14. Tag, Sonntag, Malemort-du-Comtat – Orange – Barjac – Banne

14. Tag, Sonntag, 14. April 2019 

Was für eine besch . . . ne Nacht. Das Ralleyfahrer-Geröhre endete zwar nach 22 Uhr, aber das orientalische Festmusik-Gedudel ging bis 3 Uhr morgens. Danach gab es noch die lauten Abschiedszeremonien auf dem Parkplatz. Aber auch das muss man einmal erlebt haben. Wir sind ja Gäste hier. 

Ansonsten würde man hier auf diesem Platz aber sehr gut stehen. 

Michael schaut heute nach dem Frühstück noch die letzten Runden des F1-Rennens von Shanghai im Fernseher an.

Renate schaut hingegen lieber live die Ralley-Autos, die seit heute Morgen um 8 Uhr ohne Schalldämpfer durch den Ort donnern. Leider konnten wir nicht herausfinden was deren Aufgabe war. Um Tempo ging es wohl nicht, obwohl die Geräusche das vermittelten. In der Schweiz bekäme man für so einen Anlass in einer Ortschaft ganz sicher keine Genehmigung. 

Wir fahren heute eine Etappe in westliche Richtung.

In Carpentras sehen wir bei der Durchfahrt einen riesigen Flohmarkt.

Die Natur ist hier im Rhonetal deutlich weiter. Wir sehen mehr Blüten. Auch die Bäume haben mehr Grün.

In Orange fahren wir auf den Stadtgründungsbogen zu. Er strahlt förmlich in der Sonne. 

Gleich daneben ist ein schöner Parkplatz, auf dem wir (und einige andere Camper auch) eine Mittagsrast machen. 

In Pont-St-Esprit überqueren wir die Rhone.

In Barjac, einem kleinen Ort in der Region Okzitanien, sehen wir ein mächtiges Schloss, das uns zu einem kurzen Halt verleitet. Das Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde immer wieder umgebaut. Ende Juli findet hier das Festival „Chansons et paroles“ (Lieder und Worte) statt. 

Wir kommen in die karge Landschaft der Cevennen. Umso mehr fällt der leuchtend blühende Ginster auf.

Unser Ziel ist der Stellplatz in Banne, einer Gemeinde im Departement Ardèche, mit nur etwa 700 Einwohnern. 

Die Strassen dorthin werden immer schmaler und auf den letzten Metern im Ort müssen wir uns durch eine sehr enge Passage mogeln. 

Die Lage entspricht der Beschreibung der Stellplatz-App. Einfach toll. 

Die Gemeinde stellt hier einen Platz hinter der Kirche zur Verfügung, von wo wir eine wunderbare Sicht in die Umgebung, sowie hinüber zum anderen Ortsteil und zur alten Festung haben. 

Nachdem wir uns installiert haben, spazieren wir dort hinüber. Die Festung und das ehemals stattliche Schloss aus dem 12. Jahrhundert sind nur noch Ruinen. 

Von der Terrasse haben wir einen weiten Blick in die Umgebung, wie auch zum Wald „de Païolive“. Die alten Pferdeställe mit Platz für 35 Tiere sind wieder intakt gestellt worden und geben einen Eindruck dieser einst mächtigen Anlage. 

Bei einem Maulbeerbaum erklärt uns ein französisches Paar, dass diese Bäume hier in der Region sehr häufig sind. Sie dienten als Futter für die Seidenraupen, die man für die hier einst verbreitete Seidenproduktion benötigte. 

Gefahren: 120 km

13. Tag, Samstag, Fontaine-de-Vaucluse – Roussillon – Malemort-du-Comtat

13. Tag, Samstag, 13. April 2019 

Wir wollten früh aufbrechen zu den Ockerfelsen bei Roussillon. Aber das dachten andere Camper wohl auch, denn an der Entsorgungsstation gab es einen Stau (nicht gerade 2 Stunden, so wie heute am Gotthardtunnel). 

Doch das sind auch immer schöne Gelegenheiten für ein Schwätzchen mit Gleichgesinnten. 

