Archiv der Kategorie: Deutschland

4. Tag: Buchen – Sinsheim – Rastatt – Bad Krozingen – Basel/Zoll – Weil am Rhein

  1. Tag, Dienstag, 29. Mai 2018

Auf diesem ruhigen Platz in Buchen, – es plätscherte nur der Bach -, haben wir wunderbar geschlafen.

Beim Fortfahren heute Morgen musste Michael zurückstossen, um vorwärts wegfahren zu können. Dabei versanken die Hinterräder auf dem gegenüberliegenden Stellplatz, wo die Wiese sehr weich war. Aus dieser Lage kamen wir nur mit genug Schwung und etwas Glück wieder heraus.

Die Landstrasse über Mosbach, Sinsheim ist gut zu fahren und auch landschaftlich sehr schön.

Die Autobahn A6 wird vor dem Walldorfer Kreuz momentan auf mehreren Kilometern Länge erneuert. So viele Baumaschinen haben wir noch nie im Einsatz gesehen. Aber wir kamen in zügiger Kolonnenfahrt gut voran.

Auf der A5 nach Basel lief der Verkehr in unserer Richtung auch problemlos. Aber in der Gegenrichtung staute sich Lastwagen an Lastwagen auf mehreren Kilometern. Da hatten wir auf der Hinfahrt am letzten Samstag richtig Glück, denn da hatten wir wenig Verkehr.

In Rastatt machten wir bei Ingrid und Werner einen kurzen Besuch. Wir wurden herzlich empfangen, auch von Felix, dem Hund. Allzulange konnten wir nicht bleiben, denn wir wollten unser heutiges Programm bewältigen.

Nächster Halt war beim LMC-Händler in Bad Krozingen-Biengen. Dorthin hatten wir den Ersatzdeckel für unseren zerstörten Dieseltankdeckel bestellt. Der Deckel war auch da, aber der Schliesszylinder dazu nicht.

Da ich wohlweisslich den alten Deckel eingepackt hatte, konnten die Mechaniker diesen Schliesszylinder einbauen. Nun haben wir auch diese Baustelle beseitigt.

An der Grenze in Basel erledigen wir dann noch die Zollabfertigung der neuen Lithium-Energieversorgung. Nun sind erst einmal alle technischen Hürden überwunden und wir können unser eigentliches Ziel, die Bretagne, in Angriff nehmen.

Wir fahren in Weil am Rhein auf einen uns schon bekannten Stellplatz, schön gelegen direkt am Rhein.

Grosse Hotelschiffe fahren gegenüber in den Kanal zur Schleuse Kembs.

Wir erleben noch ein schönes Abendrot, aber gemischt mit bedrohlichen Gewitterwolken.

Da kommt noch etwas auf uns zu.

Gefahren: 360 km

3. Tag: Schöllkrippen – Aschaffenburg – Miltenberg – Bürgstadt – Buchen

  1. Tag, Montag, 28. Mai 2018, unser 53. Hochzeitstag.

Heute Morgen wurden, wie geplant, die neuen Lithiumbatterien eingebaut. Alles stand schon zum Einbau bereit und wurde durch Herrn Bendrick mit grosser Sorgfalt installiert. Auch die administrative Abwicklung ging mit Herrn Ronny Mergner sehr zuvorkommend über die Bühne. Wir blieben dann dort noch bis zum frühen Nachmittag am Strom hängen, um die neuen Batterien voll aufzuladen.

In der Nachbarschaft entdeckten wir diesen kuriosen Rasenmäher mit Fahrradantrieb.

Wir verlassen den Spessart . . .

. . . fahren durch Aschaffenburg am Schloss Johannisburg vorbei über den Main.

In Miltenberg fahren wir wieder über die Mainbrücke mit dem markanten Brückenkopf

und sehen am Grauberg das Haus aus Michaels Kindheit sowie das Haus Turmeck, wo wir heute vor 53 Jahren unsere Hochzeit gefeiert haben.

in Bürgstadt am Main machen wir einen kurzen Besuch bei Regina und Albrecht, mit denen uns eine alte Freundschaft verbindet.

Weitere Besuche bei Freunden und Bekannten in der Gegend müssen ausfallen, denn wir wollen ja eigentlich nach Frankreich. Man möge uns verzeihen.

Es ist schrecklich heiss auf der Weiterfahrt und so steuern wir früher als geplant einen uns schon bekannten Stellplatz in Buchen an. Im Waldschwimmbad gleich nebenan finden wir Abkühlung.

