91. Tag – 5. September

Dienstag, 5. September

Heute trennten wir uns doch einmal von unserem vorzüglichen Standplatz auf dem Flugplatz von Asmusstedt.

Unser nächstes Ziel soll Nordhausen sein. Segelfreund Dieter hat uns darauf hingewiesen, dass unser geliebter „Nordhäuser Doppelkorn“ von dort kommt.

Wir fahren im südlichen Harz über kleine Strassen.

Deren Zustand ist meistens ausgezeichnet, weil sehr neu.

Aber bei einer Umleitung bekommen wir auch eine Kostprobe davon, wie die Strassen früher waren. Da wären unsere Plomben herausgefallen, hätte unser Zahnarzt Hennig nicht so gute Arbeit geleistet.

Wir kommen durch Langlauf-Wintersportorte. Die Landschaft und Vegetation sieht hier auf 400 m.ü.M wie bei uns auf 1000 m.ü.M. aus.

Hier und da kann man zum 1141 Meter hohen Brocken hinübersehen, deutlich sind die breiten Skiabfahrten zu erkennen.

In Nordhausen füllen wir zuerst wieder unseren Gasvorrat nach.

Dann fahren wir zur Traditionsbrennerei und nehmen an einer Besichtigung mit Verkostung teil.

Das Stammhaus geht auf das Jahr 1507 zurück. Hier werden nur noch einige wenige Spezialitäten hergestellt. Die industrielle Fertigung findet bei Nordbrand im Industriegelände statt.

Um 1700 gab es in Nordhausen einmal 70 Brennereien. 1904 schlossen sich die meisten Brennereien zusammen.

In der DDR-Zeit wurde der Doppelkorn nach Osteuropa, aber auch in den Westen exportiert.

1991 wurde Nordbrand Teil der Eckes AG.

Seit 2007 gehört Nordhäuser zur Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei.

Doch sind es immer noch die alten Kornbrennmeister von hier.

Wir erfahren viel über die Zutaten und den Herstellungsprozess und die Lagerung.

Bei der anschliessenden Verkostung gab es fingerhutgrosse Proben der vielfältigen Korn und Liköre. Besonders die Autofahrer unter den Besuchern mussten sich dabei etwas zurückhalten.

 

Dann wollten wir, – wenn wir schon einmal da sind -, noch einen Blick in den Ort werfen. Der wurde im 2. Weltkrieg zu 90% zerstört. Die Brennerei blieb aber verschont.

 

Auf unserem Rundgang entdeckten wir einen grossen Haselnussbaum. Haselnüsse kannten wir bisher nur als Strauch.

Eigentlich haben wir genug Kirchen besucht, aber doch schauen wir schnell in die St.Blasii-Kirche aus dem Mittelalter,

eine spitzbögig gewölbte, dreischiffige Hallenkirche.

Der Dom war wegen Renovation geschlossen. Was für ein Glück.

Da die Verkostung doch eine gewisse Auswirkung hatte, schien es uns vernünftig, vor der Weiterfahrt etwas Herzhaftes zu essen.

Für die Nacht haben wir einen Standplatz bei einem Camping an der Talsperre Kelbra angesteuert. Hier können wir WLAN dazu buchen.

Dieses Vehikel ist gar keines. Es ist nur ein Zelt.

Gefahren: 105 km