Ein letzter Blick auf die Felsen in der Morgensonne und endlich kann die Fahrt über schmale Wege nach Roussillon starten. 

Roussillon liegt im Naturpark Luberon. Der Ort liegt wunderschön auf einer Anhöhe. Die Kleinstadt mit etwa 1300 Einwohnern ist bekannt wegen seiner ockerhaltigen roten Erde. Bis 1930 wurde der Ockerabbau noch betrieben. Heute zieht der Ockerpfad viele Touristen an, so auch uns. 

Samuel Becket versteckte sich hier von 1942 bis 1945 und setzte der Stadt mit seinem Theaterstück „Warten auf Godot“ ein Denkmal. 

Bei schönstem Wetter liefen wir den wunderbar angelegten Rundweg ab. Im Sonnenlicht erscheinen die Farben heute besonders kräftig und eindrücklich. Nach etwa einer Stunde und müden Beinen nach diesem Auf-und-Ab-Parcour kommen wir mit schönen Eindrücken (und vielen Fotos) zurück. 

Roussillon hat noch mehr schöne Ecken, aber wir sind zu müde für einen noch längeren Rundgang.

Im Mobi erholen wir uns auf dem sehr schön angelegten Reisemobilparkplatz. Leider gibt es auf diesem Platz keine Entsorgungsstation.

Renate hat hier dieses wunderbare Motiv (Baumrinde) entdeckt.  

Also fahren wir weiter durch den Naturpark Luberon nach Malemort-du-Comtat. Die Strassen sind sehr schmal und holprig. Renate hätte beim Kreuzen mit anderen Fahrzeugen oft am liebsten eine Augenbinde getragen. Dagegen sprach jedoch, dass sie die wilde Natur unbedingt sehen wollte. Es begegnen uns viele Sportwagen, die hier anscheinend eine Rallye veranstalten. 

Der Stellplatz in Malemort-du-Comtat ist kein Schmuckstück, aber er bietet Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. 

Auf unserem Gang durch den Ort entdecken wir keine nennenswerten Highlights. 

Interessant finden wir, dass diese und weitere ausgehöhlte Platanen immer noch leben.

Die Ralleyfahrer scheinen auch nachtaktiv zu sein. Sie brausen mit röhrendem Sound nach 22 Uhr immer noch mitten durch den Ort. Das kann ja eine heitere Nacht werden. 

Dafür hören wir auf dem anderen Ohr nordafrikanische Hintergrundmusik einer muslimischen Festgesellschaft von der nahen Festhalle. 

Gefahren: 60 km

12. Tag, Freitag, Les Baux-de-Provence – Fontaine-de-Vaucluse

12. Tag, Freitag, 12. April 2019 

Über Nacht waren wir der einzige Camper auf diesem Parkplatz. Morgens füllte sich der Platz wieder schnell und als wir wegfuhren, wartete schon einer, um die Lücke zu schliessen. 

Wir fuhren nördlich über eine kleine Passstrasse der „Alpilles“ Berge. Immer noch wehte der Mistral stark und es war recht frisch.

Trotzdem unternahmen wir auf der Passhöhe einen Spaziergang, um die schöne Natur und die Felsenlandschaft zu erleben. 

Bergab kamen uns schon Radfahrer entgegen. Die Franzosen sind besonders radsportverrückt. 

Unterwegs fahren wir wieder durch kilometerlange Platanenalleen.

An einem der vielen Kreisel wird die Landwirtschaft gewürdigt.

Obwohl wir erst ein anderes Ziel hatten, landen wir in Fontaine-de-Vaucluse. Hier wollen wir die Quelle der „La Sorgue“ anschauen. Die Quelle der Sorgue wird von einem unterirdischen Netz von Flüssen gespeist. Die Quelle in Fontaine-de-Vaucluse ist der einzige Ausfluss eines unterirdischen Beckens von 1’240 km2 Fläche, das das Wasser aus dem versickerten Regen und der Schneeschmelze des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure aufnimmt. Gemessen an ihrer Wassermenge ist die Quelle die fünftgrösste Quelle der Welt (so steht es jedenfalls in der Touristeninfo).