Danach sind wir wieder fit und bereiten uns ein feines Essen: Grillade mit Salat bei einer guten Flasche Rotwein.

Gefahren: 110 km

2. Tag: Reichelsheim – Michelstadt – Laudenbach/Main – Schöllkrippen

2. Tag, Sonntag, 27. Mai 2018

Wir haben die erste Nacht im Mobi wunderbar geschlafen. Der Stellplatz der Gemeinde liegt zentral im Ort und doch ruhig. Die Sonne brennt schon früh morgens. Wir parken um, damit wir so lange wie möglich Schatten haben. Als wir den Ort erkunden wollten, entdeckt Renate den Wegweiser „zum Schloss Reichenberg“. Ohne zu wissen wie weit das ist, machen wir uns auf den Weg.

Es geht etwa 2 Kilometer in Serpentinen bergauf, aber da die grossen Bäume Schatten geben, war es erträglich.

Schon nach der Hälfte des Weges schaut man weit ins Land.

Ein Paradies für Reiter.

Das Schloss Reichenberg war ursprünglich ein Höhenschloss aus der Stauferzeit. 1307 wird sie erstmals erwähnt. Bis 1731 lebten einige Erbacher Grafen hier. Seit 1924 ist das Schloss in Privatbesitz mit unterschiedlicher Nutzung. Heute ist das Schloss ein Begegnungs- und Lebensort der Kommunität.

Wir geniessen einfach die schöne Aussicht.

Danach spazieren wir wieder hinunter in den Ort.

Die Kirche im Zentrum und darum herum einige nette Winkel und Bauten.

Zurück beim Mobi flitzt ein Eichhörnchen über den Platz und schaut uns keck von einem Baumstamm an „fang‘ mich doch“.

Es ist recht heiss heute. Das Thermometer hier zeigt 34° im Schatten.

Nachmittags fahren wir einen kleinen Umweg nach Michelstadt.

Der Odenwald ist landschaftlich sehr schön.

Einmal der Weitblick

Dann wieder grüne Täler und kleine Bäche.

In Michelstadt ist der letzte Tag des Volksfestes „Bienenmarkt“, dem wir bei dieser Hitze aber lieber aus dem Wege gehen.

Den Blumenkorso verpassen wir knapp, sehen aber noch einzelne Heimkehrer.

Dafür ist das historische Rathaus von 1484 mit seinen mächtigen Eichenpfosten immer wieder begeisternd.

Auch die vielen hübschen Fachwerkbauten tragen dazu bei, dass Michelstadt bei Touristen sehr beliebt ist. Die hier und im nahen Erbach traditionell beheimatete Elfenbeinschnitzerei ist wohl nicht mehr sehr zeitgemäss.

Schön zu sehen: Ein Protest gegen Rassismus

Unser Navi führt uns ins Maintal hinunter nach Laudenbach (nur 7 km von Miltenberg entfernt) und dann in einem fragwürdigen Bogen um Aschaffenburg herum an unseren Zielort Schöllkrippen. Der Ort liegt am westlichen Rand des Spessarts und zählt noch zu Unterfranken.

Wir stehen hier bestens, sogar mit Wasser und Stromanschluss, vor der Firma FraRon, wo wir morgen einen Termin für unsere neue Stromversorgung haben.

Trotz der Hitze zaubert Renate noch ein leckeres warmes Abendessen.

Dazu geniessen wir gut gekühlt einen ausgezeichneten „Pinot Grigio“, den Renate! gestern für kleines Geld im REWE erstanden hat. Im Nachhinein eine sehr gute Wahl.

Gefahren: 100 km

1. Tag: Bern – Basel – Neuenburg – Weinheim – Reichelsheim

  1. Tag, Samstag, 26. Mai 2018

Heute soll es also wieder für längere Zeit losgehen.

Im Vorfeld gab es noch einige Vorbereitungen und auch Überraschungen.

Als Michael vorgestern zum Fahrzeug kam, sass der Dieseltank-Deckel nur noch lose im Einfüllstutzen. Es sah nach Fremdeinwirkung aus, aber wer soll schon auf unserem Parkplatz daran manipuliert haben? Ein Ersatz war gar nicht so einfach zu bekommen. Meine Fiat-Garage gab sich Mühe, aber unter der Fahrgestellnummer war ein ganz anderer Deckel gelistet. Da hat LMC bei den Integrierten einen eigenen Tankdeckel-Typ verbaut. Also bestellte ich bei einem LMC-Händler, bei dem wir in der nächsten Woche vorbeikommen werden, einen auf unser Schlüsselsystem passenden Ersatz. In einem Shop fand ich als Provisorium einen passenden Deckel, allerdings ohne Schloss.

