102. Tag: Zutphen/IJssel

102. Tag, Dienstag, 4. September 2018

Zuerst einmal die Erlebnisse des gestrigen Tages:

Wir verliessen Doesburg mit dem Ziel Bronkhorst, einer dieser Orte, die uns Peter aus Middelburg genannt hatte.

Das Wetter war bedeckt und unterwegs nieselte es immer etwas.

Die vielen Alleen erinnern uns an Mecklenburg. Und hier wollen wir auch einmal erwähnen, dass die Strassen in den Niederlanden in perfektem Zustand sind, auch die kleinsten Nebenstrassen.

Die Müllabfuhr schnappt sich die Kübel vollautomatisch vom Strassenrand. Das geht so fix, dass wir es gerade eben noch im Bild festhalten können. Eine raffinierte Einrichtung.

Auf unserem Rundgang durch Bronkhorst war es trocken, aber in den Bildern fehlt leider die Sonne.

Der Ort ist hübsch und überschaubar klein und heute eher ein Museumsstädtchen mit 85 Einwohnern. Bronkhorst erhielt 1482 die Stadtrechte, hat sich aber nie gross entwickelt. In den antiken Bauten sehen wir viele Boutiken, Ausstellungen und Kaffees, die auf Touristen warten.

Die meisten Besucher sind hier mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Kirche wird für Ausstellungen genutzt, nur ab und zu finden auch Hochzeiten darin statt.

Nach kurzer Fahrt kommen wir an unser zweites Ziel, das uns Harry aus Doesburg (der mit dem tollen Hund) empfohlen hat: Zytphen, sprich [ zytfen ]. Es existiert schon seit der Römerzeit und war einst eine fränkische Siedlung. Im Mittelalter waren es 4’500 Einwohner, heute sind es 10-mal mehr.

Zytphen gehört zu den 192 Hansestädten in 16 Ländern, die sich nach dem 12.Jh. zusammenschlossen, um miteinander Handel zu treiben.

Das 14. Jh. war die Blütezeit. Der damalige Wohlstand spiegelt sich noch heute in den historischen Bauten.

Der Standplatz für Reisemobile liegt in Sichtweite der Altstadt.

Wir besorgen uns beim Touristenbüro einen Stadtplan. Darauf ist eine Route mit vielen Sehenswürdigkeiten eingezeichnet, die wir in 5 Stunden eisern abspulen.

 

Das Resultat ist eine (zu) grosse Anzahl Fotos, die wir in einem Slider zusammenfassen und zwei müde alte Leute, die sich abends erst mal erholen müssen.

Die Sonne schien den ganzen Tag nicht, aber es war schwülwarm und auch in der Nacht fiel die Temperatur nicht unter 20°.

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Der heutige 102. Tag beginnt sonnig.

Blick von unserem Standplatz.

Erst einmal wird der obige Blogbeitrag von gestern erstellt, dann gehen wir noch einmal auf einen Stadtbummel.

Von den Sehenswürdigkeiten haben wir heute nur noch das „Muschelgewölbe“ von 1697, sowie das Innere der „Walburgiskerk“ auf dem Programm. Beide waren gestern geschlossen.

Das Muschelgewölbe erhielt 1697 der Baron von Heeckeren als Geschenk des Königs von Schweden, nachdem er dort Botschafter gewesen war.

In dieser Art gibt es nur noch drei solche mit Muscheln und Mineralien und Steinen besetzte Gewölbe. Im Schloss Roosendael, im Loo-Palast und in Nienoord in Leek.

Die Walburgiskerk geht auf das 11.Jh. zurück und wurde im 13., 14., 15. und 16. Jahrhundert immer wieder umgebaut oder erweitert. Seit 1591 wird sie für den reformierten Gottesdienst benutzt (Luthers Thesen datieren von 1517).

Sehenswert sind u.a.

. . . der gothische Kronleuchter aus dem 14 Jh.

. . . die Kanzel aus dem 17.Jh.

. . . die Bader-Timpe Orgel, ursprünglich von 1637

Sehenswert wäre natürlich die einzigartige „Kettenbibliothek“ aus dem 16.Jh. Wie der Name sagt, liegen die Bücher an Ketten. 85 Inkunabeln (vor 1500 gedruckte Bücher) und 500 Bücher aus dem 16. Jahrhundert lagern hier. Sie sind nur im Rahmen einer speziellen Führung zu sehen.

Nachdem wir nun so ziemlich alles gesehen haben, schlendern wir noch etwas durch die Stadt und gönnen uns guten Gewissens wieder einmal ein Eis.

Als wir zum Mobi zurückkehren, sieht es nach Gewitter aus. Vielleicht zieht es aber auch wieder vorbei. Auf jeden Fall ist es nicht mehr so drückend schwül-warm wie gestern.

Abends, als Michael schon Feierabend machen wollte, kommt Renate noch mit der Idee einer „Nachtwanderung“.

So kommen wir zuerst zum Hafen . . .

. . . dann zur IJssel, wo gerade ein kleiner Frachter anlegt . . .

. . . dann durch die Stadt wieder zum Mobi zurück.

Durch unser Heckfenster haben wir diesen Ausblick.

Gefahren: 0 km