100. Tag: Doesburg, Stellplatz beim Yachthafen

100. Tag, Sonntag, 2. September 2018

Jeden 1. Sonntag im Monat ist in Doesburg „Kultureller Sonntag“. Häuser der Kunst und Kultur haben dann geöffnet.

Als erstes schauen wir uns das Arsenal, erbaut 1309, an.

Nach einer wechselhaften Geschichte wird dort heute ein dekoratives Lokal betrieben, auch ein Kaffee und im Untergeschoss ein Weinkeller. In den oberen Etagen sind ein Filmsaal und jede Menge Ateliers einquartiert.

Es ist viel Leben in der Stadt.

Die Martinikerk schauen wir uns heute auch von innen an.

Ungewohnt für uns, dass man sein Fahrrad in den Eingangsbereich mitnehmen darf.

Diese Kirche wurde am 15. April 1945, also in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges, von der deutschen Besatzung auf dem Rückzug noch in die Luft gesprengt. Erst im August 1972 konnte sie wieder eingeweiht werden, nachdem die finanziellen Mittel lange nicht vorhanden waren.

Später besuchen wir im Podium ACANTHUS ein Saxophon-Konzert von 4 Musikstudentinnen aus Zwolle. Mit Kompositionen von Händel über Lago bis Piazzolla begeistern diese 4 jungen Frauen uns und weitere 50 Besucher.

Dann landen wir in einem Atelier der Haute-Couture und Broderie d’art.

Wir schauen zu wie Saskia ter Welle Perlen und Silberdraht zu Ornamenten verarbeitet.

Sehr exquisite Stücke, für die es offenbar einen Markt gibt.

Wir waren auf dem Weg zum alten Friedhof, einem Besuchs-Tipp vom Fremdenverkehrsbüro, als wir den gestern kennengelernten hübschen Labradoodl und sein Herrchen wieder trafen. Er erzählt uns, dass dort  die Freundin seiner Tochter und deren ganze Familie begraben liegen. Diese sind 2014 mit fast 300 weiteren Opfern beim Absturz der Malaysia-Airlines-Boeing 777 auf dem Flug von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine ums Leben gekommen. Inzwischen ist belegt, dass sie von einer russischen Buk-Rakete getroffen worden war.

Was für eine Tragödie! Was für Schicksale!

Aufschrift: Zusammen reisen sie weiter

Als wir vor dem Grab dieser Familie stehen, macht uns das sehr betroffen.

Der alte Friedhof beeindruckte uns ferner mit seinen schlichten Gräbern. Nur ganz selten sind Blumen, Kerzen oder jegliche Bepflanzung zu sehen.

Ein Kutscher mit einem weissen Rauschebart ist mit Touristen unterwegs.

Um 15 Uhr sind wir pünktlich im Mobi, denn Michael will heute das Formel1 Autorennen nicht verpassen.

Als das vorüber ist, laufen wir noch zur Schleuse, ganz in unserer Nähe.

Hier überwinden die Boote den Höhenunterschied vom unterschiedlichen Niveau der IJssel zur Oude IJssel.

Geschätzter Höhenunterschied heute 6 Meter.

Winke, winke!

Nebenan wird eine Fischtreppe gebaut.

Der Blick auf den Touristenhafen. Ganz da hinten stehen die Reisemobile. Der Wasserstand der IJssel schwankt sehr. Im Januar stand das Wasser hier sogar 5 Meter höher.

Beim Einnachten suchen sich hunderte Krähen kreischend ihr Nachlager in den Bäumen hinter dem Hafen.

Dann bekommen wir noch überraschenden Besuch von Labradoodl Kobus und seinem Herrchen Harry. Er wollte uns auf seinem Abendspaziergang noch einige sehenswerte Orte mitteilen. Kobus fühlt sich erstaunlich schnell vollkommen zuhause bei uns. Nach vielen wertvollen Tipps und einer interessanten Unterhaltung verlassen uns die beiden. Kobus wäre wohl auch geblieben.

Unser 100. Tag war erfüllt von besonders vielen Eindrücken.

Gefahren: 0 km