Michael fand, dass der Mobi vor unserer Reise unbedingt wieder einmal gewaschen werden sollte.

Es hatten sich seit der letzten Wäsche hässliche Regenstreifen gebildet.

Mit dem „Caravan- und Bootsreiniger“ von Dr.Keddo geht dieser Schmutz (fast) mühelos weg.

Trotzdem hatte Michael am Abend einen Muskelkater.

Dann hatten wir beide noch einen Termin bei unserer Coiffeuse Frau Kahfi. Sie verpasste uns auf speziellen Wunsch einen Sommerschnitt, der bis zum Herbst halten soll. Damit soll verhindert werden, dass Renate irgendwo unterwegs einen „Preussenschnitt“ bekommt, mit dem unsere liebe Frau Kahfi wieder ein Jahr lang zu kämpfen hat.

Auch Michael hat Haare gelassen.

 

Gestern Abend wurde, bis auf einige Kleinigkeiten alles eingeladen und der Kühlschrank in Betrieb genommen und gefüllt, bis auf die Tiefkühlwaren.

Heute Morgen dann der Schreck: keine Kälte im Kühlschrank, weil beide Gasflaschen leer waren. Also fahren wir noch schnell zur LPG-Tankstelle in Bern. Aber die war ausgerechnet heute nicht in Betrieb.

Nun packten wir zuhause ruckzuck die restlichen Kleinigkeiten plus die Tiefkühlprodukte ein und machten uns rasch auf den Weg. Während der Fahrt wird der Kühlschrank elektrisch betrieben.

Unterwegs konnten wir dann wieder Gas nachtanken und bei unserer Mittagspause im Raum Offenburg lief der Kühlschrank wieder auf Gas.

Es war sehr heiss unterwegs. Am Schwarzwaldrand bildeten sich mächtige Gewitterwolken.

Die Autobahn war erstaunlich leer und wir kamen gut voran.

In Weinheim verliessen wir die Autobahn.

Kurz danach fuhren wir durch den „Saukopftunnel“. Er unterquert den Westkamm des Odenwaldes in einer Länge von fast 3 Kilometern.

Durch eine wunderschöne Landschaft erreichen wir unseren heutigen Standplatz

in Heubach bei Reichelsheim.

Gefahren: 400 km

Zusammenfassung der 4-monatigen Reise

Zusammenfassung

– 123 Tage (18 Wochen) waren wir unterwegs. Neuer Rekord!

– 5730 Kilometer sind wir gefahren.

–  Ø 46.6 km pro Tag

–  Ø 10.5 l / 100 km Dieselverbrauch

– 106 Übernachtungen auf Stellplätzen

–      3 Übernachtungen auf Campingplätzen

–      3 Übernachtungen auf Parkplätzen

–      1 Übernachtung in freier Natur

–   10 Übernachtungen bei Privat

 

Fazit:

Als grösstes Glück betrachten wir, dass wir die ganzen 4 Monate nicht krank waren.

Eine erneute Panne mit dem Automatikgetriebe, gleich wie vor einem Monat, war sehr lästig.

Das Positive daran: jetzt wurde die Ursache gefunden und das fehlerhafte Teil ersetzt.

Mit dem Aufbau von LMC, respektive unserem Modell mit Hecksitzgruppe sind wir immer noch sehr zufrieden.

Der Nordosten Deutschlands, aber auch die Stationen auf der Hin- und Rückreise, haben uns sehr gut gefallen. Tolle Landschaften und Orte mit Sehenswertem im Überfluss, freundliche Menschen, reichlich Stellplätze mit guter Infrastruktur.

Im Juni war das Wetter (für uns) viel zu heiss. Später waren die Temperaturen perfekt. Wir hatten viel wechselhaftes Wetter und auch oft Sturm und Regen. Das störte uns aber nicht.

Unserem Vorsatz, auch einmal länger an einem Ort zu bleiben, sind wir auch nachgekommen. Immerhin verbrachten wir 9 Mal zwischen 4 und 7 Tage an einem Ort.

Unsere Tagesetappen waren mit durchschnittlich unter 50 km relativ kurz.

Auch auf dieser Tour liess nach ca. 100 Tagen das Interesse an Sehenswürdigkeiten deutlich nach. Der Bedarf an Kultur ist dann wohl gedeckt, seien das noch so interessante Kirchen, Museen oder Ausstellungen.

