Gas: Tausch- oder Tankflasche (LPG)

Im Wohnmobil brauchen wir Gas zum Kochen und Heizen. Der Nachschub könnte sehr einfach sein, wenn es (wenigstens) in Europa ein einheitliches Flaschen- und/oder Füllsystem geben würde. So aber hat jedes Land seine eigenen Flaschen, eigene Anschlüsse und eigene Vorschriften.

Wir haben uns, – da wir viel in Deutschland unterwegs sind -, bei der Erstausstattung für zwei deutsche Alu-Tauschflaschen à je 11 Kilo Füllung entschieden. Die beiden Flaschen sind über ein Duomatik-Ventil miteinander verbunden. Wenn die Betriebsflasche leer ist, schaltet das Ventil automatisch auf die Reserveflasche um.

Eine Warnleuchte am Kontrollpanel soll anzeigen, wenn eine Flasche leer ist. Soweit die Theorie, die wir auch lange nicht kannten, denn diese Anzeige hat (jedenfalls bei uns) ihre Tücken.

Der Kontakt für die Warnleuchte wurde nicht ausgelöst (auch nicht, nachdem wir Filter nachrüsten liessen) und so standen wir schon mehrmals mit zwei leeren Gasflaschen da.

Den Gasvorrat kann man an den Alu-Tauschflaschen leider nur durch wiegen feststellen. Dazu muss die Flasche jedesmal ausgebaut werden, was recht mühsam ist.

Unsere Gasflaschen kann man (allerdings nur in Deutschland) über ein dichtes Verteilernetz problemlos gegen volle austauschen. Dabei ist auf das Ablaufdatum zu achten. Manchmal wird nämlich versucht, einem Kunden eine Flasche anzudrehen, die kurz vor dem Ablaufdatum steht. Die tauscht dann später kein Händler mehr ein, weil Kosten für eine Prüfung anfallen. Alles schon erlebt.

In Deutschland gibt es  auch diverse Nachfüll-Stationen, bei denen man seine Gasflaschen auf- oder nachfüllen lassen kann.

Ausserhalb Deutschlands haben wir also mit unseren Tauschflaschen ein grosses Problem, wenn unser Gasvorrat zur Neige geht.

Die Lösung heisst Gas-Tankflaschen. Die gibt es auch als Aluflaschen.

Das bringt viele Vorteile: Zum einen muss man nie wieder Tauschflaschen ausbauen und schleppen. Zum anderen spart man Geld, da der Nachschub mit LPG von der Autogas-Tankstelle je nach Region deutlich günstiger ist als das herkömmliche Flaschengas. Das wichtigste für uns: Im Ausland kann man mit dementsprechenden Adapter leicht nachtanken.

So wollen wir eine der beiden Tauschflaschen gegen eine Tankflasche umrüsten lassen. Eine Tauschflasche zu behalten scheint uns aber sinnvoll. So muss man im Falle von Langzeitcamping (in D.) den Platz nicht verlassen, da es dort auch meistens Tauschflaschen gibt.

Was den Einbau von Tankflaschen betrifft, so herrscht in Deutschland eine gewisse Rechtsunsicherheit, hauptsächlich wegen der Auslegung der Befestigungsvorschriften. Eine Tauschflasche darf im Gaskasten mit Gurtbändern befestigt sein. Hingegen soll die  Befestigung einer identische Gasflasche zum Betanken einem Beschleunigungswert von 20 G in Fahrtrichtung standhalten. Das ist so paradox wie unlogisch, dass der Amtsschimmel gewaltig wiehert.

Zum Glück gibt es in der Schweiz diesbezüglich keine Probleme.

Nach dem erfolgreichen Einbau sieht unser Gaskasten nun so aus: Rechts die Tankflasche, – als Betriebsflasche.                                              Links die Tauschflasche,  – als Reserveflasche.

Ein Manometer auf der Tankflasche zeigt jederzeit den Füllstand an. An jeder LPG Tankstelle können wir nachtanken, auch wenn dies nur kleine Mengen sind. So werden wir die Reserveflasche wohl kaum noch anbrauchen.

Für die ausländischen Tankstellen haben wir ein Sortiment von Adaptern, jeweils schon mit einem Sinterfilter ausgerüstet.

Damit glauben wir jetzt für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.