11. Tag, Donnerstag, Fontvieille – Les Baux-de-Provence

11. Tag, Donnerstag, 11. April 2019 

Heute Morgen brechen wir früh auf. Kurz nach 9 Uhr waren wir schon auf dem Parkplatz für die Reisemobile in Les Baux-de-Provence.

Eine Stunde später hätten wir, wie gestern, schon keinen Platz mehr gefunden, denn auch PKWs suchen hier gerne einen kostenlosen Parkplatz. 

Die Parkgebühren auf allen anderen Parkplätzen und auch an der Strasse entlang gehen brutal ins Geld, wenn man einige Stunden hier verbringen möchte.

Um uns herum stehen diverse Skulpturen verschiedener Künstler. 

Wir spazieren zum etwa 250 Höhenmeter weiter oben liegenden Ort. Les Baux-de-Provence liegt am Südhang der Alpilles (Baux entstammt dem provenzalischen Wort BAOU, was soviel wie „schroffe Felsen“ bedeutet). 

Und schroffe Felsen sind hier wirklich jede Menge zu sehen. 

Das Dorf ist sauber unterhalten und herausgeputzt. Mit vielen kleinen Läden, natürlich alle auf Touristen ausgerichtet, aber trotzdem mit viel Charme. 

Künstler stellen in Galerien aus. 

Erzeugnisse aus der Region werden angeboten.

Auf dem Plateau ganz oben bekommen wir den Mistral erst richtig zu spüren. Der bläst heute sehr stark (und kalt). Leider ist heute auch eine schlechte Weitsicht. Trotzdem ist alles sehr imposant. Die Burgbesichtigung überlassen wir aber den vielen jungen Leuten. 

Im Jahre 1822 wurde hier bei Baux das braun-violette Mineral entdeckt, das als Bauxit bekannt wurde. Daraus wurde Aluminium gewonnen bis dies Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel wurde.

Gemütlich laufen wir wieder hinunter und wollen noch die Ausstellung „Carriéres de Lumières“ im Steinbruch besichtigen. 

Dort stehen aber gerade viele Leute vor der Kasse. Das müssen wir nicht haben. So machen wir es uns erst einmal in unserem Mobi bequem. Unser Stellplatz ist nur 5 Minuten entfernt. Zwei Stunden später ist der Andrang vorbei.

Diese Lichtershow ist wirklich ein tolles Erlebnis.

In diesen gigantischen Hallen mit 14 Meter hohen Wänden, im ehemaligen Steinbruch, werden mit 70 Videoprojektoren Bilder an die Wände projiziert, dazu mit wunderbar passender Musik. Mehr Infos.

Müde von all dem Erlebten kommen wir in unser fahrendes Zuhause.

Renate bereitet wieder ein leckeres Abendessen und Michael hat viel Material für den Blog zu verarbeiten. 

Gefahren: 10 km

10. Tag, Mittwoch, Vallabrègues – Les-Baux de Provence – Fontvieille

10. Tag, Mittwoch, 10. April 2019 

Das Wetter ist nicht mehr so stabil. Morgens ist es aber noch einigermassen sonnig. Nach dem Entsorgen fahren wir weiter nach Tarascon (nur 8 km) zum Einkaufen von Lebensmitteln und zum Gas und Diesel tanken. 

Auf schmalen Strassen führt der Weg vorbei an Obstplantagen, die nun zum Teil schon blühen.

Das Einkaufen hat geklappt, aber die Tankstelle hatte, entgegen den Angaben im Internet, kein Gas. So fuhren wir etwa 15 Kilometer weiter zu LECLERK am Ortsrand von Arles. 

Dann peilten wir endlich unser eigentliches Ziel LES-BAUX-DE-PROVENCE an.

Unterwegs fanden wir einen guten Rastplatz für die Mittagspause in schöner Natur.

Schon von Weitem sehen wir später die imposanten Felsen von Les Baux. 

Von dort oben kann man sicher eine schöne Aussicht geniessen. 

Wo die zwei Leutchen stehen, wollen wir auch hin.

Les Baux soll eines der schönsten Dörfer Frankreichs sein. Nur 400 Einwohner und eine Burg, die flächenmässig eine der grössten von Frankreich sein soll. 