Auch auf dieser Tour trafen wir immer wieder interessante Camperpaare. Die meisten natürlich auch im Rentenalter. Aber auch 99% aller Stellplatzbetreiber waren sehr freundlich und hilfsbereit.

„Nichtcamper“ oder „Nichtsegler“ können es vielleicht nicht begreifen, aber wir fühlten uns auf dem relativ kleinen Raum nie eingeengt.

Die Heimkehr war also kein «gottseidank ist es vorbei» sondern eher ein «schade ist es vorüber». Natürlich freuten wir uns auch auf das Wiedersehen mit Familie, Freunden und Bekannten.

Die Umstellung auf das Leben zuhause war aber gar nicht so einfach. Man hat so viel (zu viel) Dinge und weiss nicht mehr wo diese zuhause „versteckt“ sind.

 

Ausblick

Für das nächste Jahr haben wir noch keine konkreten Pläne. Wir sind dann 77 und 78 Jahre alt.

Wenn es unsere Verfassung zulässt, so werden wir sicher wieder ähnlich lange auf Tour gehen.

Sollte das nicht möglich sein, so sind wir nicht enttäuscht, sondern machen das, was möglich ist und zehren von den schönen Erinnerungen.

 

Die To-Do-Liste am Mobi ist gar nicht so lang.

– Fahrzeug reinigen und für den Winter konservieren

– den Einhebel-Mischer an der Küchenspüle reparieren

– weitere Steckdosen anbringen

– ein fixer Griff für das Grauwasser-Ablass-Ventil

– ein Führungsrohr für die Kurbel der Heckstützen

123. Tag – 7. Oktober

Samstag, 6. Oktober

Wir verlassen den Stellplatz Weil am Rhein und sind viel zu früh beim Vitro Museum, denn das öffnet erst um 10 Uhr.

Also machen wir zuerst unsere Einkäufe für den leeren Kühlschrank zuhause und versuchen unser Glück später.

Das Museum über Wohndesign in einer exklusiven Architektur ist interessant. Es ist eine Eames Celebration. Seit 1988 befindet sich auch ein grosser Teile des Nachlasses des Designerpaares Charles und Ray Eames hier im Vitro Museum.

Man bekommt einen Überblick über die Entwicklung des Wohndesigns im 20. Jahrhundert.

Wir laufen uns auf dem weitläufigen Gelände die Beine in den Bauch und sind der Meinung, dass wir nicht alles, aber für uns genug gesehen haben. Designer und Architekten mögen darin mehr aufgehen. Auf jeden Fall ist es ein Magnet für Touristen aus aller Welt.

Den Rutschturm lassen wir auch aus, wobei das schon seinen Reiz hätte.

Zurück im Mobi gibt es noch einen Kaffee und dann ist das nächste Ziel wirklich unser ZUHAUSE. Dort kommen wir noch vor dem Eindunkeln gut an.

Jetzt beginnt das grosse Auspacken und das Akklimatisieren an die eigenen 4 Wände. Diese kommen uns noch so gross vor.

Gefahren: 130 km

Hiermit enden unsere Tour und die täglichen Berichte.

Demnächst, – wenn wir richtig angekommen sind -, wird noch eine Zusammenfassung folgen. 

 Zunächst sind wir einfach glücklich und dankbar. 

 Glücklich über die vielen gemeinsamen Erlebnisse in harmonischer Zweisamkeit und dankbar, dass wir die ganzen 4 Monate gesund geblieben sind. 

122. Tag – 6. Oktober

Freitag, 6. Oktober

In der Nacht hatte es geregnet und morgens war es in Waldshut noch stark bewölkt. 

Der Wohnmobilpark Waldshut hat eine sehr gute Infrastruktur. Moderne Duschen, mehrere Waschmaschinen und Tumbler, ein gutes Restaurant, eine funktionale Entsorgungsstation und sogar einen Waschplatz für Wohnmobile. Man könnte auch E-Bikes mieten und Gasflaschen tauschen.

Das Wetter ist zu unsicher für eine geplante Wanderung am Rhein. Aber wenigstens ein Bild davon wollen wir mitnehmen. 

Dunke Wolken rinsgsum.

So erledigten wir zuerst einige E-Mails und dann die ersten Besorgungen, da wir morgen Deutschland verlassen werden.