Als erstes laufen wir einen schönen Weg etwa 20 Minuten zur Quelle.

Am Ende des Tales sehen wir ein grosses schwarzes Loch im Felsen, aber Wasser kommt da heute nicht heraus.

Erst einige Hundert Meter weiter unten sprudelt aus diversen anderen Löchern sehr viel Wasser. So entsteht doch recht schnell ein ganz ordentlicher Bach, die „Sorgue“. 

Dann besuchen wir hier eine alte Papiermühle.

Heute ist darin ein kleines Museum über die Geschichte des Papiers untergebracht, auch wird handgeschöpftes Büttenpapier hergestellt. In einem Shop verkauft man den Touristen alle möglichen Druckprodukte. In den weiteren ehemaligen  Fabrikations- und Lagerhallen sind kleine Geschäfte eingemietet, die auch alle etwas verkaufen möchten. 

Besonders aufgefallen ist uns ein Zuckerbäcker, der grosse, ja riesengrossen Meringues in seinem Angebot hat. Damit können die legendären Merängge des Kemmeribodebads in Schangnau im Emmental nicht konkurieren. 

Die Kirche Saint-Véran im provenzalischen, romanischen Stil aus dem 11. Jahrhundert ist in ihrer Schlichtheit sehr eindrücklich. 

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz fällt uns das „Reinheitssiegel“ der „La Sorgue“ auf. 1000 Meter nach der Quelle sollte man davon doch ausgehen können.

Nach all den vielen Eindrücken wollen wir heute nicht mehr weiterfahren.

Wir fahren vom Parkplatz nur 200 Meter weiter auf den „Aire Camping-Car“, wo wir einen der letzten von 30 Stellplätzen ergattern. 

Wir stehen direkt an der „Sorgue“.

Die Berge im Abendrot

Das Wetter war heute wieder toll, wenn auch am Morgen recht frisch.

Gefahren: 40 km

11. Tag, Donnerstag, Fontvieille – Les Baux-de-Provence

11. Tag, Donnerstag, 11. April 2019 

Heute Morgen brechen wir früh auf. Kurz nach 9 Uhr waren wir schon auf dem Parkplatz für die Reisemobile in Les Baux-de-Provence.

Eine Stunde später hätten wir, wie gestern, schon keinen Platz mehr gefunden, denn auch PKWs suchen hier gerne einen kostenlosen Parkplatz. 

Die Parkgebühren auf allen anderen Parkplätzen und auch an der Strasse entlang gehen brutal ins Geld, wenn man einige Stunden hier verbringen möchte.

Um uns herum stehen diverse Skulpturen verschiedener Künstler. 

Wir spazieren zum etwa 250 Höhenmeter weiter oben liegenden Ort. Les Baux-de-Provence liegt am Südhang der Alpilles (Baux entstammt dem provenzalischen Wort BAOU, was soviel wie „schroffe Felsen“ bedeutet). 

Und schroffe Felsen sind hier wirklich jede Menge zu sehen. 

Das Dorf ist sauber unterhalten und herausgeputzt. Mit vielen kleinen Läden, natürlich alle auf Touristen ausgerichtet, aber trotzdem mit viel Charme. 

Künstler stellen in Galerien aus. 

Erzeugnisse aus der Region werden angeboten.

Auf dem Plateau ganz oben bekommen wir den Mistral erst richtig zu spüren. Der bläst heute sehr stark (und kalt). Leider ist heute auch eine schlechte Weitsicht. Trotzdem ist alles sehr imposant. Die Burgbesichtigung überlassen wir aber den vielen jungen Leuten. 

Im Jahre 1822 wurde hier bei Baux das braun-violette Mineral entdeckt, das als Bauxit bekannt wurde. Daraus wurde Aluminium gewonnen bis dies Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel wurde.

Gemütlich laufen wir wieder hinunter und wollen noch die Ausstellung „Carriéres de Lumières“ im Steinbruch besichtigen. 

Dort stehen aber gerade viele Leute vor der Kasse. Das müssen wir nicht haben. So machen wir es uns erst einmal in unserem Mobi bequem. Unser Stellplatz ist nur 5 Minuten entfernt. Zwei Stunden später ist der Andrang vorbei.