All diese Superlative haben auch andere Besucher angezogen. Hunderte, wenn nicht Tausende Autos besetzen die vielen Parkplätze. Der Reisemobil-Parkplatz ist mit PKWs verstopft und die vielen Parkplätze an den Strassen sind alle zu klein für uns. 

Die Parkplatznot, aber auch das zweifelhafte Wetter (es nieselt ab und zu etwas), bewegt uns dazu, die Besichtigung auf morgen oder einen anderen Tag zu verschieben. Man läuft hier nämlich wohl 2 bis 3 Stunden herum. 

Der nächste Stellplatz liegt nur wenige Kilometer zurück in Fontvieille. 

Dieser „Aire de Camping-Car“ ist mit 43 Plätzen recht gross. Trotzdem füllt er sich gegen Abend fast vollständig. Aber das Areal und die Plätze sind grosszügig genug bemessen, sodass kein Gefühl der Enge aufkommt. 

Oberhalb der Ortschaft stehen 3 alte Turmwindmühlen, welche von 1814 bis 1915 betrieben wurden.

Heute sind sie in einen Mühlenwanderweg eingebunden und werden touristisch vermarktet. Auch wir sind diesen Weg gelaufen. 

Sehr eindrücklich sind die Wagenspuren, welche über die Jahre durch die Transporte zu den Mühlen aus dem Fels gerieben wurden.

Ein hübscher Platz ist bei der Kirche, sonst haben wir nicht viel entdeckt.

Zurück zum Stellplatz führt ein schöner Weg unter Bäumen etwa einen Kilometer bergauf.

Gefahren: 50 km

9. Tag, Dienstag, Vallabrègues

9. Tag, Dienstag, 9. April 2019 

Wieder scheint die Sonne. Da wir noch alles zum Leben haben, müssen wir den Platz nicht verlassen.

Heute wollen wir in den Ort laufen.

Als wir gerade an der Rhone entlangkommen, erscheint, wie gestern um diese Zeit, wieder das Löschflugzeug der Sécurité Civile. Heute haben wir den Fotoapparat rechtzeitig zur Hand. Das Flugzeug fliegt zuerst eine Schleife. Beim zweiten Anflug setzt es dann auf dem Wasser auf, füllt dabei den Tank und hebt wieder ab, wenig später entleert es den Tank. Davon gibt es kein Foto. Es handelt sich wohl um einen Trainingsflug. 

In Vallabrèques schlendern wir heute durch andere Gassen. Bei einem Bäcker ergattern wir noch ein feines Landbrot. 

Viele Häuser sind gut unterhalten, andere werden renoviert. Aber mehrere Objekte stehen auch zum Verkauf, meistens in sehr miesem Zustand. 

Dann stossen wir auf eine kleine Strohstuhl- und Möbelfabrikation.

Wir dürfen bei der Arbeit zusehen, wie das Holz der Strohstühle auf antik getrimmt wird. Alles in Handarbeit und jedes Stück ein Original. Eine kleine, aber feine Ausstellung gehört auch dazu. 

Später kommen wir zur alten Hochwasserschutzmauer. Dahinter liegt, seitdem der neue und höhere Schutzdamm zur Rhone besteht, im alten Überschwemmungsgebiet ein Garten für alle, die sich hier verwirklichen möchten. Biodiversität scheint hier ebenso gefördert zu werden. Es soll ein Ort der Begegnung sein.  

Auf unserem Weg zurück zum Stellplatz kommen wir wieder durch den Park mit dem Teich. Auch hier hat die Gemeinde einen Ort der Begegnung geschaffen, der rege genutzt wird. Täglich sehen wir hier junge Familien, die den Spielplatz nutzen und Angler, die ihr Glück versuchen.

Heute müssen wir tatsächlich Schatten machen. Es ist uns sonst zu warm.

Von unserem heutigen Boule-Match gibt es kein Foto. Auf dem grobsteinigen Boden war ein reguläres Spiel aber auch nicht möglich, hat aber trotzdem grossen Spass gemacht!

Gefahren: 0 km 

8. Tag, Montag, Vallabregues

8. Tag, Montag, 8. April 2019

Wieder ein sonniger Tag. 

Beim Frühstück geniessen wir die schöne Aussicht in die freie Natur. 

Aus dem Heckfenster auf den Hochwasserdamm zur Rhone hin

Aus dem Seitenfenster ebenso angenehm auch ins Grüne.

