Es streift uns auch ein kurzer Regenschauer.

Gefahren: 0 km

133. Tag, Wemding – Schwäbisch Gmünd

133. Tag, Samstag, 28. September 2019 

Heute Morgen sieht der Blick Richtung Altstadt doch viel freundlicher aus. Die Sonne scheint. 

Aber schon auf unserem baldigen Stadtrundgang zogen immer wieder Wolken vorbei, von stürmischem Wind getrieben. 

Wemding ist fast kreisrund angelegt, hat eine mittelalterliche Altstadt und aus dieser Zeit als Stadtbefestigung einen inneren und äusseren Graben. 

Wir halten uns nicht sehr lange auf, da dunkle Wolken immer näher kommen, und wir nur ungern nass werden wollen. Einheimische legen uns ans Herz, doch noch die Wallfahrtskirche zu besuchen.

Die im Rokokostil prunkvoll ausgestaltete Basilika „Maria Brünnlein zum Trost“ liegt etwas ausserhalb. 

Hier wird seit dem 17. Jahrhundert vor allem eine aus Holz geschnitzte Marienfigur verehrt. Da gerade ein Gottesdienst stattfindet, entstehen die wenigen Fotos des Inneren versteckt.

Wir befinden uns hier am Rande des Nördlinger Ries. Einst ein Kratersee mit einer Fläche von 400 km2 ist er heute ausgetrocknet eine Ebene von noch 348 km2. Entstanden ist der Krater durch einen Meteoriteneinschlag, der erst 1960 eindeutig nachgewiesen wurde. 

Auf unserer Weiterfahrt durchqueren wir die Ebene. Der Kraterrand ringsum ist gut zu erkennen. Es gibt hier auch einige Vulkankegel, die aber mit der Entstehung des Riess nichts zu tun haben. 

Es ist sehr stürmisch, wie die Wolkenbilder verdeutlichen. Unser Mobi steckt die Böen gut weg. Erinnerung an unsere Segelyacht Beason31 werden wach. Die kam mit schwerem Wetter auch gut klar. Allerdings wären wir heute wohl im Hafen geblieben. 

Unser heutiges Ziel ist Schwäbisch Gmünd.

Wegen eines schlimmen Unfalls werden wir umgeleitet. Der Hubschrauber muss 4 Schwerverletzte bergen, wie wir später erfahren. Es ist zum Glück der erste Unfall, den wir nach 133 Reisetagen sehen. 

Wir haben Glück. Auf dem für Camper reservierten Stellplatz ist gerade noch ein Platz für uns frei. Der Parkplatz für PKWs daneben ist riesig. 

Gefahren: 100 km 

132. Tag, Weißenburg – Wemding

132. Tag, Freitag, 27. September 2019 

Das Wetter ist morgens noch nicht so eindeutig. Doch es ist trocken und wir machen uns auf zu einem Rundgang in die Altstadt von Weissenburg. 

Das historische Stadtbild wird geprägt von der weitgehend erhaltenen Stadtmauer. 

Es gibt viel zu bewundern, wie die Bilder zeigen. Ab und zu kommt sogar die Sonne leicht durch. 

Die Andreaskirche ist zugänglich gewesen. 

Im Stadtgraben am Pulverturm erwischen wir einen Eichelhäher, wie er gerade eine Nuss erbeutet hat. 

Immer mehr sieht es nach Regen aus. Wir kommen noch trocken zurück auf den Stellplatz.

Hier findet heute ab 16 Uhr ein grosses Firmenfest statt. 

Den ganzen Tag schon dreht ein 12monatiges Rind auf dem Grill. Das Fleisch fällt von alleine von den Knochen, sobald es gar ist. 

Da es hier bis in die Nacht sicher laut sein wird, suchen wir einen anderen Übernachtungsplatz.

Wir fahren nach Wemding, eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern. Die Stadt liegt am Rand des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im Geopark Ries.

Eine Schwabenstadt in Bayern – ja gibt’s denn sowas? Do legt’s di nieder!

Auf der Fahrt regnet es immer mehr. 

Aber es ist ja nicht so weit. Schon bald erreichen wir Wemding.

Bei diesem nassen Wetter gibt es heute vom Stellplatz nur ein Foto von innen nach aussen. 

Gefahren: 30 km

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil