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12. Tag: Kerne bei Quiberon – vorbei Lorient – Stellplatz „Golf de Ploemeur-Ocean“

12. Tag, Mittwoch, 6. Juni 2018

Heute Morgen war es bedeckt und mit 19 Grad etwas kühler als die letzten Tage.

Ein ideales Wetter für eine Wanderung auf dem Küstenweg oberhalb der Felsen.

In einigen Buchten liegt Sand, in anderen Steine, die aus der Ferne wie Seehunde aussehen.

Die Brandung leckt an der Küste entlang und erzeugt ein beständig dumpfes Grollen.

Wir sind mit Windjacken nicht zu warm angezogen.

An exponierten Stellen sind wir sogar froh um unsere Wollmützen.

Der Boden ist karg, aber doch blühen überall hübsche kleine Pflanzen.

Sogar kleine Schnecken wachsen hier am Strauch 😜

Als wir auf den Standplatz zum Mobi zurückkommen, fällt uns ein verdächtig weicher Reifen auf, derjenige hinten rechts, der in Belfort vor 6 Tagen repariert worden war. Der Luftdruck war von 5.5 auf unter 3 bar gesunken. Mit unserem kleinen Fiat-Pannenkompressor lässt sich der Druck auf 4 bar erhöhen. So wollen wir natürlich nicht auf Dauer reisen. Im Internet finden wir einige Adressen von Reifenwerkstätten in unserer geplanten Richtung.

Unterwegs sehen wir von der N165 einen LMC Händler. Den wollen wir fragen, ob er eine gute Adresse kennt. Diese Leute waren überaus hilfsbereit. Als sich die Adresse nicht im Navi eingeben liess, eskortierte uns ein Mitarbeiter kurzerhand mit seinem PW 10 km in diese Werkstatt.

Dort meinte man, dass die erste Reparatur wohl schlecht gemacht war.

Um die geflickte Stelle blubbern Luftblasen heraus.

Sie könnten das besser. Michèle sei der beste auf diesem Gebiet. Also entschieden wir uns noch einmal für eine Reparatur. Unseren Reifentyp müsste man auch erst bestellen.  Auch hier wieder eine super zuvorkommende Bedienung. Kosten 30 Euro.

Nun hoffen wir einfach, dass wir diese Reise mit dem geflickten Reifen  überstehen.

Jetzt mochten wir nicht mehr allzu weit fahren. Ein erster Stellplatz in Larmor Plage bei Lorient war leider schon übervoll.

Auf dem Weg zu einem weiteren Stellplatz-Ziel sahen wir unterwegs einen Hinweis auf einen nicht publizierten Stellplatz mitten in einem Golfgelände. Sofort Blinker raus und nachschauen.

Und tatsächlich, es gibt  noch genug Platz.

Wir stehen hier super und ruhig mit drei weiteren Campern.

Den ganzen Tag ist es trüb und nieselt manchmal auch etwas. Wir konnten  noch bei Trockenheit grillen. Erst später setzte wieder Regen ein. Schwein gehabt.

So geht ein erlebnisreicher Tag glücklich zu Ende.

Gefahren: 100 km

6. Tag: Belfort (Reifenpanne)

  1. Tag, Donnerstag, 31. Mai 2018

Der Stellplatz ist vom Verkehrslärm nachts nicht ganz ruhig. Für Renate sowieso kein Thema, wenn sie die Hörgeräte demontiert. Aber auch Michael fand genug Schlaf.

Der Tag begann ganz normal.

Nach dem Frühstück marschierte Michael nochmals Richtung Zitadelle, um diese heute aus der Ferne im Sonnenlicht zu fotografieren.

Danach wollten wir weiterfahren. Dabei blieb es dann aber auch. Als Renate, – wie üblich -, irgendwelche Nachbarn anspricht, um zu fragen, ob hier heute Feiertag sei, meinte dieser: „Sie suchen sicher einen Pannendienst für Ihren Reifenschaden“.

Er hatte dies schon gestern Abend gesehen. Wir selbst aber hatten das noch nicht bemerkt. Michael freute sich noch, dass das Wasser aus unserer Duschwanne nachts so gut ablief, denn eigentlich hätten wir vorne etwas auf Keile fahren sollen.

Jetzt ging es los: Die ortsansässige Fiat Professional Werkstatt, zuständig für unseren Ducato, war im Internet schnell gefunden. Ein Anruf und uns würde geholfen. So dachten wir jedenfalls. Man erklärte uns lang und breit, in schnellem Französisch – versteht sich -, dass man vor Mitte nächster Woche keinen Termin für uns hätte. Toller Service!

Michael versucht als nächstes über den internationalen Fiat-Pannenservice eine Hilfe zu organisieren. Aber er kommt über die 0800er Nummer nicht durch.

Eine Anfrage bei unserer Fiat-Werkstatt in der Schweiz, ob sie eventuell noch eine andere Telefonnummer kennen, bringt auch nichts. Aber der Kundendienstmitarbeiter Konstantin Koutalakis ist sehr hilfsbereit und bietet sogar an, sich für eine Werkstatt zu bemühen, falls wir keine Hilfe bekommen würden.

Denn inzwischen kamen die deutschen Camper-Nachbarn, die unser „Schicksal“ kannten, aus dem Ort zurück. Sie haben dort bei der Touristeninformation eine Firma auf den Platz bestellt, die unsere Reifenpanne beheben würde.

Gegen 12 Uhr kam der Servicemann und nahm das Rad ab und mit.

Eine halbe Stunde später war das reparierte Rad schon wieder am Mobi montiert.

Er brachte die Schraube mit, die wir eingefahren hatten.

Ich wollte bezahlen, aber er meinte, ich solle heute oder morgen zur Firma Midas kommen. Die befindet sich nur 1.2 Kilometer von hier entfernt.

Also unternahm Michael nachmittags einen Fussmarsch und bezahlte unsere Schulden. 23 Euro für die Reparatur und 40 Euro Arbeits- und Fahrtkosten. Eine humane Preisstellung.

Als Michael dem Mann an der Kasse von dieser unmöglich langen Wartezeit bei der hiesigen Fiat-Werkstatt erzählte, meinte er nur schmunzelnd: „wir sind hier in Frankreich, da ist das normal !“

Jedenfalls sind wir heute nicht mehr weitergefahren.

Fazit: Viel Glück, dass der Reifenschaden hier auf dem Stellplatz passierte und nicht irgendwo im Gelände.

Heute Abend haben wir diese hilfsbereiten Camper-Nachbarn zu uns auf ein Glas Wein eingeladen.

Ergänzung: Wir verbrachten mit Anneliese und Hermann aus der Nähe von Regensburg einen sehr unterhaltsamen Abend bei uns. Wir tauschten interessante Erfahrungen über Reiseziele aus.

Gefahren: 0 km