Dann fahren wir, teilweise in heftigem Regen, nach Weil am Rhein und dort auf einen Stellplatz direkt am Rhein und an der Staustufe Kembs. Wir wollen nämlich morgen das Vitra Museum besuchen, an dem wir schon x-mal vorbeifuhren. Nachdem uns ein Wohnmobilist in Mecklenburg auf diese Bildungslücke hingewiesen hatte, wollen wir das morgen nachholen. 

Man kann auf diesem kleinen Stellplatz = Parkplatz kostenlos stehen, allerdings auch ohne jegliche Infrastruktur. Wir haben auch keine Internet-Verbindung, da die hohen Bäume die Satelliten nach Süden abdecken. Also können wir unseren Blog-Beitrag von heute hier nicht nachführen. 

Kurz nach unserem Eintreffen kam die Abendsonne zaghaft durch die Wolken.

Das ermöglichte noch einen kleinen Spaziergang am Rhein entlang, wo wir viele Wasservögel beobachteten.

Anschliessend liefen wir 100 Meter weit auf dem Wehr. Somit waren wir heute sogar noch zu Fuss in Frankreich. Wir glauben nicht, dass man hier (noch) fahren könnte, auch wenn ein Verkehrsschild 3.5 t das suggeriert. Das gilt wohl für Servicefahrzeuge.

 

Mit einem dramatischen Farbenspiel geht die Sonne unter.

Noch immer stehen hier einige Fischer, die ihre Hoffnung auf einen guten Fang noch nicht aufgegeben haben.

 Gefahren: 75 km

121. Tag – 5. Oktober

Donnerstag, 5. Oktober

 Der Tag in Menzenschwand begann mit strahlendem Sonnenschein. 

Die wunderbare Landschaft verdient es aber auch im rechten Licht fotografiert zu werden. 

Auf unserem Spaziergang in den „Tante-Emma-Laden“ im Dorf kommen wir auch an hübschen Häusern vorbei.

Der Stellplatz liegt kreisformig bei einem kleinen Skilift. 

Gemäss dem Plan gibt es ringsum einige Abfahrts-Pisten. Auch Langlauf-Loipen und gewalzte Wanderwege werden im Winter angeboten. 

Es bläst ein kalter Wind, der im Laufe des Tages immer giftiger wird. Leider aus der falschen Richtung, sonst wäre es hinter den Holzstapeln sehr angenehm.

Nachmittags verlassen wir den Platz mit Ziel Waldshut.

Von der Höhe sieht man weit Richtung Säntis.

Es stürmt heftig hier oben, was man auch an den Wolken erkennen kann.

 

In Höchenschwand stoppen wir bei einem Feld voller Strohskulpturen. Hier werden jedes Jahr die originellsten Kunstwerke prämiert.

Es ist wirklich erstaunlich, was man aus Stroh alles formen kann. Der angrenzende Hofladen schien uns aber reichlich überteuert. Hier kommen ganze Busladungen mit kaufkräftigen grauhaarigen Schweizern. Die haben eine andere Preis-Optik. 

Wir leisteten uns bei den Landfrauen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Sehr lecker und auch preiswert.

Die weitere Fahrt bis Waldshut geht nur noch bergab, sogar sehr heftig bis ins Rheintal.

Der Standplatz im Aussenbereich eines Campings am Rhein ist ausgezeichnet konzipiert und sauber ausgestattet.

Wir überlegten uns eventuell auf dem Campingplatz direkt und schön am Rhein zu stehen, aber heute, bei diesem Sturm, steht man definitiv besser auf dem Stellplatz, weil windgeschützt. 

 Gefahren: 35 km

120. Tag – 4. Oktober

Mittwoch, 4. Oktober

Es war draussen recht kalt in der Nacht, so um die 7 Grad. Aber wir können ja heizen. Morgens schien keine Sonne, die uns zum Weiterfahren mobilisiert hätte. So beschäftigten wir uns mit allerlei Schreib- und Büroarbeiten.

Nachmittags wurde es langsam heller und wir beschlossen Todnau zu verlassen und doch noch weiterzufahren.

Zuerst wollen wir aber noch zum „Fahler Wasserfall“ laufen. 

Man kann ihn von oben her erreichen, von der Strasse auf den Feldberg oder von unten, von Fahl aus. Wir entschieden uns für die Wanderung von unten her.

Ganz gemütlich liefen wir bergan durch die schöne herbstliche Landschaft. 

Weit oben sahen wir Rauch. Als wir näherkommen, sehen wir Arbeiter, die Buschwerk roden und verbrennen, damit das wenige Weideland nicht verwaldet. 