Die zwei anderen Camper sind schon früh aufgebrochen und so haben wir den Platz bis am Nachmittag ganz für uns.

Wir satteln unsere Drahtesel und pedalen in den Ort. Vallabrègues hat 1300 Einwohner und liegt als einzige Gemeinde der Region Languedoc-Roussillon auf der linken (östlichen) Seite der Rhone. Über Jahrzehnte wurde hier intensiv die Korbflechterei betrieben. 

Zuerst suchen wir den kleinen Lebensmittelladen und finden dort alles, was wir brauchen.

Danach erkunden wir den Ort.

Es fallen uns die vielen Plätze unter Platanen auf. In der heissen Jahreszeit sicher angenehme Schattenspender. 

An der alten Kirche, der einzigen Sehenswürdigkeit, wird gerade renoviert.

Eine Orientierungstafel erzählt die Geschichte:

Das Presbyterium von Vallabrégues ist ein Gebäude aus der Renaissance (16. Jahrhundert), wie die allgemeine Architektur, die Steinausstattung oder das Vorhandensein von Fensterbänken belegen. Sie befindet sich am Südwesthang der Butte des alten Friedhofs, in der Nähe der Kirche, die 1666 durch das Hochwasser in der Rhône zerstört wurde. Das „L“-förmige Gebäude ist um einen „Priestergarten“ angeordnet. Der erste Teil des Gebäudes, der älteste und imposanteste, ist das zweistöckige Gebäude mit der Wendeltreppe. Der Hauptteil des Gebäudes ist auf zwei Ebenen erhalten. Im ersten Stock ist eine prächtige Decke im französischen Stil zu sehen; die Struktur und das Dach, wie der Turm, wurden kürzlich renoviert. Der zweite Teil des Gebäudes, der neuer, aber weniger gut erhalten ist, muss restauriert werden.

Durch den Park, der von vielen Familien besucht wird, kommen wir zurück zu unserem Stellplatz.

Es ist heute tatsächlich schon so warm, dass wir uns lieber in den Schatten der Bäume setzen.

Ab und zu ziehen Wolken durch, aber es bleibt bis am Abend sonnig und warm.

Blick in östliche Richtung vom Hochwasser-Deich an der Rhone, die links hinter den Büschen fliesst. Rechts liegt der Stellplatz für die Reisemobile. Dazwischen fliesst ein Entwässerungskanal. 

Gefahren: 0 km

7. Tag, Sonntag, Valréas – Avignon – Aire Municipale, Vallabregues

7. Tag, Sonntag, 7. April 2019

Hurra, die Sonne scheint. Da wir hier beim Weingut die Entsorgung für die Toilette nicht finden (den Winzer wollen wir am Sonntag nicht stören), fahren wir in den 5 Kilometer entfernten Ort Valréas, wo es beim Intermaché gemäss unserem CampingGuide eine Entsorgungsstation gibt.

Valréas ist ein über tausend Jahre alter Ort mit knapp 10’000 Einwohnern. Weinbau und Lavendel und ein wenig Tourismus ernähren die Bewohner. 


Erste blühende Pflanzen schmeicheln den alten Fassaden. Wie diese Glyzinien . . .

. . . oder wie diese rankende unbekannte gelbe Pracht mit den üppigen Blüten.

Die Bäume hingegen fangen erst an auszuschlagen.


Weiter geht es durch das flache Rebland der Côte du Rhône. Weinstöcke soweit das Auge reicht.

Wir kommen an grossen Blumenfeldern vorbei, wo man auch selbst pflücken könnte. Das Château MALIJAY ist ganz in der Nähe. 

Avignon kennen wir von früher.

links im Hintergrund die legendäre Pont d’Avignon

Bei diesem schönen Wetter machen wir trotzdem Halt für einen kleinen Spaziergang über die Brücke und einen Besuch in der Altstadt beim Place de L’Horloge.

Das Kinderkarussell ist ebenso noch da wie der Stand es Malers, der Echtheits-Zertifikate zu seinen Bildern anbietet. 

Nur 20 Kilometer weiter schon liegt unser heutiges Ziel, der Stellplatz Aire Municipale in Vallabregues. 

Hier hat die Gemeinde bei einem Freizeitpark, ganz in der Nähe der Rhone, einen sternförmigen, grosszügigen und kostenlosen Stellplatz für 6 Reisemobile angelegt. Auch eine piekfeine Entsorgungsstation ist bei der Zufahrt zu finden. 