Diese Lichtershow ist wirklich ein tolles Erlebnis.

In diesen gigantischen Hallen mit 14 Meter hohen Wänden, im ehemaligen Steinbruch, werden mit 70 Videoprojektoren Bilder an die Wände projiziert, dazu mit wunderbar passender Musik. Mehr Infos.

Müde von all dem Erlebten kommen wir in unser fahrendes Zuhause.

Renate bereitet wieder ein leckeres Abendessen und Michael hat viel Material für den Blog zu verarbeiten. 

Gefahren: 10 km

10. Tag, Mittwoch, Vallabrègues – Les-Baux de Provence – Fontvieille

10. Tag, Mittwoch, 10. April 2019 

Das Wetter ist nicht mehr so stabil. Morgens ist es aber noch einigermassen sonnig. Nach dem Entsorgen fahren wir weiter nach Tarascon (nur 8 km) zum Einkaufen von Lebensmitteln und zum Gas und Diesel tanken. 

Auf schmalen Strassen führt der Weg vorbei an Obstplantagen, die nun zum Teil schon blühen.

Das Einkaufen hat geklappt, aber die Tankstelle hatte, entgegen den Angaben im Internet, kein Gas. So fuhren wir etwa 15 Kilometer weiter zu LECLERK am Ortsrand von Arles. 

Dann peilten wir endlich unser eigentliches Ziel LES-BAUX-DE-PROVENCE an.

Unterwegs fanden wir einen guten Rastplatz für die Mittagspause in schöner Natur.

Schon von Weitem sehen wir später die imposanten Felsen von Les Baux. 

Von dort oben kann man sicher eine schöne Aussicht geniessen. 

Wo die zwei Leutchen stehen, wollen wir auch hin.

Les Baux soll eines der schönsten Dörfer Frankreichs sein. Nur 400 Einwohner und eine Burg, die flächenmässig eine der grössten von Frankreich sein soll. 

All diese Superlative haben auch andere Besucher angezogen. Hunderte, wenn nicht Tausende Autos besetzen die vielen Parkplätze. Der Reisemobil-Parkplatz ist mit PKWs verstopft und die vielen Parkplätze an den Strassen sind alle zu klein für uns. 

Die Parkplatznot, aber auch das zweifelhafte Wetter (es nieselt ab und zu etwas), bewegt uns dazu, die Besichtigung auf morgen oder einen anderen Tag zu verschieben. Man läuft hier nämlich wohl 2 bis 3 Stunden herum. 

Der nächste Stellplatz liegt nur wenige Kilometer zurück in Fontvieille. 

Dieser „Aire de Camping-Car“ ist mit 43 Plätzen recht gross. Trotzdem füllt er sich gegen Abend fast vollständig. Aber das Areal und die Plätze sind grosszügig genug bemessen, sodass kein Gefühl der Enge aufkommt. 

Oberhalb der Ortschaft stehen 3 alte Turmwindmühlen, welche von 1814 bis 1915 betrieben wurden.

Heute sind sie in einen Mühlenwanderweg eingebunden und werden touristisch vermarktet. Auch wir sind diesen Weg gelaufen. 

Sehr eindrücklich sind die Wagenspuren, welche über die Jahre durch die Transporte zu den Mühlen aus dem Fels gerieben wurden.

Ein hübscher Platz ist bei der Kirche, sonst haben wir nicht viel entdeckt.

Zurück zum Stellplatz führt ein schöner Weg unter Bäumen etwa einen Kilometer bergauf.

Gefahren: 50 km

9. Tag, Dienstag, Vallabrègues

9. Tag, Dienstag, 9. April 2019 

Wieder scheint die Sonne. Da wir noch alles zum Leben haben, müssen wir den Platz nicht verlassen.

Heute wollen wir in den Ort laufen.