Teilweise liegen viele Tannenzapfen auf dem Boden und wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder zurückrollen.

In dieser Höhenlage gibt es im Schwarzwald aber noch vorwiegend Laubbäume und deren Laub ist nicht minder rutschig.

Ein Rotschwänzchen lässt uns bis auf etwa 4 Meter herankommen, bevor es dann doch flüchtet. 

Endlich sind wir am Ziel: Über mehrere Fallstufen stürzt hier der Rotenbach 50 Meter in die Tiefe. 

Von diversen Brücken und Plattformen kann man den Fall aus verschiedenen Perspektiven bewundern. 

Endlich kam auch die Sonne durch.

Hier war es spannend, ob unsere Kamera mit Selbstauslöser auf dem Pfahl stehen bleibt. Alles ging gut.

Wir wollten von dem Arbeiter etwas mehr über die Rodung erfahren, „aber nix verstehen Deutsch“.

Diese Fliegenpilze haben wir lieber nicht gesammelt.

Renate wünschte sich einen Spazierstock.

Michael fand eine passende Haselnuss-Rute, schön gerade gewachsen.

Seitdem geht SIE am Stock und ist trotzdem happy.

Auf unserer Weiterfahrt entdecken wir auf einer Wiese ein Rudel Gämsen.

Sie lassen sich nicht stören. Es liegen auch ein Bach und ca. 100 Meter Abstand dazwischen.  

Wir fahren in der Abendsonne durch eine wunderschöne Schwarzwald-Landschaft. 

Die vielen Fotohalte werden von Renate mit Humor genommen

Kurvenreich geht es von ca. 600 m.ü.M im Wiesental hinauf zum weiten Bernauer Hochtal auf ca. 1000 Meter.

 

Unser Ziel, der Stellplatz in Menzenschwand liegt auf 850 m.ü.M. Es gefällt uns hier. Das Foto entstand leider erst, als es schon fast dunkel war.

 Gefahren: 35 km

119. Tag – 3. Oktober

Dienstag, 3. Oktober.  Tag der Deutschen Einheit.

In der Nacht und auch am Morgen hat es tüchtig geregnet.

Nur langsam wurde es heller und gegen Mittag hörte der Regen vollständig auf. Darauf hatten wir gewartet, denn wir wollten nicht nass werden, wenn wir das Elektrokabel einräumen, Frischwasser auftanken und Grauwasser und Toilette entsorgen, bevor wir losfahren.

Wir erfreuen uns an der herbstlichen Landschaft, die besonders zur Geltung kommt, da die Sonne scheint.

Wir steuern Schönau an, wo gemäss unserer App ein guter Stellplatz sein soll. Der passte uns aber nicht und so zogen wir weiter nach Todtnau.

Dieser Platz liegt zwar unweit der Landstrasse, er gefällt uns aber gut, und wir hoffen nur, dass der Verkehr nachts nachlassen wird.

Es ist nicht weit in den netten Ort, der auf etwa 600 m.ü.M. liegt und von drei etwa 1100 Meter hohen Bergen umgeben ist.

Vorbei an schmucken Schwarzwaldhäusern kommen wir zur erhöht liegenden Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“.

Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut, nachdem ein Brand den Vorgängerbau zerstört hatte.

Von dort sehen wir am gegenüberliegenden Hang einen Sessellift und eine Sommerrodelbahn. Das wollen wir uns genauer ansehen.

Auf dem Weg dorthin fällt uns auf, dass es „Bella Italia“ auch im Schwarzwald gibt.

Wir überqueren die Wiese, den Bach, der wenige Kilometer von hier am Feldberg entspringt.

In diesem Haus wurde der Erfinder der Dauerwelle, Karl Nessler, geboren. Was es doch alles gibt!

Dann stehen wir am Lift zum Hasenhorn und der Rodelbahn.

Auf einer der längsten und spektakulärsten Rodelbahnen kann man hier auf schienengeführten Schlitten 2.9 km ins Tal flitzen. Wir glauben, dass unsere Enkel hier auch ihren Spass haben würden.

Zurück im Zentrum schlemmerten wir noch ein Eis in der Herbstsonne.

Auch hier gibt es noch alte Strassenschilder, die die Jungen kaum noch lesen können.

Oberhalb unseres Stellplatzes steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Beim Stellplatz Todtnau geniessen wir die Sonne noch bis zum Untergang.

Gefahren: 35 km