Es ist so warm geworden, dass wir erstmals in dieser Saison Tisch und Stühle auspacken und im Freien sitzen können. Was für ein Kontrast zu gestern!

Auf einem ersten Erkundungs-Spaziergang laufen wir auf den Damm, hinter dem die Rhone fliesst. 


Hier liegt ein kleiner Sportboothafen. Weil dunkle Wolken aufziehen, flüchten wir sicherheitshalber zum Mobi zurück. Nach ein paar Tropfen verziehen sich die Wolken aber wieder.


Renate zaubert abends wieder ein feines warmes Essen. Basmatireis, Kasseler und Salat (das bei der Domain de Lumian erstandene Salatöl schmeckt übrigens ausgezeichnet) und auch deren Rotwein passte wieder gut dazu.

Das war der erste schöne, warme Reisetag. Wir haben ihn sehr genossen. 

Gefahren: 100 km

6. Tag, Samstag, Stellplatz Domaine de Lumian, Valréas

6. Tag, Samstag, 6. April 2019

Wir haben wunderbar geschlafen. Noch während wir frühstücken, fängt es zu regnen an. Später kommt noch starker Wind dazu.

Schietwetter

Wir sind uns schnell einig, dass wir bei diesem Schietwetter nicht weiterfahren. 

Eine gute Gelegenheit zum Lesen und Schreiben und es sich gemütlich zu machen. Langeweile kommt sicher nicht auf.

Renate eim Lesen
Renate beim Kreuzworträtseln

Wir stehen sehr gut hier, hängen sogar am Strom. Schon allein das Elektrokabel bei diesem Wetter einzupacken, wäre unzumutbar.

Allerdings stehen wir nicht mit dem Bug im Wind, wie wir das als alte Segler lieber hätten. So können wir die Dachlüfter nicht öffnen. Der Sturm würde sie sofort aufreissen. Aber durch die Zwangsbelüftung kommt noch genug frische (und kalte) Luft herein. 

Michael kommt nicht auf Temperatur

Erst gegen Abend hörte der Regen anhaltend auf und wir konnten doch noch einige Schritte in der Umgebung spazieren gehen. Aber es ist unangenehm kalt.

Die Reben der Domaine de Lumian

Ringsum nur Reben. Es ist doch ein Wunder wie aus diesen nackten Rebstöcken in ein paar Monaten Wein entsteht. 

Wer hat hier wohl mehr Spass

Der Hund des Winzers war glücklich, dass er jemanden zum Spielen gefunden hat.

Am Abend schauen wir im Fernsehen „Verstehen sie Spass“. Darum kommt dieser Beitrag auch sehr spät.

Gefahren: 0 km

5. Tag, Freitag, Seyssel – Stellplatz Domaine de Lumian bei Valreas

5. Tag, Freitag, 5. April 2019

Nach dem Entsorgen verliessen wir den Stellplatz in Seyssel bei Sonnenschein. Auf Nebenstrassen fuhren wir weiter südlich. Es war bei 5° noch recht kalt. Erst im Laufe des Tages stieg das Thermometer bei starkem Westwind auf ca 15°. 

. . . auch das ist die Rhone

Einige Zeit fuhren wir noch an der Rhone entlang, die hier immer wieder einem See gleicht. 

Nebenstrassen

Unser Navi „Otto“ schickt uns wieder eine Abkürzung über kleine, kurvenreiche Strassen. Wir lassen es mit uns geschehen, denn so sehen wir noch mehr von der Landschaft. 

Rhone und Grotten bei La Balme

In der Nähe der Grotten bei La Balme kommen wir wieder auf die Landstrasse an der Rhone. 

Col de Toutes Aures

Über den Col de la Croix de Toutes Aures kommen wir auf 628 m.ü.M. Hier liegt immer noch etwas Schnee.

Trotzdem blühen hier schon Forsythien. 

endlich eine Gas-Tankstelle

In St. Paul les Romans sehen wir bei Leclerc eine Anzeige für LPG = GLP Gas. Das kommt sehr gelegen, da wir in den letzten 2 Tagen für Heizung und Kühlschrank viel Gas verbraucht haben. 

Blick ins die Rhonetal-Ebene

Auf einem der nächsten Höhenrücken sehen wir weit in die Rhonetal-Ebene.