Als wir gerade an der Rhone entlangkommen, erscheint, wie gestern um diese Zeit, wieder das Löschflugzeug der Sécurité Civile. Heute haben wir den Fotoapparat rechtzeitig zur Hand. Das Flugzeug fliegt zuerst eine Schleife. Beim zweiten Anflug setzt es dann auf dem Wasser auf, füllt dabei den Tank und hebt wieder ab, wenig später entleert es den Tank. Davon gibt es kein Foto. Es handelt sich wohl um einen Trainingsflug. 

In Vallabrèques schlendern wir heute durch andere Gassen. Bei einem Bäcker ergattern wir noch ein feines Landbrot. 

Viele Häuser sind gut unterhalten, andere werden renoviert. Aber mehrere Objekte stehen auch zum Verkauf, meistens in sehr miesem Zustand. 

Dann stossen wir auf eine kleine Strohstuhl- und Möbelfabrikation.

Wir dürfen bei der Arbeit zusehen, wie das Holz der Strohstühle auf antik getrimmt wird. Alles in Handarbeit und jedes Stück ein Original. Eine kleine, aber feine Ausstellung gehört auch dazu. 

Später kommen wir zur alten Hochwasserschutzmauer. Dahinter liegt, seitdem der neue und höhere Schutzdamm zur Rhone besteht, im alten Überschwemmungsgebiet ein Garten für alle, die sich hier verwirklichen möchten. Biodiversität scheint hier ebenso gefördert zu werden. Es soll ein Ort der Begegnung sein.  

Auf unserem Weg zurück zum Stellplatz kommen wir wieder durch den Park mit dem Teich. Auch hier hat die Gemeinde einen Ort der Begegnung geschaffen, der rege genutzt wird. Täglich sehen wir hier junge Familien, die den Spielplatz nutzen und Angler, die ihr Glück versuchen.

Heute müssen wir tatsächlich Schatten machen. Es ist uns sonst zu warm.

Von unserem heutigen Boule-Match gibt es kein Foto. Auf dem grobsteinigen Boden war ein reguläres Spiel aber auch nicht möglich, hat aber trotzdem grossen Spass gemacht!

Gefahren: 0 km 

8. Tag, Montag, Vallabregues

8. Tag, Montag, 8. April 2019

Wieder ein sonniger Tag. 

Beim Frühstück geniessen wir die schöne Aussicht in die freie Natur. 

Aus dem Heckfenster auf den Hochwasserdamm zur Rhone hin

Aus dem Seitenfenster ebenso angenehm auch ins Grüne.

Die zwei anderen Camper sind schon früh aufgebrochen und so haben wir den Platz bis am Nachmittag ganz für uns.

Wir satteln unsere Drahtesel und pedalen in den Ort. Vallabrègues hat 1300 Einwohner und liegt als einzige Gemeinde der Region Languedoc-Roussillon auf der linken (östlichen) Seite der Rhone. Über Jahrzehnte wurde hier intensiv die Korbflechterei betrieben. 

Zuerst suchen wir den kleinen Lebensmittelladen und finden dort alles, was wir brauchen.

Danach erkunden wir den Ort.

Es fallen uns die vielen Plätze unter Platanen auf. In der heissen Jahreszeit sicher angenehme Schattenspender. 

An der alten Kirche, der einzigen Sehenswürdigkeit, wird gerade renoviert.

Eine Orientierungstafel erzählt die Geschichte:

Das Presbyterium von Vallabrégues ist ein Gebäude aus der Renaissance (16. Jahrhundert), wie die allgemeine Architektur, die Steinausstattung oder das Vorhandensein von Fensterbänken belegen. Sie befindet sich am Südwesthang der Butte des alten Friedhofs, in der Nähe der Kirche, die 1666 durch das Hochwasser in der Rhône zerstört wurde. Das „L“-förmige Gebäude ist um einen „Priestergarten“ angeordnet. Der erste Teil des Gebäudes, der älteste und imposanteste, ist das zweistöckige Gebäude mit der Wendeltreppe. Der Hauptteil des Gebäudes ist auf zwei Ebenen erhalten. Im ersten Stock ist eine prächtige Decke im französischen Stil zu sehen; die Struktur und das Dach, wie der Turm, wurden kürzlich renoviert. Der zweite Teil des Gebäudes, der neuer, aber weniger gut erhalten ist, muss restauriert werden.

