75. Tag – 20. August

Sonntag, 20. August

Wir stehen in Netzeband so schön in der Natur, dass wir beschliessen, den Sonntag hier ganz ruhig zu verbringen.

Das Wetter war nicht so eindeutig. Noch war es trocken, sogar teilweise sonnig.

So spazierten wir die Dorfstrasse hinunter.

Die meisten Häuser sind sehr hübsch renoviert und die grossen Gärten liebevoll angelegt.

 

Der kleine Ort hat sogar eine Bahnstation.

 

Am Ortsende beginnt ein dichter Wald.

Darin verbirgt sich ein total überwuchertes Häuschen. Wie wir von einem Anwohner hören, wird es nur noch selten genutzt.

Wir erfahren auch, dass hier zu DDR-Zeiten im oberen Teil des Ortes die Russen und im unteren die Nationale Volksarmee stationiert waren. Es sollte hier ein Internierungslager entstehen, zu dem es aber nicht mehr kam. 

 

Diese politisch dunklen Zeiten sind zum Glück vorbei. Dafür ziehen dunkle Wolken auf und treiben uns zurück zum Mobi.

 

Die Wegweiser sind (noch) auf Reiter und Kutschen ausgerichtet.

An einer Garagentür entdecken wir hübsche Türklopfer.

Die Stare sammeln sich vor unserem Standplatz.

Diese jungen Mädchen kommen jedes Wochenende mit dem Zug aus Berlin zum Reittraining hier her.

Als Kontrastprogramm zum hiesigen Landleben bereitet Renate heute ein sehr internationales Sonntags-Menue zu: Gemüsepfanne „Provence“

 

Man beachte die Angaben der Inhaltsstoffe!

aus Deutschland: Karotten, Trinkwasser, Speisesalz.

aus Spanien: roter Paprika, Sonnenblumenöl, natives Olivenöl extra.

aus Ungarn: Zuckermais

aus Belgien: Prinzessbohnen, Oregano, Rosmarin

aus Polen: Zwiebeln, Kartoffelstärke.

aus den Niederlanden: Champignons, Thymian

aus Brasilien: schwarzer Pfeffer

Dazu Kartoffelstock aus der Schweiz, zubereitet mit deutscher Milch ohne Gentechnik und Trinkwasser aus der hiesigen Leitung von Netzeband sowie Salz aus Neckarsulm.

 Der Rotwein kommt aus Chile

 Der Kaffee kommt aus Columbien, aber jetzt aus der Kapsel.

Und der heftige Regenguss beim Essen kommt ungefiltert von oben.

 

Das Wetter geht wechselhaft weiter. Die Liegestühle bleiben in der Garage, aber man kann auch drinnen herrlich ruhen.

Sollte der Regen nachlassen, wird Michael heute noch zum Hotel gehen, um dort den Blog zu erstellen. Unser eigenes WLAN fehlt uns sehr.

 Gefahren: 0 km

 

PS: Wer über die Geschichte des Ortes mehr erfahren möchte, hier ein Artikel aus der NZZ von 2004. Die sehr nette Familie Untersteiner betreibt die „Märkischen Höfe“ immer noch.

https://www.nzz.ch/article9QEWM-1.279987