Renate freut sich, dass es schon deutlich wärmer geworden ist.

Hier blüht schon der Raps

Grignon

An der Altstadt von Grignon fahren wir unten vorbei. 

Einfahrt zum Weingut „Domaine de Lumian“

Endlich kommen wir auf den angepeilten Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“ bei Valréas und werden herzlich empfangen. Der Winzer stellt einige Stellplätze zur Verfügung, Strom und Wasser inbegriffen.

Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“

Dafür erwartet er einen Einkauf in seinem „Lädeli“. Eine echte Win-Win Situation. Alles Zusatzverkäufe für ihn, denn hier käme sonst kein einziger Reisemobilist vorbei.

Rotwein der Domaine Lumian

Den nach einer Degustation erworbenen Wein haben wir gleich beim Abendessen geöffnet. Sehr lecker, es war aber mit € 9.20 auch nicht der günstigste, der uns zusagte. Über das Olivenöl, auch aus hiesiger Produktion, können wir noch kein Urteil abgeben. 

Wir stehen hier wieder sehr ruhig und werden sicher gut schlafen, nicht nur wegen des Weinkonsums, sondern weil wir viel gesehen haben.

Gefahren: 250 km

4. Tag, Donnerstag, Stellplatz Seyssel/Rhone

4. Tag, Donnerstag, 4. April 2019

Schnee am 4, April 2019

Heute Morgen waren wir überrascht, dass um uns herum alles weiss verschneit war. Wir stehen hier nur 250 m.ü.M. 

30 cm Schnee im Garten von Dagmar und Kurt am 4. April 2019

Als wir aber die Bilder aus der Schweiz sehen, sind wir sehr glücklich, gestern doch weiter gefahren zu sein. Heute liegen im Garten von Dagmar und Kurt fast 30 cm Schnee. Auf den Strassen herrscht grosses Chaos.

Rest Schnee auf der Dackluke

Der Schnee auf der Dachluke schmilzt rasch. Es regnet morgens ganz leicht. Gegen Mittag kommt dann die Sonne und bald schon ist hier vom Schnee nichts mehr zu sehen. 

Seyssel an der Rhone

Beim morgendlichen Gang nach Seyssel war es noch regnerisch trüb. Der Ort hat etwa 2300 Einwohner, die von Landwirtschaft und Kleinhandel leben. 

Der Blick auf den Ort und die Kirche „Saint Blaise“ und die Hängebrücke „Pont de la Vierge noire“ (Schwarze Jungfern-Brücke) aus dem Jahr 1838 

Eine Gasse in Seyssel
Stellplatz Municipale von Seyssel
Blick westlich auf den Badesee und die Rhone
Im Hintergrund unser Mobi

Bei unserem Nachmittags-Spaziergang um den Badesee konnten wir schon Sonne geniessen. Trotzdem kamen wir gerne wieder in unseren gemütlich warmen Mobi zurück. 

Das Freizeitangebot

In der Badesaison ist hier viel Trubel. In dieser Jahreszeit stehen wir aber sehr ruhig. 

Das Schotterwerk am anderen Rhoneufer

Allerdings dringen tagsüber die Geräusche vom Schotterwerk auf der anderen Flussseite herüber.

Leseratte Renate

Renate ist schon sehr durch ein neues Buch „gefesselt“. Trotzdem bereitete sie uns ein feines Mittagessen zu: Salzkartoffeln, Wirsingkohl und Bouletten (Hackplätzli).

Auch Michael hat ein Buch angefangen. Wann wird ihn das Lesefieber packen? 

Gefahren: 0 km

3. Tag, Mittwoch, Marly – Gampelen – Genf – Seyssel/Rhone

3. Tag, Mittwoch, 3. April 2019

Heute wollen wir weiterziehen, obwohl der Wetterbericht alles andere als schönes Wetter vorausgesagt hat. 

Wir lösen die Festmacherleine, sprich das Elektrokabel und verabschieden uns von Dagmar und Kurt, bei denen wir uns immer sehr wohlfühlen.

In Marly bunkern wir etwas Proviant nach. Danach wollen wir noch unseren Gastank auffüllen. Die Suche im Internet nach einer LPG-Tankstelle wirft eine Adresse auf unserem Weg aus, die wir ansteuern. 

Falsche Angaben

Leider war dies eine Fehlinformation. Diese Tankstelle führt kein LPG-Gas.