Durch den Park, der von vielen Familien besucht wird, kommen wir zurück zu unserem Stellplatz.

Es ist heute tatsächlich schon so warm, dass wir uns lieber in den Schatten der Bäume setzen.

Ab und zu ziehen Wolken durch, aber es bleibt bis am Abend sonnig und warm.

Blick in östliche Richtung vom Hochwasser-Deich an der Rhone, die links hinter den Büschen fliesst. Rechts liegt der Stellplatz für die Reisemobile. Dazwischen fliesst ein Entwässerungskanal. 

Gefahren: 0 km

7. Tag, Sonntag, Valréas – Avignon – Aire Municipale, Vallabregues

7. Tag, Sonntag, 7. April 2019

Hurra, die Sonne scheint. Da wir hier beim Weingut die Entsorgung für die Toilette nicht finden (den Winzer wollen wir am Sonntag nicht stören), fahren wir in den 5 Kilometer entfernten Ort Valréas, wo es beim Intermaché gemäss unserem CampingGuide eine Entsorgungsstation gibt.

Valréas ist ein über tausend Jahre alter Ort mit knapp 10’000 Einwohnern. Weinbau und Lavendel und ein wenig Tourismus ernähren die Bewohner. 


Erste blühende Pflanzen schmeicheln den alten Fassaden. Wie diese Glyzinien . . .

. . . oder wie diese rankende unbekannte gelbe Pracht mit den üppigen Blüten.

Die Bäume hingegen fangen erst an auszuschlagen.


Weiter geht es durch das flache Rebland der Côte du Rhône. Weinstöcke soweit das Auge reicht.

Wir kommen an grossen Blumenfeldern vorbei, wo man auch selbst pflücken könnte. Das Château MALIJAY ist ganz in der Nähe. 

Avignon kennen wir von früher.

links im Hintergrund die legendäre Pont d’Avignon

Bei diesem schönen Wetter machen wir trotzdem Halt für einen kleinen Spaziergang über die Brücke und einen Besuch in der Altstadt beim Place de L’Horloge.

Das Kinderkarussell ist ebenso noch da wie der Stand es Malers, der Echtheits-Zertifikate zu seinen Bildern anbietet. 

Nur 20 Kilometer weiter schon liegt unser heutiges Ziel, der Stellplatz Aire Municipale in Vallabregues. 

Hier hat die Gemeinde bei einem Freizeitpark, ganz in der Nähe der Rhone, einen sternförmigen, grosszügigen und kostenlosen Stellplatz für 6 Reisemobile angelegt. Auch eine piekfeine Entsorgungsstation ist bei der Zufahrt zu finden. 


Es ist so warm geworden, dass wir erstmals in dieser Saison Tisch und Stühle auspacken und im Freien sitzen können. Was für ein Kontrast zu gestern!

Auf einem ersten Erkundungs-Spaziergang laufen wir auf den Damm, hinter dem die Rhone fliesst. 


Hier liegt ein kleiner Sportboothafen. Weil dunkle Wolken aufziehen, flüchten wir sicherheitshalber zum Mobi zurück. Nach ein paar Tropfen verziehen sich die Wolken aber wieder.


Renate zaubert abends wieder ein feines warmes Essen. Basmatireis, Kasseler und Salat (das bei der Domain de Lumian erstandene Salatöl schmeckt übrigens ausgezeichnet) und auch deren Rotwein passte wieder gut dazu.

Das war der erste schöne, warme Reisetag. Wir haben ihn sehr genossen. 

Gefahren: 100 km

6. Tag, Samstag, Stellplatz Domaine de Lumian, Valréas

6. Tag, Samstag, 6. April 2019

Wir haben wunderbar geschlafen. Noch während wir frühstücken, fängt es zu regnen an. Später kommt noch starker Wind dazu.

Schietwetter

Wir sind uns schnell einig, dass wir bei diesem Schietwetter nicht weiterfahren. 

Eine gute Gelegenheit zum Lesen und Schreiben und es sich gemütlich zu machen. Langeweile kommt sicher nicht auf.

Renate eim Lesen
Renate beim Kreuzworträtseln

Wir stehen sehr gut hier, hängen sogar am Strom. Schon allein das Elektrokabel bei diesem Wetter einzupacken, wäre unzumutbar.

Allerdings stehen wir nicht mit dem Bug im Wind, wie wir das als alte Segler lieber hätten. So können wir die Dachlüfter nicht öffnen. Der Sturm würde sie sofort aufreissen. Aber durch die Zwangsbelüftung kommt noch genug frische (und kalte) Luft herein. 

Michael kommt nicht auf Temperatur

Erst gegen Abend hörte der Regen anhaltend auf und wir konnten doch noch einige Schritte in der Umgebung spazieren gehen. Aber es ist unangenehm kalt.

Die Reben der Domaine de Lumian

Ringsum nur Reben. Es ist doch ein Wunder wie aus diesen nackten Rebstöcken in ein paar Monaten Wein entsteht. 

Wer hat hier wohl mehr Spass

Der Hund des Winzers war glücklich, dass er jemanden zum Spielen gefunden hat.

Am Abend schauen wir im Fernsehen „Verstehen sie Spass“. Darum kommt dieser Beitrag auch sehr spät.

Gefahren: 0 km

5. Tag, Freitag, Seyssel – Stellplatz Domaine de Lumian bei Valreas

5. Tag, Freitag, 5. April 2019

Nach dem Entsorgen verliessen wir den Stellplatz in Seyssel bei Sonnenschein. Auf Nebenstrassen fuhren wir weiter südlich. Es war bei 5° noch recht kalt. Erst im Laufe des Tages stieg das Thermometer bei starkem Westwind auf ca 15°. 

. . . auch das ist die Rhone

Einige Zeit fuhren wir noch an der Rhone entlang, die hier immer wieder einem See gleicht. 

Nebenstrassen

Unser Navi „Otto“ schickt uns wieder eine Abkürzung über kleine, kurvenreiche Strassen. Wir lassen es mit uns geschehen, denn so sehen wir noch mehr von der Landschaft. 

Rhone und Grotten bei La Balme

In der Nähe der Grotten bei La Balme kommen wir wieder auf die Landstrasse an der Rhone. 

Col de Toutes Aures

Über den Col de la Croix de Toutes Aures kommen wir auf 628 m.ü.M. Hier liegt immer noch etwas Schnee.

Trotzdem blühen hier schon Forsythien. 

endlich eine Gas-Tankstelle

In St. Paul les Romans sehen wir bei Leclerc eine Anzeige für LPG = GLP Gas. Das kommt sehr gelegen, da wir in den letzten 2 Tagen für Heizung und Kühlschrank viel Gas verbraucht haben. 

Blick ins die Rhonetal-Ebene

Auf einem der nächsten Höhenrücken sehen wir weit in die Rhonetal-Ebene.

Renate freut sich, dass es schon deutlich wärmer geworden ist.

Hier blüht schon der Raps

Grignon

An der Altstadt von Grignon fahren wir unten vorbei. 

Einfahrt zum Weingut „Domaine de Lumian“

Endlich kommen wir auf den angepeilten Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“ bei Valréas und werden herzlich empfangen. Der Winzer stellt einige Stellplätze zur Verfügung, Strom und Wasser inbegriffen.

Stellplatz beim Weingut „Domaine de Lumian“

Dafür erwartet er einen Einkauf in seinem „Lädeli“. Eine echte Win-Win Situation. Alles Zusatzverkäufe für ihn, denn hier käme sonst kein einziger Reisemobilist vorbei.

Rotwein der Domaine Lumian

Den nach einer Degustation erworbenen Wein haben wir gleich beim Abendessen geöffnet. Sehr lecker, es war aber mit € 9.20 auch nicht der günstigste, der uns zusagte. Über das Olivenöl, auch aus hiesiger Produktion, können wir noch kein Urteil abgeben. 

Wir stehen hier wieder sehr ruhig und werden sicher gut schlafen, nicht nur wegen des Weinkonsums, sondern weil wir viel gesehen haben.

Gefahren: 250 km

über unsere Erlebnisse mit dem Reisemobil