Bevor wir noch lange herumeiern – LPG-Tankstellen sind in der Schweiz dünn gesät – entscheiden wir uns die 30 km zu einer uns bekannten Tankstelle nach „Gampelen, Platanenhof“ zu fahren. Dort bekommen wir unser Gas und auch Diesel füllen wir noch nach. 

Nach dem Mittagessen kommt der angekündigte Regen. Noch zeigt unser Thermometer 10° an. 

Autobahn A5 vor Neuenburg

Je mehr wir Richtung Genf fahren, desto stärker der Regen. Die Temperatur fällt auf 2°. Entgegenkommende Autos haben Schnee auf dem Dach. 

Michael repariert den Scheibenwischer

An unserem Scheibenwischer haben wir eine Endkappe verloren, deshalb rutschte der Gummi immer seitlich heraus. Mit einem Bindfaden liess sich das Problem im Schutz einer Tankstelle erst einmal beheben. 

Auf der Autobahn nach Genf

In Frankreich kommen wir dann selbst auch in den Schnee. 

11 Kilometer fahren wir auf der Autobahn und haben dafür € 6.60 zu blechen. Das macht 60 Cent pro Kilometer!! In der Schweiz kann man für 40 Franken ein ganzes Jahr fahren.

Wir navigieren den Stellplatz Aire Municipale in Seyssel, etwa 40 Kilometer nach Genf, an.

Stellplatz Aire Municipale in Syssel an der Rhone

Der Stellplatz in Seyssel liegt sehr schön direkt an der Rhone. Bei diesem Schneetreiben werden wir unsere Liegestühle aber nicht auspacken. 

Im gut geheizten Mobi ist es aber sehr gemütlich und wir geniessen die schöne Aussicht trotzdem. 

Schnee an der Rhone

Der Schneefall nimmt gegen Abend noch zu. Hätten wir die Schneeketten doch mitnehmen sollen?

Gefahren: 220 km

2. Tag, Dienstag, Marly, Batterietest

2. Tag, Dienstag, 2. April 2019. 

Der heutige Tag steht ganz unter einem Test unserer Lithium-Batterien. 

Mit den „alten“ AGM-Batterien setzte die Unterspannungsabschaltung bereits bei etwas unter 70% ein. Dann fällt die ganze Technik aus. Kein Licht, keine Pumpen, keine Heizung, keine WC-Spühlung und vieles mehr.

Wir wollen heute herausfinden, wann der Unterspannungsschutz bei unseren Lithium-Batterien einschaltet.

Dazu wurden die zwei 12 Volt-Batterien zuerst „gewaltsam“ mit dem 230 Volt Heizlüfter über den Wechselrichter entleert. 

Batterieladung 60Ah
Batterieladung 30%

Von 200 Ah = 100% bis auf etwas unter 60 Ah = 30% dauerte das über 2 Stunden. 

Bei 29% genügte uns die Erkenntnis, dass immer noch keine Unterspannungs-Abschaltung erfolgte. So tief würden unsere Batterien nie entladen werden. 

Batterien 200Ah = voll
Batterien 100% geladen

Das Aufladen ging dann über 7 bis 8 Stunden. Anfangs mit einem Ladestrom von 22 Ah bis gegen Ende auf 0 Ah, als die Batterie wieder 100% voll war. 

Die Aussagen und Erkenntnisse waren nur dank eines BatterieComputers, bei uns von Büttner Elektronik, so richtig möglich. 

Wir fühlen uns mit diesen Lithium-Batterien und den 200 Ah Kapazität nun bestens ausgestattet. Auch wenn die Solaranlage vielleicht einmal einige Tage keinen Strom nachladen würde, so müssen wir nicht mehr bangen, dass unser Bordsystem ausfällt. Ein gutes Gefühl.

Dann blieb heute auch noch Zeit, die GFK-Front unseres Mobis zu pflegen.

Pflege der GFK-Front

Das Material kreidet durch das Sonnenlicht leider stark aus. Unser altes Segelschiff hatte ein besseres Gelcoat. Nach der Behandlung mit dem „SuperGlanzolan“ von Dr. Keddo sieht die Front nun wieder besser aus. 

Und natürlich kam das Kartenspielen mit Dagmar und Kurt nicht zu kurz.

Gefahren: 0

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil